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VW plant neue E-Modelle

Das erste Elektroauto ID der Marke Volkswagen wurde schon in diesem Jahr präsentiert.

(Foto: dpa)

Ausblick für 2020 VW will mit 34 neuen Modellen der Konjunkturflaute trotzen

Die VW-Marke weitet ihre Elektrooffensive 2020 deutlich aus – acht neue Hybrid- oder E-Modelle gehen an den Start. Trotz der schwachen Automärkte gibt es für 2019 ein positives Fazit.
19.12.2019 - 12:00 Uhr Kommentieren

Wolfsburg Für die Marke Volkswagen wird es im nächsten Jahr ernst mit der Elektromobilität. Insgesamt plant der Wolfsburger Autohersteller 2020 weltweit 34 neue Modelle. Acht davon sind rein batteriegetriebene Elektrofahrzeuge oder neue Hybridautos.

„Wir stehen am Anfang einer neuen Ära“, sagte Ralf Brandstätter, Chief Operating Officer (COO) der Marke, am Mittwochabend in Wolfsburg. Bis 2024 werde die Marke VW 19 Milliarden Euro für Zukunftstechnologien ausgeben, davon elf Milliarden allein für die Weiterentwicklung der Elektromobilität.

Brandstätter benutzte große Worte für das Modellpaket, das die Kernmarke VW für das kommenden Jahr geplant hat. „Volkswagen beginnt die größte Elektrooffensive der Automobilindustrie“, sagte er. Mit dem Einstieg in die Elektromobilität beginnt VW vor allem erst einmal in Europa. Im nächsten Sommer werden die ersten ID.3 zu den Händlern rollen. Damit präsentiert die Marke ihr neues komplett batteriegetriebenes E-Auto im Golf-Format.

Zum Jahresende soll es auch das erste Elektro-SUV aus Wolfsburg geben. Das neue Auto, das voraussichtlich den Namen ID.4 bekommt und ungefähr so groß sein wird wie ein VW Tiguan, könnte aus Sicht des Wolfsburger Autoherstellers wegen der wachsenden Bedeutung des SUV-Segments zu einem weltweiten Verkaufsrenner werden. Über den gesamten Produktlebenszyklus der bislang üblichen rund sieben Jahre hinweg will VW davon rund zwei Millionen Exemplare verkaufen.

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    „Wirtschaftlich ist das ein besonders wichtiges Auto für uns“, betonte Brandstätter. Der Elektro-SUV dürfte Volkswagen auch dabei helfen, dieses Modellsegment aus der umweltpolitischen Schusslinie zu nehmen. VW will mit dem ID.4 zeigen, dass der weniger klimabelastende Elektroantrieb auch bei sportlichen Geländewagen einsetzbar ist.

    In China und in Nordamerika wird Volkswagen mit der Elektrooffensive später beginnen. Zwei Werke für die neue elektrische ID-Familie sind in der Volksrepublik gerade im Bau. In den USA wird eine bereits bestehende Volkswagen-Fabrik für konventionelle Fahrzeuge um eine weitere Fertigungslinie für E-Modelle ergänzt.

    In Nordamerika und in China beginnt Volkswagen mit dem Verkauf der neuen Elektro-SUV, weil dieses Fahrzeugsegment dort bedeutender als in Europa ist. Der ID.4 dürfte in den USA etwa Ende 2022 bei den Händlern stehen.

    Volkswagen sieht im Übrigen keine Abkehr vom Kurs der chinesischen Regierung, die Elektromobilität in den kommenden Jahren auszubauen. Dass die Verkaufszahlen für E-Modelle in diesem Jahr in der Volksrepublik zurückgegangen seien, hänge auch mit dem insgesamt schwächeren Automarkt in China zusammen. Elektro-Fahrzeuge würden dann eben auch etwas seltener verkauft, heißt es bei VW.

    Außerdem habe die Regierung die staatliche Förderung für den wachsenden Elektromarkt eingrenzen müssen. Angesichts steigender Zulassungszahlen bleibe dann im Durchschnitt für jeden einzelnen Autokäufer weniger staatliche Förderung übrig.

