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Die Autoindustrie von morgen

Handelsblatt Autogipfel VW will den E-Golf-Nachfolger klimaneutral herstellen

Volkswagen treibt die Elektro-Transformation voran. Beim Handelsblatt-Autogipfel berichtet Chefstratege Michael Jost, wie der ID Neo CO2-frei produziert wird.
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Autogipfel: VW will Elektroauto ID Neo klimaneutral herstellen Quelle: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt
Michael Jost

Der Konzern will den E-Golf-Nachfolger ID Neo vom ersten Produktionsschritt bis zur Übergabe an den Kunden ohne Kohlendioxid-Belastung herstellen.

(Foto: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt)

WolfsburgEs ist der Diesel, der Volkswagen in den letzten Jahren unrühmliche Aufmerksamkeit beschert hat – von Abgasmanipulation bis zur Stickoxidbelastung in deutschen Städten. Michael Jost, Strategieleiter bei Volkswagen, sieht die größte Herausforderung der Automobilbranche aber anderswo. „Der Planet wird nicht an Stickoxid scheitern. Wir haben aber das hohe Risiko, das er an CO2 scheitert“, sagte Jost beim Handelsblatt-Autogipfel in Wolfsburg.

Deswegen plant der Konzern, den E-Golf-Nachfolger ID Neo vom ersten Produktionsschritt bis zur Übergabe an den Kunden ohne Kohlendioxid-Belastung herzustellen. „Das Auto wird ohne Erblast übergeben“, so Jost. 15 Tonnen CO2 würden bei der Produktion des Elektro-Kompaktwagens normalerweise anfallen, die Volkswagen einsparen will.

Sieben Tonnen folgten aus der Herstellung der Batteriezellen, berichtet Jost. Volkswagen wolle mit den Batterieproduzenten zusammenarbeiten und etwa auf Öko- statt auf Braunkohlestrom setzen.

Ab 2020 soll der ID Neo in Zwickau vom Band laufen. Nicht ab dem ersten Tag könne man die klimaneutrale Produktion umsetzen, sagte Jost beim Autogipfel. Doch schon der erste verkaufte Wagen soll eine klimaneutrale Bilanz vorweisen. Volkswagen werde zum Ausgleich etwa Zertifikate für die Aufforstung von Regenwäldern erwerben. „Wir wollen uns nicht freikaufen, sondern nehmen das sehr ernst“, so Jost.

Volkswagen bekennt sich zum Pariser Klimaabkommen, dass eine Begrenzung der globalen Erwärmung vorsieht – von unter zwei Grad bis in das Jahr 2100 gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter. „Wir können nicht in der alten Welt stehen bleiben, wir müssen da weg“, sagte Jost. Volkswagen wolle dafür mehr tun als nur Gesetze zu erfüllen.

Mit der Transformation des Konzerns zur Elektromobilität geht der Konzern deshalb in die Offensive. Im Jahr 2025 wird der VW-Konzern nach den aktuellen Plänen allein in Deutschland jährlich etwa eine Million Elektrofahrzeuge fertigen – das entspricht etwa 20 Prozent der heutigen deutschen Pkw-Fertigung aller Hersteller.

Kürzlich hatte VW bekanntgegeben, dass nicht nur in Zwickau, sondern auch in Hannover und Emden E-Autos gebaut werden sollen. Das Werk in Hannover wird zur Hälfte elektrische Fahrzeuge herstellen, das in Zwickau ausschließlich elektrische.

In der sächsischen Industriestadt entsteht die größte E-Auto-Fabrik in Europa, nach 2021 werden allein aus Zwickau jedes Jahr voraussichtlich 330.000 Elektrofahrzeuge kommen.

Volkswagen will außerdem ein neues Werk in Nordamerika bauen, um dort Elektrofahrzeuge für den US-Markt herzustellen. Die Gespräche und Überlegungen zur Auswahl des Standortes laufen bereits.

„Wenn die zwei Grad Erderwärmung des Pariser Abkommens nicht gecovert werden, dann ist das Ding durch den Bahnhof“, sagte Jost. Es gäbe dann kein Zurück mehr, deshalb müsse man sofort beginnen. Auch wegen der langen Vorlaufzeiten bei der Auto-Herstellung: 2026 sei die letzte Produktionsplattform mit der Möglichkeit, Nicht-CO2-neutrale Fahrzeuge herzustellen.

„Wir können nicht den Ast absägen, bevor wir überhaupt darauf sitzen. Lasst uns den grünen Ast als unser neues Geschäftsmodell betrachten“, so Josts Plädoyer für die Elektromobilität.

Ex-Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel sagte nach Josts Vortrag beim Autogipfel, dass es die Pläne von Volkswagen schon vor 20 Jahren gebraucht hätte. Die Automobilindustrie habe das aber selbst verhindert.

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