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Die Autoindustrie von morgen

Handelsblatt Autogipfel Volkswagen kündigt das Ende des Verbrennungsmotors an

In weniger als zehn Jahren beginnen bei VW die Arbeiten an der letzten Verbrennergeneration. Nicht alle in der Branche gehen so radikal vor.
4 Kommentare

"Es ist der Beginn des Elektrozeitalters"

WolfsburgProduktstrategie ist nichts Neues für Michael Jost. Schon vor zehn Jahren hat sich der Automanager bei Skoda darum gekümmert. 2015 ist er nach Wolfsburg gewechselt, um dort dieselbe Aufgabe für die Marke Volkswagen zu übernehmen. Doch die Botschaft, die Jost am Dienstag auf dem Handelsblatt Auto-Gipfel verkündete, hat es in sich: Volkswagen bereitet den Ausstieg aus der Verbrennertechnologie vor.

Autos mit Benzin- oder Dieselmotor werden auf mittlere Sicht in Wolfsburg auf dem Abstellgleis landen. „Im Jahr 2026 beginnt der letzte Produktstart auf einer Verbrennerplattform“, verkündete Jost einem überraschten Publikum. Der Konzern sehe seine Zukunft im Elektroantrieb. Andere Hersteller wie etwa Volvo hatten sich bislang nur zum Ende des Dieselantriebs bekannt.

Ein Automobilhersteller wie Volkswagen denkt in langen Produktzyklen. Ein einzelnes Modell wird im Durchschnitt etwa sieben Jahre lang produziert, nicht viel kürzer ist die vorgeschobene Entwicklungsphase. Und in Wolfsburg wird jetzt ausgehend vom Jahr 2050 zurückgerechnet.

Denn für 2050 sieht das Pariser Klimaabkommen von 2015 eine „klimaneutrale Gesellschaft“ vor, in der die Kohlendioxid-Emissionen zurückgedrängt werden und die Erderwärmung bei zwei Grad stoppt. Paris wird so etwas wie das Grundgesetz für die Modell- und Antriebsentwicklung von Volkswagen. „Wir bekennen uns zum Abkommen von 2015“, betonte Chefstratege Jost.

Die Rechnung von Volkswagen sieht wie folgt aus: Die Klimaziele dürften nur dann erreicht werden, wenn im Jahr 2050 kein einziges Auto mehr mit Verbrennungsmotor auf den Straßen fährt. Das bedeutet, dass das letzte Fahrzeug mit Verbrenner um das Jahr 2040 verkauft wird. „Das erste Stoppschild wird dann gesetzt“, sagte Jost.

Die letzten neuen Modelle als Benziner oder Diesel dürften in den frühen 2030er-Jahren auf den Markt kommen, nach 2025 beginnen in Wolfsburg die Entwicklungsarbeiten an dieser letzten Modellgeneration mit einem Verbrennungsmotor.

Das Ende des Verbrennungsmotors soll auch das Innenleben des VW-Konzerns verändern. „Der grüne Ast wird zu unserem neuen Geschäftsmodell“, betonte Jost. Der Betrag der Kohlendioxid-Emissionen werde zum Führungsinstrument im Unternehmen, „die Klimabedingungen bilden den Konsolidierungskreis“. Eine solche Transformation beim „Supertanker VW“ einzuleiten sei nicht einfach, aber machbar. Der Konzern sei jetzt auf Kurs.

Jost führte die jüngsten Investitionsentscheidungen als Beispiele dafür an, dass das Elektrozeitalter jetzt tatsächlich bei VW begonnen habe. Mitte November hatte der Aufsichtsrat des Konzerns die Umrüstung von zwei weiteren VW-Werken beschlossen: In Emden und Hannover werden nach 2022 fast nur noch Elektrofahrzeuge produziert.

Neues Bewertungssystem für den Energieverbrauch

Volkswagen legt sich eindeutig auf rein batteriegetriebene Fahrzeuge fest. Sie bieten aus Sicht des Wolfsburger Herstellers die beste Energiebilanz und -ausbeute. Hybridmodelle spielen deshalb in den Produktplänen von Volkswagen eine untergeordnete Rolle. Nur in einer Übergangszeit besäßen sie eine gewisse Bedeutung, so Jost.

