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Auto China 2020 Große Show im Wachstumsmarkt – Peking startet erste internationale Automesse seit Corona

Die deutschen Autohersteller präsentieren bei der ersten Automesse in China in diesem Jahr begeistert ihre Modelle. Die strengen Corona-Maßnahmen scheinen fast vergessen.
26.09.2020 - 15:28 Uhr Kommentieren
Gäste loben die Vitalität des chinesischen Automarktes. Quelle: AP
DEr Porsche Panamera Turbo S bei der Auto China 2020 Messe in Peking.

Gäste loben die Vitalität des chinesischen Automarktes.

(Foto: AP)

Peking Die Vertreter der deutschen Autobauer kommen bei der Auto China in Peking am Samstag aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus: „Ich möchte nur sagen: ich bin beeindruckt von der Vitalität des chinesischen Automarktes“, lobt Jens Puttfarcken, China-Chef von Porsche. „Wir sehen sehr viel Potenzial“, sagt VW-China-Chef Stefan Wöllenstein. Man wolle weiterhin sehr „committed“ in dem chinesischen Markt sein, verspricht Mercedes-Spitzenmanager Zhang Yan.

China ist schon seit Jahren ein äußerst wichtiger Markt für die deutschen Autobauer, und die Coronakrise hat die Abhängigkeit noch verstärkt. Während die Wirtschaft in Europa und Amerika weiter schwächelt, ziehen die Autoabsatzzahlen in China seit Monaten wieder an. Im August waren sie im Vergleich zum Vorjahr um 11,6 Prozent gestiegen, der fünfte Anstieg in Folge nach dem Corona-bedingten Einbruch Anfang des Jahres.

Wie positiv die Stimmung in der Branche ist, zeigt sich am Samstag beim Start der „Auto China“ – der ersten großen internationalen Automesse seit einem halben Jahr. Die Messe sollte eigentlich schon im April stattfinden, wurde aber wegen der Coronakrise verschoben. Inzwischen hat China kaum noch Fälle, die wichtige Branchenveranstaltung konnte deshalb stattfinden.

Auf 200.000 Quadratmetern stellen rund 80 Hersteller noch bis zum 5. Oktober insgesamt fast 800 Modelle aus. Hunderte Influencer und Vertreter von Automedien schwirren um die Wagen herum, machen Selfies, lassen sich die neuesten Features der Autos erklären. Vor allem große, schwere SUVs werden präsentiert, auch viele Elektroautos. Chinesische Marken von BYD bis BAIC und Geely stellen neben Lamborghini und Ferrari aus.

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    Hersteller präsentieren vor allem große, schwere SUVs. Quelle: AP
    Der Ford Everest Titanium auf der Auto-Masse in Peking

    Hersteller präsentieren vor allem große, schwere SUVs.

    (Foto: AP)
    Neben SUVs sind Elektro-Fahrzeuge ein Schwerpunkt auf der Messe. Quelle: dpa
    Elektroauto Biu

    Neben SUVs sind Elektro-Fahrzeuge ein Schwerpunkt auf der Messe.

    (Foto: dpa)
    Auf den 200.000 Quadratmetern der Messe sind auch viele junge Leute unterwegs, darunter Hunderte Influencer. Quelle: Reuters
    Eine Frau sitzt im Modell eines selbstfahrenden Autos der chinesischen Marke Hongqi

    Auf den 200.000 Quadratmetern der Messe sind auch viele junge Leute unterwegs, darunter Hunderte Influencer.

    (Foto: Reuters)

    Und zwischendrin die deutschen Autohersteller, für die die große Show in China die einzige erfreuliche Veranstaltung in diesem Jahr sein dürfte. In den vergangenen Jahren war die Automesse das wichtigste Event des Jahres in China, die Vorstandsvorsitzenden kamen mit großem Tross eigens aus Deutschland angeflogen, überall hörte man Deutsch. In diesem Jahr sind VW-Chef Herbert Diess, BMW-Chef Oliver Zipse und Mercedes-Chef Ola Källenius nicht angereist.

    Nur Personen mit Arbeitserlaubnis und gültiger Aufenthaltsgenehmigung dürfen derzeit ins Land. Auch wenn es sicher Ausnahmen für die Vorstände gegeben hätte – zwei Wochen in einer zentralen Quarantäneeinrichtung wollte wohl keiner verbringen. Die Internationalität der Messe hat daher deutlich eingebüßt, nur vereinzelt hört man Englisch und noch seltener Deutsch von lokalen Mitarbeitern.

