Die Autoindustrie von morgen

Autoindustrie Konzerne fordern Wechsel des Systems

Die Autoindustrie hat schon viele Herausforderungen gemeistert. Doch die digitale Zukunft der E-Mobilität bedeutet eine ganz neue Dimension. Ohne Mithilfe der Politik lassen sich die Probleme kaum bewältigen.
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Die Autoindustrie hofft bei der E-Mobilität auf die Mithilfe der Politik. Quelle: Euroforum / Marc-Steffen Unger
Mercedes-Benz-Museum in Sindelfingen

Die Autoindustrie hofft bei der E-Mobilität auf die Mithilfe der Politik.

(Foto: Euroforum / Marc-Steffen Unger)

Stuttgart, BerlinDieter Zetsche ist ein erfahrener Unternehmensführer. Der Daimler-Chef hat auf drei Kontinenten gearbeitet, in mehr als 40 Jahren Ölkrisen und Finanzcrashs überstanden. Aber wie undurchsichtig sich Dinge derzeit in der Welt entwickeln, das hat selbst Zetsche noch nicht erlebt.

Erst jüngst ließ ihn der Vortrag seines Chefökonomen ein wenig ratlos zurück. „In der Weltkonjunktur sieht er wirtschaftlich fast keine Wolken. Aber politisch können wir fast nicht mehr durch die Wolken blicken“, sagte der 64-Jährige auf dem Handelsblatt-Auto-Gipfel in Sindelfingen. 

Einmal mehr zeigt sich auf dem großen Branchentreffen: Wirtschaft und Politik scheinen sich auf verschiedenen Bahnen zu bewegen. Doch diese Parallelwelten werden auf Dauer keinen Bestand haben: „Es ist ganz klar, dass die Politik am Ende massiven Einfluss auf die Wirtschaft haben könnte“, warnt der Daimler-Chef.

Interview mit Volkswagen-Chef Matthias Müller zum Nachschauen

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Tatsächlich hat sich das Risikoprofil der Welt in den vergangenen beiden Jahren verschoben. Anders als früher sind die USA nicht mehr der Garant für Stabilität. Der Hegemon des Westens schafft vielmehr selbst Unsicherheiten und Irritationen.

Vor einem Jahr wurde Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt. Um die heimische Wirtschaft zu schützen, droht die US-Regierung immer wieder mit Einfuhrzöllen, die die deutsche Industrie treffen würden.

Zwar sind den markigen Ankündigungen noch keine Taten gefolgt, doch allein die Drohung reicht, um die deutsche Autoindustrie zu beunruhigen. „Nach einem Jahr wissen wir immer noch nicht, wie sich die amerikanische Außen- und Wirtschaftspolitik entwickeln wird“, sagte VW-Chef Matthias Müller: „Von daher bleibt uns nichts anderes übrig, als auf Sicht zu fahren.“

Wie schon die Drohung das Gefüge verändert, zeigt das Beispiel Mexiko: VW produziert seit mehr als 50 Jahren in Mittelamerika, Daimler, BMW und Audi bauen in Mexiko gerade große Standorte auf. Mit dem aktuellen Schwebezustand – der Ankündigung hoher Zölle für Waren, die in Mexiko gefertigt und dann in die USA geliefert werden – kann die Industrie auf Dauer nicht leben.

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