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Auftragsboom Siemens profitiert vom Stromhunger

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Pamela Knapp steht der Stromsparte von Siemens vor. Foto: Unternehmen

Pamela Knapp steht der Stromsparte von Siemens vor. Foto: Unternehmen

Das starke Wachstum von PTD hat auch technologische Gründe. Denn Siemens gilt als einer der führenden Anbieter der so genannten Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ). Mit diesem Verfahren lässt sich Strom über weite Distanzen effizient transportieren.

So wird beispielsweise der aus Wasserkraft gewonnene Strom aus den Bergen Chinas in die boomenden Städte an den Küsten befördert. Erst vorige Woche bekam der Konzern einen Auftrag für eine solche Anlage über 300 Mill. Euro. Damit wird die Energie 1 400 Kilometer weit transportiert. Größter Wettbewerber in der HGÜ-Technologie ist ABB.

Die Analysten der Credit Suisse gehen davon aus, dass sämtliche großen Hersteller von Kraftwerken und von Anlagen zur Stromübertragung vom weltweiten Stromhunger profitieren werden. Die Experten haben deshalb jüngst die Kursziele für die Aktien einiger Wettbewerber, darunter Siemens, angehoben. Das ist bemerkenswert, denn die Stromversorgung ist nur ein kleiner Teil des gesamten Siemens-Konzerns. Zum Vergleich: Kraftwerksparte und PTD stehen insgesamt lediglich für rund ein Viertel vom Umsatz. Allerdings gehören sie zu den Wachstumstreibern und sind hoch profitabel.

Eine ganze Reihe von großen Aufträgen für PTD zeigt: Der Skandal um schwarze Kassen, der das Unternehmen seit Monaten erschüttert, hält die Kunden nicht von Bestellungen ab. In den vergangenen Wochen kam der Konzen bei großen HGÜ-Projekten in China, Dänemark, in Indien sowie in England zum Zug. Ein Vertrag in Spanien steht vor dem Abschluss. Im Zuge der Korruptionsaffäre gibt Siemens-Chef Klaus Kleinfeld sein Amt Ende nächster Woche auf. Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer ist bereits zurück getreten.

Begehrte Technologie aus Deutschland

Die Treiber: Mit der so genannten Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ) hat Siemens eine begehrte Technologie im Angebot. Das Besondere: Die gesamte Entwicklung dafür findet in Deutschland statt. Das ist außergewöhnlich für einen international tätigen Konzern wie Siemens. Mit HGÜ lassen sich weite Strecken mit wenig Stromverlust überwinden.

Die Bremser: Siemens würde seine HGÜ-Entwicklung wegen der großen Nachfrage gerne forcieren. Doch es fehlen die Ingenieure. „Es kommt zu wenig Nachwuchs aus den deutschen Universitäten“, klagt Bereichsvorstand Pamela Knapp. Deshalb müsse der Konzern fast zwangsläufig auf ausländische Fachkräfte setzen, um das Geschäft voranzutreiben.

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