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Aufsichtsräte von VW und Audi Die Familien Porsche und Piëch stellen die Machtbalance wieder her

Wolfgang Porsche zieht in das Aufsichtsratspräsidium bei Audi ein. Vor zwei Monaten war sein Vetter Hans Michel Piëch bei VW entsprechend vorgerückt.
03.08.2020 - 16:07 Uhr 1 Kommentar
Die beiden Cousins sind die wichtigsten Vertreter der Familienstämme im Volkswagen-Konzern. Quelle: dpa
Hans Michel Piëch (links) und Wolfgang Porsche

Die beiden Cousins sind die wichtigsten Vertreter der Familienstämme im Volkswagen-Konzern.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Im Volkswagen-Konzern herrscht ein fein austariertes Gleichgewicht zwischen den beiden Familienstämmen Porsche und Piëch. Keine der beiden Seiten darf bevorteilt werden, stets muss die Macht in der Gruppe der größten und einflussreichsten Anteilseigner des Autobauers einigermaßen gleich verteilt sein.

Nach der letzten Aufsichtsratssitzung der Premiumtochter Audi war es wieder einmal so weit. „Das Präsidium des Aufsichtsrates wird von vier auf sechs Mitglieder erweitert“, verkündete VW-Chef Herbert Diess, der an der Spitze des Audi-Kontrollgremiums steht.

Das Präsidium eines Aufsichtsrats trifft sich häufiger als das gesamte Kontrollgremium. Dort werden die wichtigsten Entscheidungen vorbereitet und ist die eigentliche Macht gebündelt. Durch die Aufstockung des Präsidiums kommen bei Audi jetzt Wolfgang Porsche und – weil die Parität mit der Arbeitnehmerseite gilt – auch der Neckarsulmer Betriebsratschef Rolf Klotz dazu.

Anfang Juni hatte es schon einmal etwas Vergleichbares gegeben. Auch in Wolfsburg war das Präsidium des Aufsichtsrats vergrößert worden; dort gibt es seit wenigen Wochen acht statt bislang sechs Mitglieder. Bei VW zog allerdings nicht Wolfgang Porsche, 77, sondern sein Wiener Cousin Hans Michel Piëch, 78, in das Präsidium des Kontrollgremiums ein. Wiederum ergänzt mit einem weiteren Arbeitnehmervertreter, bei VW war das Bertina Murkovic, Betriebsratschefin der Transportersparte.

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    Die jüngsten Personalentscheidungen sorgen dafür, dass die beiden wichtigsten Vertreter der jeweiligen Familienstämme auch in den beiden Präsidien der wichtigsten Konzerngesellschaften vertreten sind. Denn bei Volkswagen saß zuvor nur Wolfgang Porsche im engsten Führungszirkel des Aufsichtsrats, bei Audi war es Hans Michel Piëch. „Alles zusammengenommen herrscht jetzt Parität auf beiden Seiten“, sagte ein Wolfsburger Konzerninsider.

    Neue Spielregeln geschaffen

    Schon vor einem Jahr war bei Volkswagen für Hans Michel Piëch eine entscheidende Ausnahme gemacht worden. Normalerweise sollen Aufsichtsräte von VW im Alter von 75 Jahren aus dem Kontrollgremium ausscheiden. Doch für Piëch, damals 77 Jahre alt, wurden neue Spielregeln geschaffen.

    Er verfüge „über besondere Erfahrungen und Kenntnisse auf den Geschäftsfeldern der Gesellschaft, die er nach Überzeugung des Aufsichtsrates auch zukünftig im Interesse und zum Wohl der Gesellschaft einbringen wird“, lautete die Begründung. Für fünf weitere Jahre wurde er in das Kontrollgremium gewählt.

    Zusammen mit seinem Vetter Wolfgang Porsche bildet Piëch die zentrale Familienachse im VW-Aufsichtsrat. Keine andere Einzelperson hält mehr Anteile an Volkswagen. Von der Familienholding Porsche SE besitzt er persönlich etwa 20 Prozent der Stimmrechte. Der Holding wiederum gehören gut 53 Prozent der stimmberechtigten VW-Stammaktien.

    Nach dem Ausscheiden seines Bruders und inzwischen verstorbenen langjährigen Konzern- und Aufsichtsratschefs Ferdinand Piëch war der Wiener Rechtsanwalt zum maßgeblichen Sprecher der Piëch-Seite aufgestiegen. Piëch hatte die Anteile seines Bruders Ferdinand vor drei Jahren für rund eine Milliarde Euro übernommen. Er brauchte dafür die Unterstützung von Banken: Für rund 400 Millionen Euro verpfändete er Porsche-Aktien.

    Diese Verschuldung dürfte ein wesentlicher Beweggrund dafür gewesen sein, dass Piëch den VW-Aufsichtsrat nicht verlassen hat: Er will wissen, was in seinem Namen bei Volkswagen passiert. Es fehlte nur noch der Platz im VW-Präsidium. Dass Piëch dafür auch Wolfgang Porsche ins Audi-Präsidium einrücken lassen muss, dürfte er verschmerzen können.

    Mehr: VW mit Milliardenverlust: Aktionäre bekommen eine Milliarde Euro weniger.

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    1 Kommentar zu "Aufsichtsräte von VW und Audi: Die Familien Porsche und Piëch stellen die Machtbalance wieder her"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Warum entsenden diese älteren Herren nicht jüngere Nachfolger in den Aufsichtsrat?
      Sie hätten die Möglichkeit dieses Gremium mit einer dynamischen, jüngeren Führung zu bestellen.

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