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Die Autoindustrie von morgen

Handelsblatt Autogipfel Diese Israelin will Autos unhackbar machen

Orit Shifman hat OSR Enterprises gegründet, um Auto-Hackern das Leben schwer zu machen. Die Technologie des Unternehmens verspricht die Mobilität von morgen zu schützen.
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Orit Shifman Chairman, CEO & Founder OSR Enterprises, will das Auto der Zukunft sicherer machen. Quelle: Uta Wagner für Handelsblatt
Handelsblatt Autogipfel

Orit Shifman Chairman, CEO & Founder OSR Enterprises, will das Auto der Zukunft sicherer machen.

(Foto: Uta Wagner für Handelsblatt)

WolfsburgBenjamin Adolphi läuft mit seinem Notebook in der Hand durch die Straßen von Oslo. Der rothaarige Hacker ist auf der Suche nach einem Model S des kalifornischen Elektroautoherstellers Tesla. Es ist das Auto seines Kollegen Lars Lunde Birkeland. Und Adolphi will es stehlen – ganz ohne Schlüssel. Er arbeitet für die norwegische Sicherheitsfirma Promon, die mit dieser PR-Aktion beweisen will, wie einfach sich vernetzte Fahrzeuge stehlen lassen.

In der Nähe einer Ladestation richtet er ein kostenloses Wlan-Netzwerk ein, das Tesla-Fahrer mit einem Angebot eines benachbarten Restaurants locken soll. Was nicht sichtbar ist: Adolphi verschafft sich damit heimlich Zugriff auf das Betriebssystem des Teslas. Mit einem Notebook kann er das Model S suchen, öffnen und sogar starten.

Das norwegische Hackerexperiment offenbart damit nicht nur die Schwächen von Tesla, sondern vor allem die hohen Risiken aller vernetzten Fahrzeuge. Je mehr das Auto mit der Außenwelt kommuniziert, desto anfälliger wird es auch für Angriffe.

Orit Shifman hat dieses Problem bereits vor einigen Jahren erkannt und deshalb OSR Enterprises gegründet. „Beim Rennen um Innovationen waren immer mehr ECUs den Autos hinzugefügt worden“, sagte die Israelin beim Handelsblatt-Autogipfel in Wolfsburg.

Hinter der Abkürzung ECU verbergen sich die Steuergeräte eines Fahrzeugs. Bei manchen Autos können es mehr als hundert sein, auf die sich die Daten verteilen. Die Idee hinter dieser Technik stamme noch aus den Achtzigerjahren, so OSR-Chefin Shifman. Jedes Steuergerät kreiere eine potenzielle Stelle für den Angriff von Hackern.

Deshalb haben die Juristin und ihr Team den Evolver entwickelt. Dieser soll als Fahrzeughirn die vielen Steuergeräte zentral vereinen. Und er soll die Aufgabe des „Auto-Immunsystems“ übernehmen, indem er Angriffe detektiert und die Ursachen bekämpft.

OSR wurde 2011 mit Forschungs- und Entwicklungszentren in Israel und der Schweiz gegründet. Bis 2017 hatte das Unternehmen seine Entwicklungen geheim gehalten. Erst die dritte Generation des Evolver wurde öffentlich. Damit habe OSR mehrere Jahre Entwicklungsvorsprung, so Shifman.

Ohne Internet-Anbindung kommt heute kaum mehr ein neues Pkw-Modell auf den Markt. Viele Hersteller bieten nicht nur ein onlinefähiges Infotainment-System an, sondern auch diverse Apps, mit denen sich per Smartphone Daten abfragen und Funktionen steuern lassen.

Vom Check der Tankfüllung bis zum Öffnen und sogar Starten aus der Distanz ist dabei vieles möglich, für das man bislang im Wagen sitzen musste. Was für den Kunden nette eine Spielerei ist, ist für den Hersteller ein Probelauf für die Geschäftsmodelle der Zukunft. Denn bei der Vernetzung fallen Nutzerdaten an, und die werden in Zukunft immer wichtiger.

Insbesondere autonom fahrende Autos speichern viele Daten und werden so zu begehrten Objekten für kriminelle Hacker. „Wir können helfen, die Technologie für ultra-smarte, autonome und sicher vernetzte Fahrzeuge bereitzustellen“, erklärte Shifman beim Autogipfel.

Der Evolver schütze auch vor Cyber-Attacken, die man jetzt noch gar nicht kenne. OSR könnte so zum entscheidenden Verbündeten der etablierten Autohersteller im Kampf um die Mobilität von morgen werden.

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