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Aufwand für Schadensersatz übersteigt Versicherungsschutz - Rückstellungen über 300 Mill. Euro Lipobay-Skandal belastet Bilanz von Bayer

Der Skandal um das Cholesterinmedikament Lipobay sorgt nun doch noch für Belastungen in der Bilanz von Bayer. Am Dienstagabend gab der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern überraschend bekannt, dass er im Abschluss 2003 eine Rückstellung von 300 Mill. Euro für Vergleichszahlungen und Verteidigungskosten bilden wird.

shf FRANKFURT/M. Mit den beteiligten Versicherungen einigte man sich auf einen Versicherungsschutz von 1,2 Mrd. $ (rund 975 Mill. Euro). Bislang seien die Schadensersatzfälle wie in solchen Fällen üblich nur unter Vorbehalt reguliert worden, teilte Bayer mit. Der erwartete Gesamtaufwand für Lipobay-Vergleiche bewegt sich damit bei rund 1,3 Mrd. Euro.

Wegen der zusätzlichen Rückstellungen wird der Fehlbetrag bei dem Konzern 2003 noch höher ausfallen als bislang erwartet. Bereits im Dezember hatte Bayer Belastungen von rund 2,2 Mrd. Euro für die geplante Ausgliederung des Chemiegeschäfts angekündigt. Analysten hatten vor diesem Hintergrund bisher mit einem Jahresverlust von etwa 1 Mrd. Euro gerechnet.

Die nun angekündigten zusätzlichen Belastungen resultieren aus zahlreichen Schadensersatzklagen in den USA. Bayer musste den Cholesterinsenker Lipobay 2001 vom Markt nehmen, nachdem das Medikament bei zahlreichen Patienten schwere Nebenwirkungen verursachte. Die nachfolgende Klagewelle in den USA hatte zwischenzeitlich Befürchtungen geweckt, Bayer werde von existenzgefährdenden Schadensersatzforderungen bedroht.

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