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Die Autoindustrie von morgen

Handelsblatt Auto-Gipfel Porsches Transformation macht auch vor dem 911 nicht halt

Der Sportwagenbauer hat zuletzt seinen neuen 911er vorgestellt. Es könnte der letzte seiner Art sein – denn Porsche ist auf dem Sprung ins neue E-Zeitalter.
05.12.2018 - 15:46 Uhr Kommentieren
„Gehen Sie davon aus, dass es zum Facelift auch beim 911 eine Hybrid-Version geben wird.“ Quelle: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt
Lutz Meschke auf dem Handelsblatt Auto-Gipfel 2018 im Gespräch mit Redakteurin Andrea Rexer

„Gehen Sie davon aus, dass es zum Facelift auch beim 911 eine Hybrid-Version geben wird.“

(Foto: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt)

Wolfsburg Die Porsche-Führung muss sich derzeit vor allem in einem üben: Geschmeidigkeit. Vor wenigen Tagen stellte Vorstandschef Oliver Blume die 8. Generation der Unternehmensikone 911 vor. Es könnte die letzte Benziner-Version seiner Art sein.

„Ich hoffe sehr, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen noch erlauben, einen reinen Verbrenner anzubieten“, sagte Finanzchef Lutz Meschke auf dem Auto-Gipfel des Handelsblatts. Sicher kann er sich nicht sein. „Porsche steckt mitten in der Transformation zur Elektromobilität“, betont Meschke. Und die macht auch vor dem 911 nicht halt. „Gehen Sie davon aus, dass es zum Facelift auch beim 911 eine Hybrid-Version geben wird“, sagte Meschke. Das würde bedeuten in drei bis vier Jahren.

55 Jahre war der legendäre 6-Zylinder Boxermotor im Heck des 911 Garant des Unternehmenserfolgs. Mit Meschkes Aussage wird klar, Porsche wird auch seine Hardcore-Fans an das elektrische Fahren gewöhnen müssen.

Der Spagat zwischen Tradition und Zukunft könnte derzeit nicht größer sein. Denn viel lieber als über die Motorisierung des 911er redet der Porsche-Vorstand vom neuen elektrischen Zeitalter und der darauf zugeschnittenen Strategie 2025. Porsche ist in diesem 70 Jahre geworden. Das Durchschnittsalter der Kunden ist davon zwar noch etwas entfernt, aber jung klingt anders. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr legen die Porschianer mit aller Macht den Hebel um.

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    Der 911 ist ein Mythos, aber mit ihm kann man Tesla in der Zukunft nicht besiegen. Das heißeste Projekt im Haus ist deshalb der Taycan. Mit dem 600 PS starken Elektroflitzer wollen die Zuffenhausener nächstes Jahr nicht nur ihr Image aufpolieren und den Markt für elektrische Sportautos aufrollen, sondern auch das komplette Unternehmen strategisch auf die neue elektrische Zeit einrichten. Neben dem Taycan plant Porsche zudem eine größere Cross-Turismo-Version. Der Elektro-Panamera soll in Zuffenhausen gebaut werden.

    Der Aufsichtsrat hat kürzlich grünes Licht für den Edel-Sportkombi mit 600 PS und 500 Kilometer Reichweite gegeben. „Wir werden auch das zweite Elektro-Auto in Zuffenhausen bauen“, bestätigte Porsche-Finanzchef Lutz Meschke.

    So sieht der neue 911er von Porsche aus
    Porsche 911
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    Seit 55 Jahren auf dem Markt, über eine Million Mal verkauft: Porsche stellte auf der Autoshow in Los Angeles am Dienstagabend (Ortszeit) die achte Generation des einst von Ferdinand Alexander Porsche kreierten Models vor.

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    Drei Jahre lang haben Hunderte von Ingenieuren erst digitale Prototypen im Simulator getestet, später handgefertigte Einzelstücke auf Prüfständen und Teststrecken.

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    Der Auftritt ist deutlich muskulöser, verharrt aber in der klassischen Form. An ihr haben die Schwaben immer nur mit Fingerspitzengefühl Dinge verändert. Es gilt, die treuen Fans nicht zu verschrecken. Im Innern weist vor allem der neue 10,9 Zoll große Touchscreen-Monitor mit intelligenten Systemen für neue Bequemlichkeit auf die Moderne hin.

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    Chef-Designer Michael Maurer hat sich alle Mühe gegeben, den klassischen Heckmotor-Sportwagen mit den Ansprüchen der digitalen Welt in Einklang zu bringen. Wie bei jedem Modellwechsel darf es immer ein bisschen mehr sein. Diesmal sind es 30 PS.

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    Die Plattform des neuen 911ers ist für die Aufnahme eines Akkus vorbereitet. Doch solange die Batterien so schwer sind, werden sie in den Sportwagen nicht verbaut. Bis zum nächsten Facelift in drei, vier Jahren ist eine Elektrifizierung damit erst mal kein Thema.

