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Die Autoindustrie von morgen

Chef der Deutschen Umwelthilfe Was Jürgen Resch im Kampf gegen die Autoindustrie antreibt

Als Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe kämpft Jürgen Resch gegen schmutzige Diesel-Autos. Das macht ihn für viele zur Reizfigur.
4 Kommentare
Der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe steht derzeit stark in der Kritik. Quelle: dpa
Jürgen Resch

Der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe steht derzeit stark in der Kritik.

(Foto: dpa)

Berlin Fast könnte man meinen, Jürgen Resch wolle es ganz allein mit der deutschen Autobranche aufnehmen. Ob drohende Fahrverbote in Städten oder die Messung zu hoher Stickoxidwerte von Dieselfahrzeugen: Wohl kaum ein anderer sorgt mit Klagen und Pressemitteilungen für so viel Wirbel wie der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH). In diesen Tagen steht der 58-Jährige aus dem schwäbischen Plochingen besonders im Fokus.

Die CDU will seinem Verein staatliche Fördermittel streichen, weil sie überzeugt ist: Resch verfolgt nicht nur das Ziel, die Umwelt zu schützen, seine Umwelthilfe sei ebenso ein Abmahnverein mit wirtschaftlichen Interessen. Einen entsprechenden Parteitagsbeschluss hat der mächtige Wirtschaftsflügel der Christdemokraten am Wochenende durchgesetzt. „Das ist ein untauglicher Versuch, uns zu diskreditieren“, empört sich Resch. Die CDU wolle Sponsoren aus der Autoindustrie gefällig sein.

Solchen Ärger ist der Anzugträger mit den weißen Haaren und der markanten Brille gewohnt. Wegen ihrer Abmahngebühren steht die 1975 gegründete Umwelthilfe mit ihren rund 100 Mitarbeitern schon länger in der Kritik.

Anerkannte Verbraucherschutzverbände erhalten solche Gebühren von Unternehmen, wenn sie ihnen einen Verstoß gegen Umweltvorschriften nachweisen. „Es ist wie ein Kreuzzug, den die DUH führt“, sagte einmal ein ranghoher Manager eines Autobauers.

Resch, der die Umwelthilfe seit 30 Jahren anführt, hält solche Vorwürfe freilich für unberechtigt. Die DUH sei parteipolitisch unabhängig, als gemeinnützig anerkannt und ein zur Durchsetzung von Verbraucher- und Umweltinteressen klageberechtigter Verein. Dass Resch das so betont, kommt nicht von ungefähr. Seit seiner Jugend ist er in der Umweltpolitik schon aktiv.

Seine Karriere begann er 1975 als Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Bodensee und Anfang der 80er-Jahre als Vorsitzender eines Regionalverbands des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND). Seitdem hat er es sich zur Aufgabe gemacht, sich Vollzeit um Umweltfragen zu kümmern.

Wohl auch deshalb brach er 1986 ein Studium der Verwaltungswissenschaften ab und ging zur Umwelthilfe, zwei Jahre später übernahm er die Geschäftsführung.

(Anmerkung der Redaktion: In einer vorherigen Artikelversion war vom „studierten Verwaltungswissenschaftler“ Resch die Rede. Da er das Studium nicht abgeschlossen hat, haben wir den Artikel entsprechend präzisiert.)

Unter Resch wurde die DUH zu einem der einflussreichsten, aber auch umstrittensten Umweltverbände. Derzeit vor allem wegen der mehrfachen Fahrverbote, die die DUH in deutschen Städten gerichtlich erzwungen hat.

„Ich habe auch schon Hassmails erhalten“, erzählt Resch. „Die Absender gehören ganz offensichtlich zum Umfeld der AfD, die Nachrichten sind voller inhaltlicher und grammatikalischer Fehler.“

Dass Resch auch in der Politik für manchen zur Reizfigur geworden ist, dürfte auch an seiner scharfen Rhetorik liegen. „Herr Laschet opfert die Lungen der Bürger den Profitinteressen der Autoindustrie“, ätzte Resch kürzlich bei einer Gerichtsverhandlung in Köln gegen den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU). Der wiederum nannte die DUH einen klassischen Abmahnverein, der die deutsche Autoindustrie schwächen wolle.

Das ist ein untauglicher Versuch, uns zu diskreditieren. Jürgen Resch, Chef der Deutschen Umwelthilfe (DUH), über den CDU- Beschluss, die Gemeinnützigkeit der DUH zu prüfen

Zuletzt entfielen rund 25 Prozent der Einnahmen von gut acht Millionen Euro auf Abmahngebühren und Vertragsstrafen. Dabei beschränkt sich die Umwelthilfe nicht auf die Autobauer. Mit ihrer ökologischen Marktüberwachung hat die DUH durchgesetzt, dass Waschmaschinen, Fernsehgeräte, Trockner, Raumkühlgeräte oder Lampen bezüglich ihrer Energieeffizienz korrekt gekennzeichnet werden.

Den größten Anteil an den Einnahmen haben mit mehr als vier Millionen Euro Projektzuschüsse, Spenden und Sponsorings. Die Gelder für Projekte stammen etwa von der EU-Kommission, von Bundes- und Landesministerien sowie Stiftungen und Spendern. Einige davon kehrten der DUH den Rücken, darunter auch der japanische Autobauer Toyota. Reschs Vermutung: Der Druck aus der Industrie und zum Schluss der Politik sei offensichtlich für Toyota immer größer geworden. Dann muss der Umweltkämpfer eben neue Verbündete finden.

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4 Kommentare zu "Chef der Deutschen Umwelthilfe: Was Jürgen Resch im Kampf gegen die Autoindustrie antreibt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Laut Wikipedia hat er sein Studium abgebrochen.

  • Warum berichten Sie nicht einmal über die Verbindungen von Jürgen Resch zu den Kollegen aus dem UBA und BMU, zu Jürgen Trittin, Axel Friedricht, Michael Schroeren, Rainer Baake, Uwe Lahl, Jochen Flasbarth und Christoph Erdmenger und deren Vereine Agora, DUH, Mercator Stiftung, VCD, icct, Global Nature Fund, smart energy for europe platform, ClimateWorks Foundation und andere ? Wäre doch sicherlich aufschlussreich, welche personellen und finanziellen Verquickungen hier bestehen und mit welchen phantasievollen Projekten ("Die grüne Stadt ..." etc.) Fördergelder beantragt und von den politischen Kollegen in den Regierungen bewilligt werden. Da erfährt dann endlich einmal der Dieselfahrer, dass er den Kampf gegen den Diesel im besondern und das Auto im allgemeinen fleißig mitfinanziert. Gell?

  • @Herr Lothar Bitschnau - sehe ich auch so - und:

    Was Jürgen Resch im Kampf gegen die Autoindustrie antreibt ist
    Geld, irgenwie möchte er ja auch sehr, sehr "gut und gerne in Deutschland leben".
    Als Abmahnverein kämpft Resch auch gegen Verbraucher, einfache Menschen, die keine Ahnung von den ganzen Gesetzen im Internet haben und irgendwas falsch deklarierten.... und dann hohe Strafen zahlen müssen!

    Wie hoch sind die prozentualen Einnahmen der DUH aus öffentlichen Geldern wie der EU?
    Wie hoch sind die Gehälter der Führungspersonen der DUH in den letzten 5 Jahren?

    Liebe CDU - da wäre doch mal ein Untersuchungsausschuß sinnvoll!

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