Ausstieg bei Arlanxeo Mit dem Abschied vom Kautschuk gewinnt Lanxess neuen Spielraum

Der Chemiekonzern verkauft seine Anteile an dem Joint Venture an Saudi Aramco. Konzernchef Zachert nimmt damit viel Geld für die Expansion ein.
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Die am Mittwoch bekannt gegebene Transaktion kam am Kapitalmarkt hervorragend an und bescherte der Lanxess-Aktie ein Plus von zeitweise mehr als sechs Prozent. Quelle: dpa
Lanxess

Die am Mittwoch bekannt gegebene Transaktion kam am Kapitalmarkt hervorragend an und bescherte der Lanxess-Aktie ein Plus von zeitweise mehr als sechs Prozent.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Kölner Chemiekonzern Lanxess beschleunigt seinen Wandel zum Spezialchemieanbieter: Seinen 50-Prozent-Anteil am Kautschukhersteller Arlanxeo will er bis zum Jahresende an den Joint-Venture-Partner Saudi Aramco verkaufen.

Lanxess und Aramco haben sich für den Deal auf eine Bewertung von drei Milliarden Euro für Arlanxeo geeinigt. Nach Abzug von Schulden werde Lanxess 1,4 Milliarden Euro in bar erhalten. Der Mittelzufluss soll zunächst zum Abbau der Nettofinanzschulden dienen, die zuletzt bei 2,6 Milliarden Euro lagen.

Lanxess-Chef Matthias Zachert machte im Gespräch mit dem Handelsblatt indes deutlich, dass der Konzern in seinem gut sechs Milliarden Euro großen Kerngeschäft mit Hochleistungskunststoffen und Spezialchemikalien weiter fest auf Expansionskurs bleiben will.

„Wir werden jetzt eine sehr solide Bilanz haben und können auf dieser Basis unseren Transformationskurs zügig fortsetzen. Dazu gehört das organische investieren in unsere Technologie und Standorte. Aber wir wollen ganz klar auch an der Konsolidierung der Industrie als aktiver Spieler teilnehmen“, sagte Zachert.

Im vergangenen Jahr verstärkte sich Lanxess bereits mit der Übernahme des US-Chemieherstellers Chemtura für 1,8 Milliarden Euro. Im Duo mit dem Finanzinvestor Apollo hatte sich der Kölner Konzern zudem für die Chemiesparte des niederländischen Farbenherstellers Akzo interessiert, kam bei deren Verkauf aber nicht zum Zuge.

Arlanxeo erzielte 2017 rund 3,2 Milliarden Euro Umsatz und einen Betriebsgewinn vor Abschreibungen (Ebitda) von 385 Millionen Euro. Der Kaufpreis entspricht damit in etwa acht mal Ebitda.

Die am Mittwoch bekannt gegebene Transaktion kam am Kapitalmarkt hervorragend an und bescherte der Lanxess-Aktie ein Plus von zeitweise mehr als sechs Prozent, auch wenn manche Analysten sich vom Kaufpreis etwas enttäuscht zeigten. „Der Verkauf kommt früher als erwartet, aber zu einem niedrigeren Preis als erhofft“, kommentierte Markus Mayer von der Baaderbank.

Arlanxeo ist aus dem ausgegliederten Kautschukgeschäft von Lanxess entstanden, an dem sich der saudische Ölkonzern 2016 über eine Bareinlage von 1,2 Milliarden Euro beteiligte. Schon damals war vorgezeichnet, dass Lanxess ganz aus dem Geschäft aussteigen würde, allerdings hatten sich die beiden Partner zunächst auf eine Stillhaltefrist von fünf Jahren geeinigt.

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