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Die Autoindustrie von morgen
VW-Chef Diess in Washington

Positive Signale aus dem Weißen Haus.

(Foto: dpa)

Gipfeltreffen Autobosse optimistisch nach Gespräch mit Trump – VW will mehr in US-Markt investieren

Die deutschen Autobosse hoffen, dass die angedrohten Zölle abgewendet werden können. VW-Chef Diess zeigt sich zudem zu mehr Investitionen in den USA bereit.
Update: 05.12.2018 - 00:13 Uhr Kommentieren

WashingtonNach ihrem knapp dreistündigen Treffen mit der US-Regierung haben die deutschen Autobauer eine positive Bilanz gezogen. „Der US-Präsident hat uns nahegelegt, mehr in den US-Markt zu investieren. Wir sind bereit, genau das zu tun”, sagte Volkswagen-Chef Herbert Diess am Dienstag in Washington. Diess sprach von einer „guten Atmosphäre” im Gespräch mit Donald Trump.

Diess, Daimler-Chef Dieter Zetsche und BMW-Finanzvorstand Nicolas Peter hatten sich am späten Dienstagvormittag zunächst mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer, Wirtschaftsminister Wilbur Ross und Wirtschaftsberater Larry Kudlow zusammengesetzt.

Überraschend erreichte die Gäste aus Deutschland währenddessen die Einladung, den Präsidenten im Anschluss persönlich kennenzulernen. Das Treffen mit Trump im Westflügel des Weißen Hauses dauerte etwa 30 Minuten.

Der VW-Chef stellte konkret eine Partnerschaft mit dem US-Autobauer Ford in Aussicht. Möglicherweise werde der deutsche Konzern Ford-Produktionsstätten zur Fertigung von Autos nutzen, sagte er. Die Verhandlungen zum Aufbau einer „globalen Auto-Allianz” seien fortgeschritten, das Bündnis würde auch die US-Autoindustrie stärken, so Diess.

Der VW-Chef sprach von einem „großen Investmentprogramm” in den USA, Details darüber würden „im Januar oder Februar” bekannt gegeben. Unter anderem sei auch eine Kooperation mit dem Softwarekonzern Microsoft im Gespräch.

Seit Längerem ist zudem der Bau eines zweiten Werks in Planung, VW möchte ein neues Elektroauto in den USA produzieren. Der genaue Standort steht noch nicht fest, bisher produziert VW zwei Modelle in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee.

Dieter Zetsche: „Trump ist auf unsere Bedenken und Forderungen eingegangen“

Auch Daimler-Chef Zetsche sagte, Trump habe positiv auf die vorgelegten Konzepte seines Autokonzerns reagiert. BMW teilte indes mit, die Münchner hätten bereits 9,3 Milliarden US-Dollar (8,2 Milliarden Euro) in ihr Werk in Spartanburg in South Carolina investiert. Bis 2021 seien Investitionen in Höhe von weiteren 600 Millionen Dollar und die Schaffung von 1000 zusätzlichen Arbeitsplätzen vorgesehen. 70 Prozent der Produktion würden exportiert - ein großer Beitrag für die US-Handelsbilanz. BMW prüfte gerade den Standort für ein zusätzliches Motorenwerk in den USA.

Diess, Zetsche und Peter waren in die USA gereist, um in Gesprächen mit der US-Regierung die von Trump angedrohten Strafzölle auf Autoimporte aus der EU von bis zu 25 Prozent zu verhindern. Formal liegt die Verhandlungshoheit über das Thema Handel bei der EU-Kommission. Die Reise der Top-Manager nach Washington war deshalb umstritten.

Autobosse zeigen sich mit Blick auf Strafzölle optimistisch

Sowohl Diess als auch Zetsche waren zuversichtlich, dass Autozölle abgewendet werden können. Einen konkreten Anlass für diesen Optimismus nannten sie nicht.

Beim Treffen mit Trump habe man „einen Schritt nach vorne gemacht”, sagte Diess. Der VW-Chef betonte, dass für Deutschland viel auf dem Spiel stünde. „Es geht um Arbeitsplätze und um Wertschöpfung”, sagte er und warnte vor „spontanen Überreaktionen, die auch sehr schädlich wären für die Beziehungen zwischen den Ländern”.

Beim Treffen mit dem US-Präsidenten war nach Handelsblatt-Informationen auch die deutsche Botschafterin Emily Haber anwesend. Bei den Gesprächen mit Ross, Lighthizer und Kudlow war die deutsche Botschaft auf Wunsch der US-Regierung außen vor geblieben. Zum spontanen Termin mit Trump wurde Haber schließlich mit eingeladen.

Ob das Treffen Bewegung in den festgefahrenen Handelsstreit zwischen Washington und Brüssel bringen kann, ist unklar. Anfang 2019 sollen die Gespräche über einen neuen Handelspakt zwischen den USA und der EU starten.

Im Sommer hatten EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Trump im Rosengarten des Weißen Hauses die Grundlage für ein solches Abkommen verkündet. Doch Washington hält die Drohkulisse von Autozöllen permanent aufrecht.

Parallel hat die US-Regierung noch keine sogenannte Trade Promotion Authority (TPA) vom Kongress erteilt bekommen. Das ist eine Regelung, welche Handelsabkommen beschleunigt und in der Vergangenheit Vertragspartnern Sicherheit vermittelte.

Auch die EU muss Zwänge beachten, Brüssel braucht die Mandate aller Mitgliedstaaten, um in die offiziellen Verhandlungen einzusteigen. Das wiederum nutzt Washington aus, um Druck auszuüben. „Die Geduld des Präsidenten ist nicht unbegrenzt”, sagte Handelsminister Ross kürzlich.

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