    Die chinesische Führung müsse ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten überdenken, auch in der Volksrepublik stünden öffentliche Haushaltsmittel nicht unbegrenzt zur Verfügung. Volkswagen sei es trotzdem gelungen, Marktanteile und Verkaufszahlen in China zu steigern.

    Besseres operatives Ergebnis

    Weltweit dürfte die Marke VW ihre Auslieferungszahlen im jetzt zu Ende gehenden Jahr 2019 trotz einer überwiegend schwächeren globalen Konjunktur weiter gesteigert haben. 2018 war Volkswagen rund um den Globus auf gut 6,2 Millionen Verkäufe gekommen. „Während in der gesamten Branche ein rauer Wind weht, sind wir heute zuversichtlich, die Auslieferungen des Vorjahres toppen zu können“, sagte Marken-COO Brandstätter.

    Bei einem Weltmarkt, der um etwa fünf Prozent schrumpfe, setze Volkswagen damit „ein Ausrufezeichen“. Die Kernmarke VW steht für knapp 60 Prozent des gesamten Fahrzeugabsatzes im Volkswagen-Konzern.

    In diesem Jahr ist es Volkswagen nach den Worten Brandstätters auch gelungen, das operative Ergebnis wieder zu verbessern. Aktuelle Zahlen nannte er nicht. Volkswagen verwies stattdessen auf die zuletzt veröffentlichten Zahlen für das dritte Quartal.

    Danach sei die operative Rendite in diesem Abschnitt deutlich auf 4,1 Prozent gestiegen. Im Jahr davor war sie noch wegen der massiven Probleme mit der damals neuen Abgas- und Zulassungsnorm WLTP auf 1,0 Prozent abgesackt.

    Als Grund für die Ertragsverbesserung nannte Brandstätter an erster Stelle die „voranschreitende Restrukturierung des Kerngeschäfts“. Dazu trage wesentlich der vor drei Jahren zusammen mit dem Betriebsrat beschlossene „Zukunftspakt“ bei, mit dem die Produktivität in den deutschen VW-Werken gesteigert werden soll.

    Von den geplanten Kostensenkungen in Höhe von drei Milliarden Euro seien bis Ende 2019 rund 2,6 Milliarden Euro erreicht worden. Damit ist allerdings auch ein Stellenabbau in den deutschen Fabriken verbunden. 23.000 Arbeitsplätze werden gestrichen. Dem steht ein Neuaufbau von etwa 9000 Stellen vor allem im zukunftsträchtigen IT-Bereich entgegen.

    Finanzvorstand Arno Antlitz sagte ergänzend dazu, dass die Strategie der Marke Volkswagen greife. Auch bei einem schwierigen globalen Automarkt halte der Hersteller an seiner Prognose fest, dass das Renditeziel von vier bis fünf Prozent in diesem Jahr eingehalten werden könne.

    Einen ähnlichen Wert will VW auch im kommenden Jahr erreichen, 2022 soll die operative Rendite mindestens bei sechs Prozent liegen. „Unsere Fahrzeuge überzeugen und unsere konsequente Kosten- und Investitionsdisziplin macht sich positiv bemerkbar“, betonte Antlitz.

    Nicht zufrieden gab sich der VW-Finanzvorstand allerdings mit der Situation in den Fabriken in Deutschland. „Es verbleibt das Handlungsfeld der Produktivität in den deutschen Werken“, sagte er. Die „hohen Produktionskosten“ müssten in Zukunft noch viel stärker durch Fortschritte bei der Produktivität ausgeglichen werden.

    Dass sich Volkswagen im zurückliegenden Jahr wirtschaftlich positiv entwickelt habe, sei auch auf die guten Ergebnisse in den Produktionsstätten außerhalb Deutschlands zurückzuführen. In Nord- und Südamerika, zwei Märkte, auf denen Volkswagen über viele Jahre Verluste geschrieben hat, will der Wolfsburger Autohersteller im neuen Jahr die Gewinnzone erreichen.

    Mehr: Finanzinvestoren, Konzerne und Autohersteller buhlen um das Vermitteln von Fahrzeugen. Die Kontrolle von Kundendaten und Warenströmen verspricht Milliardengewinne.

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