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    Im Heck steckt der bekannte und bewährte Boxer mit 3,0 Litern Hubraum, der im Carrera S nun auf 450 PS und 530 Nm kommt. Neu ist die Doppelkupplung, die nun acht statt sieben Gänge hat und mit ihrem kürzeren Format für den Einbau eines E-Motors gerüstet ist. Damit beschleunigt der Carrera S in 3,7 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und schafft deutlich mehr als 300 Kilometer pro Stunde.

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    Als zweite Motorvariante kommt dann der Basis-Elfer, der künftig 385 PS leisten wird. Danach kommen wie üblich GTS, Turbo & Co und auch die anderen Karosserievarianten wie das Cabrio und der Targa. Die Motoren bekommen erstmals auch einen Partikelfilter.

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    Porsche will nach und nach fast alle Modelle mit Elektroantrieben ausstatten. „Das Elektrothema ist durchgeplant“, sagt der Finanzvorstand. Der Konzern investiert bis 2022 die gewaltige Summe von sechs Milliarden Euro für die Elektromobilität. Allein eine Milliarde fließt in die neue Fertigung des Taycan.

    Unweit des markanten Porsche-Museums im Stuttgarter Stadtteil Zuffenhausen hat die VW-Tochter in der Pilothalle mit der Vorserienfertigung des Taycan begonnen. Schon ein gutes Jahr vor dem offiziellen Verkaufsstart haben dort etwa 100 Mitarbeiter die Fertigung einer Kleinserie gestartet.

    Meschke ist den Taycan schon gefahren und seine Augen leuchten, wenn er von dem Elektroflitzer erzählt. Aber es ist auch höchste Zeit. 2015 hatte sich Porsche für den Bau des neuen E-Sportwagens entschieden. Immerhin dauert es mehr als vier Jahre bis zum Verkaufsstart. 20.000 Stück vom Taycan will Porsche im ersten vollen Jahr produzieren.

    Mit der Elektro-Offensive wächst auch die Bedeutung von Porsche im VW-Konzern. Bei manchen Porschianern sitzt der Stachel noch tief. Der stolze Sportwagenbauer wurde nach der gescheiterten Übernahme als Marke in den VW-Konzern eingegliedert. Die Familien Porsche und Piech bekamen im Gegenzug die Mehrheit am VW-Konzern. Die Marke Porsche ist immer noch der Augapfel der Familien. Entsprechend hoch waren die Investitionsbudgets in der Vergangenheit und auch für die elektrische Zukunft.

    Sportlich preschen die Sportwagenbauer im Konzern vor. Mit über 17 Prozent Rendite steuern sie einen riesigen Batzen zum VW-Konzerngewinn bei. Der konzerninterne Rivale Audi schwächelt im Zuge des Diesel-Skandals gewaltig.

    Porsche nutzt dieses Momentum. Die Konzernschwester hatte Porsche die toxischen Dieselmotoren geliefert. Mit einer guten Portion Genugtuung stieg Porsche im September aus dem ohnehin ungeliebten Diesel komplett aus. Erst im September, mögen Kritiker sagen.

    Aber der Vorstand wartete noch ab, bis die Verkaufszahlen der großen Geländewagen zeigten, dass die Hybrid-Motorisierung beim Kunden ankommt und den Diesel ersetzen können. „In Europa liegt die Hybrid-Quote bei der Luxuslimousine Panamera bei 60 Prozent. In manchen Ländern sogar über 90 Prozent“, sagte jetzt Meschke.

    Aber die Anforderungen an Porsche sind hoch und kompliziert. Nicht dass es schon genug wäre, endlich einen Tesla-Konkurrenten auf die Straße zu bringen. Eine weitere Herausforderung ist es, die Exklusivität der Marke auch bei den Diensten rund ums Auto und die Mobilität den Kunden zu bieten.

    Dabei scheut sich Porsche auch nicht, ungewohnte Wege zu gehen. „Porsche soll Lifestyle werden“, kündigt Meschke an. Allerlei Luxusdienste wie Restaurant- und Kulturführer sollen dem Porschefahrer das Leben leichter machen.

    In Houston bietet Porsche Kunden für eine monatliche Gebühr von 2000 bis 3000 Dollar eine Porsche-Abo an. Der Kunde kann sich dabei aus 22 Modellen den Porsche seiner Wahl mieten und wechseln: ins Büro mit dem 911er und ins Wochenende mit der Familie im Cayenne.

    „Wir werden das Modell jetzt ausrollen auf Städte in Europa und Asien“, kündigte Meschke an. Welche Städte das sein werden, verriet er noch nicht.

    Aber das Pilotprojekt ist noch aus einem anderen Grund für Porsche wichtig. „80 Prozent dieser Mietkunden hatte vorher keinen Porsche“, sagt Meschke. Das Durchschnittsalter sei mit Mitte 40 deutlich jünger als sonst beim Sportwagenbauer. Mit der digitalen Generation könnte auch die Marke Porsche eine Verjüngungskur erfahren.

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