    Von kaum einem anderen Einzelmarkt sind die deutschen Autohersteller so abhängig wie von dem in der Volksrepublik. VW verkauft hier 40 Prozent seiner Fahrzeuge, erst im Mai hatte das Unternehmen eine Investition von rund zwei Milliarden Euro in Elektromobilität in der Volksrepublik angekündigt. Auch für Porsche ist das Land laut eigenen Angaben der „wichtigste Markt“. „Es ist keine Option, in China nicht zu wachsen“, sagt BMW-China-Chef Jochen Goller.

    „Es ist keine Option, in China nicht zu wachsen“, sagte BMW-China-Chef Jochen Goller bei der Messe. Quelle: AP
    BWM präsentiert seinen M4 Coupé (links) und M3 Sedan (rechts)

    „Es ist keine Option, in China nicht zu wachsen“, sagte BMW-China-Chef Jochen Goller bei der Messe.

    (Foto: AP)
    Von kaum einem anderen Einzelmarkt sind die deutschen Autohersteller so abhängig wie von dem in der Volksrepublik. Quelle: AP
    BMW-Präsentation in Peking

    Von kaum einem anderen Einzelmarkt sind die deutschen Autohersteller so abhängig wie von dem in der Volksrepublik.

    (Foto: AP)

    Entsprechend bemüht sind die Autobauer um die Kundschaft und das Wohlwollen der chinesischen Regierung. In manchen Fällen geht das sogar so weit, dass die deutsche Herkunft kaum noch erkennbar ist.

    So muss man schon wissen, dass es sich um ein deutsches Unternehmen handelt, wenn man sich die Präsentation des Stuttgarter Herstellers Mercedes bei der Auto China anschaut. Die ersten zwei Redner sind Chinesen, die ausschließlich auf Chinesisch sprechen. Auch die Präsentation und die Videos, die auf meterhohen hochauflösenden Displays hinter den Rednern auf der Bühne angespielt werden, sind größtenteils auf Chinesisch.

    Eine junge Frau verlässt den Stand enttäuscht. „Ich wollte einen Ausländer reden hören“, sagt sie. Sie bekommt nicht mehr mit, wie Jan Madeja, Leiter der chinesischen Vertriebsgesellschaft für Pkw bei Mercedes, auf Englisch das Wort ergreift. Am linken Revers hat er die chinesische Flagge geheftet.

    Er schwärmt davon, wie „zielstrebig und effektiv“ China mit der Krise umgegangen sei. China sei der wichtigste Markt für Mercedes, sagt er. „Letztes Jahr wurden zwei von fünf S-Klassen nach China ausgeliefert“, erklärt er und preist die neuesten Features des Autos an.

    Es ist eine frontale Selbstbeweihräucherung und eine ungebremste Huldigung Chinas, wie sie nur in der Volksrepublik mit ihrer strengen Zensur möglich ist. Die Berichte der meisten lokalen Medienvertreter, die anwesend sind, werden nicht kritisch sein, sondern nur von den schicken Neuheiten schwärmen, die die Unternehmen präsentieren.

    Berichte über Zwangsarbeit in der chinesischen Provinz Xinjiang, wo Volkswagen ein Werk hat, die zunehmende Skepsis in Berlin gegenüber China und der großen Abhängigkeit der deutschen Autohersteller von dem Markt – über all das wollen die Unternehmensvertreter lieber nicht reden. Fragen sind nicht zugelassen, nach den Präsentationen verschwinden die Manager schnell.

    Um die Mittagszeit sitzen die lokalen Medienvertreter bei warmen Herbstwetter draußen und essen Nudeln aus gelben Plastikschalen. Auch als sie fertig sind, setzen die meisten ihre Maske nicht wieder auf. Auf den wenigen Plätzen im Schatten sitzen die Menschen dicht an dicht – Abstand halten gilt nicht mehr in China. Es ist fast so, als gäbe es keine Coronakrise.

    Abstand halten ist in China weniger wichtig geworden. Quelle: Reuters
    Messe-Mitarbeiterinnen sitzen in ihrer Pause dicht an dicht

    Abstand halten ist in China weniger wichtig geworden.

    (Foto: Reuters)
    Das Coronavirus hat in China seinen Schrecken teilweise verloren. Quelle: AFP
    Ein Besucher der Automesse benutzt seinen Mundschutz als Augenklappe

    Das Coronavirus hat in China seinen Schrecken teilweise verloren.

    (Foto: AFP)

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