Mit seinen neuen Elektroautos will Volkswagen auch ein gänzlich anderes Bewertungssystem des Energieverbrauchs einführen. Bislang wird jedes Auto an seinem Kraftstoffverbrauch pro gefahrenen 100 Kilometern gemessen. VW wird nach den Worten seines Chefstrategen Jost jedoch künftig eine Energiebilanz für den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs aufstellen. So werde etwa bereits der Energieverbrauch während der Produktion eines Autos gemessen.

Auch für den gesamten Lebenszyklus des ersten Fahrzeugs der Marke Volkswagen auf Basis des Modularen Elektrifizierungsbaukasten, des ID Neo, verspricht Volkswagen künftig Klimaneutralität. Der Strom, der in der VW-Fabrik in Zwickau verbraucht wird, soll in Zukunft ausschließlich aus erneuerbaren Energieformen bestritten werden. Den Kunden soll ebenfalls ein klimaneutraler Betrieb der Autos möglich gemacht werden – etwa durch den Verkauf von Kohlendioxid-Zertifikaten.

Die anderen Automobilhersteller und -zulieferer bereiten sich auf die Elektromobilität vor, allerdings mit unterschiedlichen Ansätzen. Auf den Verbrennungsmotor werde nicht der Elektroantrieb als Allheilmittel für alle Fälle folgen, gab sich Alexander Mankowsky überzeugt. „One size fits for all – diese Zeit ist bei Mobilität vorbei“, konstatierte der Zukunftsforscher des Stuttgarter Autokonzerns Daimler auf dem Auto-Gipfel. „Die Batterie hat auch ihre Grenzen“, sagte Mankowsky.

ZF-Chef Wolf-Henning Scheider sieht den Plug-in-Hybrid als eine Lösung für die kommenden beiden Jahrzehnte, besonders für jene Familien, die sich nur ein Auto leisten könnten. „Nur der Hybrid deckt die individuellen Mobilitätswünsche der Kunden komplett ab“, betonte Scheider in Wolfsburg.

Der Mischantrieb der nächsten Generation mit einer Reichweite von 100 Kilometern ermögliche das elektrische Fahren in den Städten oder das Pendeln zur Arbeit, und damit seien 85 Prozent aller Fahrten elektrisch.

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4 Kommentare zu "Handelsblatt Autogipfel: Volkswagen kündigt das Ende des Verbrennungsmotors an"

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  • Endlich hat der Konsum-Terror ein Ende, diese Prospekte mit Autos oder gar Leuten die sich diesen Mist leisten können, muss ein Ende haben, Der Klimawandel zwingt den Europäer zum Verzicht, denn der Eisbär stirbt und die Gletscher sind so groß wie zur Cäsars Zeiten. Schrecklich, einfach schrecklich, wie gut, dass es die EU gibt
    und uns alle mit Geld versorgt. Ich kaufe mir mal eine gelbe Weste, rein vorsorglich.

  • Herr Faust, der Diesel ist ein guter Motor und wird weiterhin gebraucht. Ein Ersatz ist nicht
    in Sicht. Wenn in 10 Jahren die letzten Verbrennungsmotoren neu entwickelt werden, dann
    haben wir die noch fuer weitere 20 also insgesamt 30 Jahre plus der Zeit, die die Entwicklung braucht. Und zu diesem Zeitpunkt wird keiner der derzeit bei VW Verantwort-
    lichen noch im Dienst sein. Der Stand der techn Entwicklung zu diesem Zeitpunkt ist derzeit
    nicht abzusehen.

  • Alles gut und schön, wenn sich denn genug Käufer für E-Autos finden. Bislang sieht das nicht so aus. Nicht jeder hat eine Möglichkeit, sein Auto zu Hause oder beim Arbeitgeber aufzuladen. Das Ganze ist noch nicht zu Ende gedacht.

  • LOB, das ist der richtige Weg...Wenn der Dieselskandal, für die Wegstellung "Antrieb" war, dann hat er doch noch Sinn gehabt!

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