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Die Autoindustrie von morgen
Wer sitzt künftig am Steuer?

BMW und Daimler wollen nicht nur bei Kartendiensten künftig enger kooperieren.

(Foto: AFP)

Allianz gegen Google BMW und Daimler basteln an gemeinsamer Plattform für Roboterautos

Die deutschen Premiumhersteller Daimler und BMW wollen bei Zukunftstechnologien enger zusammenarbeiten. Damit will man den US-Riesen die Stirn bieten.
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München Kurz vor Jahresende bahnt sich in der Autoindustrie eine spektakuläre Allianz an. Daimler und BMW, die ewigen Rivalen im Premiumgeschäft, prüfen eine enge Partnerschaft.

Neben der gemeinsamen Entwicklung von Elektroantrieben, Batterien und nicht „markenprägenden Teilen“ wollen Daimler-Boss Dieter Zetsche und BMW-Vorstandschef Harald Krüger ein Bündnis für die Entwicklung von autonom fahrenden Autos eingehen und einen Industriestandard für Roboterautos schaffen. Daimler und BMW wollen die Pläne nicht kommentieren.

Der Plan fußt auf der bereits vereinbarten Fusion der beiden Carsharing-Dienste „Car2go“ (Daimler) und „DriveNow“ (BMW), die mit der Freigabe der US-Kartellbehörden am Mittwoch besiegelt wurde. Laut Bloomberg soll die Fusion aber nur der Auftakt eines größeren Bündnisses sein.

Nach Handelsblatt-Informationen prüfen Krüger und Zetsche auch, die Patente für Assistenzsysteme und das autonome Fahren gegenseitig offenzulegen. Ziel sei es, möglichst schnell möglichst viele Fahrzeuge mit der gleichen Technik auszustatten und so in Europa und den USA einen Industriestandard für das so fahrerlose Fahren zu setzen.

Je mehr Autos mit der von Daimler und BMW definierten Zahl von Sensoren und Softwareroutinen fahren, desto eher seien Zulassungsbehörden bereit, die Roboterautos zu genehmigen, so Konzernkreise. Die Deutschen sehen sich dabei in Konkurrenz zu Uber und der Google-Tochter Waymo. Uber arbeitet eng mit Volvo zusammen, Google hat unter anderem Jaguar und Fiat-Chrysler als Partner.

Anders als im bisherigen Autogeschäft greift beim Roboterauto die Plattformlogik: Nur eine hohe Verbreitung der eigenen Technik sichert das Überleben. Schon ab 2021 will BMW ein Auto in Serie bringen, das zumindest auf der Autobahn allein steuert.

Gelenkt wird der „iNext“ von einer Flut von Daten. Die kommen Teils von den eigenen Kameras und Sensoren, teils von einer interaktiven Karte, die von anderen Autos gefüttert wird.

Deshalb haben BMW und Daimler gemeinsam mit Volkswagen 2015 den digitalen Kartenanbieter Here für rund drei Milliarden Euro übernommen und auch die Zulieferer Bosch, Continental und Intel beteiligt. Doch die computergelenkten BMW- und Mercedes-Modelle werden aufgrund ihrer hohen Preise vorerst Exoten bleiben.

Uber, Waymo und möglicherweise chinesische Konzerne wollen Massenhersteller mit ihrer Technik ausstatten und könnten sehr schnell auf hohe Stückzahlen kommen. Die Deutschen könnten zwar die überlegenen Systeme anbieten, am Ende aber mangels Masse vom Weltmarkt verschwinden, so die Befürchtung in München und Stuttgart. Auch deshalb hofft man auf eine Beteiligung des VW-Konzerns, der doppelt so viele Autos baut wie BMW und Daimler zusammen.

Gemeinsamer Einkauf

Noch sind die Gespräche zwischen Daimler und BMW in einer frühen Phase, heißt es in der Branche. Konkreter ist die Zusammenarbeit beim gemeinsamen Einkauf, den die beiden Partner bereits heute schon bei Gurtstraffern und Fensterhebern unterhalten.

Diese Einkaufsgemeinschaft soll nun auch auf Batteriezellen für Elektroautos ausgeweitet werden. So könnte Mercedes auch Batteriezellen vom chinesischen Hersteller CATL beziehen, der derzeit bei Erfurt eine Fabrik für die Lieferung an BMW baut.

Denkbar sei auch eine Zusammenarbeit bei der Fertigung von Komponenten in den USA, hieß es in Konzernkreisen. Dort stehen beide Unternehmen unter dem Druck der US-Regierung, die mehr Wertschöpfung im eigenen Land fordert.

Erschwert werden die Gespräche von den Kartellvorwürfen gegen die deutschen Autobauer. Seit Sommer 2017 ermittelt die EU-Kommission gegen Volkswagen, Daimler und BMW wegen des Verdachts illegaler Absprachen insbesondere bei der Abgasreinigung. Während Daimler und VW mit den Ermittlern früh kooperierten und auf einen Kronzeugenrabatt hoffen, dürfte BMW die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen

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