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Die Autoindustrie von morgen

Autozulieferer Bosch hat bereits Milliardenaufträge für E-Mobilität erhalten

Die Krise in der Dieseltechnologie kann Bosch abfedern – zumindest teilweise. Allerdings werden Rendite und Umsatz das Niveau des Vorjahres nicht erreichen.
Update: 10.09.2019 - 13:01 Uhr Kommentieren
IAA: Bosch hat Milliardenaufträge für Elektromobilität erhalten Quelle: dpa
Volkmar Denner

Der Bosch-Chef will die Chancen nutzen, die die Transformation von Mobilität bringt.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der von der Dieselkrise stark betroffene Autozulieferer Bosch macht erste große Schritte in Richtung Elektromobilität. Seit Anfang 2018 hat Bosch in diesem Bereich Aufträge im Wert von etwa 13 Milliarden Euro erhalten. Diese jährlichen Investitionen scheinen sich jetzt auszuzahlen.

Darunter sind Serienprojekte für den elektrischen Antrieb von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen. Das hat der Konzern an diesem Dienstag im Vorfeld der Automesse IAA in Frankfurt erklärt.

Damit konnte Bosch die allgemeine Marktschwäche zumindest teilweise kompensieren. Der Unternehmensbereich Mobility Solutions, der neben Autoteilen auch Hausgeräte, Elektrowerkzeuge sowie Industrie- und Haustechnik herstellt, hat sich 2019 erneut besser entwickelt als die weltweite Autoproduktion.

Allerdings werden auch die Schwaben den operativen Umsatz des Vorjahres nicht ganz erreichen, als knapp 48 Milliarden Euro umgesetzt wurden. Bosch hatte vor der IAA schon angekündigt, dass der Konzern seine Renditeziele in diesem Jahr nicht erreichen würde.

In den Werken des weltgrößten Herstellers von Dieseltechnologie soll es zu Personalanpassungen kommen, ohne dass Bosch bisher eine Zahl nennt. Elektroantriebe benötigen deutlich weniger Teile und vor allem keinerlei Einspritztechnik.

„Der elektrische Antrieb wird die nächste Erfolgsgeschichte von Bosch“, sagt Bosch-Chef Volkmar Denner am Dienstag auf der IAA.

Bosch setzt bei der Elektrifizierung und der Automatisierung der Mobilität voll auf Software. Aktuell beschäftigt die Mobilitätssparte gut 14.000 Software-Entwickler und investiert jährlich drei Milliarden Euro in Software-Kompetenz. „Bosch macht Mobilität klimafreundlich und bezahlbar“, versprach Denner. Das Unternehmen investiert jährlich 400 Millionen Euro in emissionsfreie Mobilität.

Die Palette des weltgrößten Autozulieferers reicht vom Fahrrad bis zum Truck, von der leichten 48-Volt-Hybridisierung bis zum vollelektrischen Antrieb. Mit seiner 48-Volt-Batterie strebt Bosch auch in der Elektromobilität eine führende Stellung im Markt an und hat für die entsprechenden Batteriezellen kürzlich eine langfristige Kooperation mit der chinesischen CATL geschlossen.

Fortschritte beim autonomen Fahren

Den noch zu Jahresbeginn prognostizierten Umsatz von fünf Milliarden Euro im Jahr 2025 mit Komponenten und Systemen aus dem Bereich Elektromobilität für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge wird Bosch nach eigenen Angaben voraussichtlich übertreffen.

Neben 48-Volt-Systemen zeigt Bosch auf der IAA verbrauchsarme Benzintechnik, die den Partikelgrenzwert der neuen Abgasnorm „Euro 6d temp“ auch im Realbetrieb um bis zu 70 Prozent unterschreiten soll. Eine neuartige Bremsscheibe soll bis zu 90 Prozent weniger Bremsstaub erzeugen.

Gut laufen auch die Fahrerassistenzsystem als Vorstufe für das autonome Fahren. In diesem Bereich berichtet Bosch im laufenden Jahr von einer Steigerung um zwölf Prozent zu, bei einem Umsatz von zwei Milliarden Euro.

Für die weitere Entwicklung hin zum automatisierten Fahren investiert das Unternehmen bis 2022 vier Milliarden Euro. Für den US- und den asiatischen Markt entwickelt Bosch derzeit Level-2-Systeme – Autobahnassistenten, die es ermöglichen, die Hände vom Lenkrad zu nehmen.

Die weltweit erste Genehmigung für ein weitreichenderes Level-4-System haben Bosch und Daimler unlängst in Deutschland erhalten für das automatische Parken im Parkhaus des Stuttgarter Mercedes-Benz-Museums. Bis Ende 2021 soll ein Dutzend weiterer Parkhäuser mit dem Automated Valet Parking ausgestattet sein. Darunter versteht man die weltweit erste vollautomatisierte und fahrerlose Parkfunktion.

Bei Mobilitätsdiensten arbeitet Bosch inzwischen mit den größten Anbietern Didi, Lyft und Uber zusammen, die weltweit in Summe bereits mehr als 50 Millionen Fahrten pro Tag vermitteln. Der führende chinesische Mobilitätsanbieter Didi zum Beispiel nutzt die cloudbasierten Batterie-Services von Bosch, mit denen sich die Lebensdauer der Fahrzeugbatterien verlängern lässt.

Bosch rechnet insgesamt damit, dass bis 2025 weltweit mehr als 2,5 Millionen Online-Shuttlefahrzeuge unterwegs sein werden.

Anfang des Jahres hat der Konzern eine Kooperation mit dem Chassis- und Automobilexperten Benteler gestartet. Als erster Kunde wird Automobili Pininfarina das Fahrgestell nutzen.

Eine Verkehrswende mit einem sofortigen Aus für Verbrennungsmotoren lehnte der Bosch-Chef am Dienstag ab. „Was ökologisch richtig ist, darf wirtschaftlich und sozial nicht falsch sein“, sagte Denner. „Wir werden eine neue Balance finden müssen im Dreieck zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Interessen“, ergänzte er.

Mit Agenturmaterial

Mehr: Bosch ist der letzte große Autozulieferer, der Sparmaßnahmen beim Personal ergreift. Am Beispiel eines Standorts in Bayern wird die Brisanz der Situation deutlich.

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