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Die Autoindustrie von morgen

Kooperation VW und Ford planen zweites gemeinsames Elektro-Modell

Im Juli haben Ford und VW ihre E-Kooperation gestartet. Jetzt sprechen sie über ein zweites Elektroauto – auf Basis des Elektrobaukastens MEB von VW.
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Der Elektrobaukasten MEB ist auch die Basis des neuen ID.3. Quelle: imago images / Manfred Segerer
ID.3 auf der IAA in Frankfurt

Der Elektrobaukasten MEB ist auch die Basis des neuen ID.3.

(Foto: imago images / Manfred Segerer)

Düsseldorf Bei den Konzernabenden auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt bleiben die Hersteller am liebsten unter sich. Allenfalls Journalisten sind noch willkommene Gäste, weil sie über die Produktneuheiten berichten sollen. Topmanager der unmittelbaren Konkurrenten sind bei solchen Veranstaltungen eine absolute Ausnahme. Wenn es um wichtige Modelldetails geht, sollen die Wettbewerber lieber doch auf Distanz gehalten werden.

Beim VW-Konzernabend in der vergangenen Woche gibt es allerdings eine Ausnahme. Unter die Besucher hat sich eine illustre Gruppe eines anderen Automobilherstellers gemischt, als vorn auf der Bühne in Halle 3 das neue Elektroauto ID.3 von Volkswagen präsentiert wird. Ford-Europa-Chef Stuart Rowley und sein scheidender Amtskollege Steven Armstrong dürfen mit dabei sein, wenn der Wolfsburger Konkurrent mit seinem groß angelegten Einstieg in das Elektrozeitalter beginnt.

Für Ford-Manager Rowley macht Volkswagen gern eine Ausnahme. Denn der US-Konzern ist so etwas wie bester Kunde in Sachen Elektro. Schon im Juli hatten beide Konzerne eine umfassende Kooperation beschlossen: Für seine Europa-Tochter bezieht Ford den Elektrobaukasten MEB von VW, um auf dieser E-Plattform selbst eigene E-Fahrzeuge zu entwickeln. Der MEB ist auch die Basis des neuen ID.3. Zunächst kauft Ford für ein erstes eigenes Modell 600.000 MEB-Baukästen in Wolfsburg ein, hatten beide Unternehmen im Sommer verkündet.

Jetzt geht es in einem zweiten Schritt weiter, die Kooperation erreicht die nächste Stufe. Volkswagen und Ford nähern sich beim zweiten Gemeinschaftsprojekt mit Elektroplattformen an. Die Entscheidung rückt näher, dass es in Europa auch ein zweites Auto von Ford mit dem neuen Volkswagen-Baukasten geben wird.

„Ja, wir sprechen darüber“, sagte Ford-Europa-Chef Stuart Rowley im Gespräch mit dem Handelsblatt. Aus wirtschaftlicher Sicht sei es überhaupt nicht sinnvoll, „nur ein einziges Auto auf MEB-Basis zu produzieren“. Kaum ein Autohersteller fertigt nur ein einziges Modell in einer Fabrik. In aller Regel braucht ein Hersteller mindestens zwei Fahrzeuge, um eine Fabrik zu vernünftigen Kostenbedingungen wirtschaftlich zu betreiben.

Auch Volkswagen hatte zuvor schon bestätigt, dass die Verhandlungen mit Ford über ein zweites Elektroauto auf MEB-Basis laufen. „Wir befinden uns derzeit in Gesprächen über einen komplett neuen Liefervertrag für ein zweites Fahrzeug“, sagte Vorstandschef Herbert Diess gegenüber der eigenen Mitarbeiterzeitung von Volkswagen. Damit könnte VW seine Lieferungen von MEB-Plattformen an Ford fast verdoppeln.

Langfristige Kooperation

Aus Ford-Sicht ist ein zweites Modell auf Volkswagen-Basis noch aus einem anderen Grund sinnvoll. „Das ist eine strategische Allianz“, betonte Europa-Chef Rowley. Die Kooperation beschränke sich nicht auf kurze Zeit, sondern sei langfristig angelegt. Deshalb könnten im Lauf der nächsten Jahre noch weitere Modelle dazukommen. „Wir setzen natürlich darauf, dass diese Zusammenarbeit zu einem Erfolg wird“, ergänzte Rowley.

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Wo Ford seine eigenen rein batteriegetriebenen Pkw auf Volkswagen-Basis in naher Zukunft produzieren wird, darüber schweigt sich der Ford-Europa-Chef aus. „Das erste Modell wird ein fantastisches Auto sein“, ist fast alles, was er dazu sagt. Das Fahrzeug in einer der deutschen Ford-Fabriken zu produzieren „ist eine Möglichkeit“. Geplanter Produktionsstart werde das Jahr 2023 sein. Auch von Volkswagen in Wolfsburg wird dieser Termin bestätigt.

Der von Rowley angekündigte Produktionsstart für das Jahr 2023 ist ein eindeutiger Hinweis darauf, dass Ford Europa seine neuen, rein batteriegetriebenen Autos künftig im Kölner Stammwerk produzieren will. Denn 2023 wird dort voraussichtlich die Produktion des aktuellen Kleinwagens Fiesta auslaufen.

Mit den E-Fahrzeugen auf Volkswagen-Basis besitzt die europäische Ford-Tochter Nachfolgemodelle, mit denen die Fabrik in Köln auch in Zukunft ausreichend ausgelastet werden könnte. Die Entwicklung dieser Fahrzeuge übernimmt zudem die Entwicklungsabteilung in Köln.

Ford gibt keine Antwort darauf, was auf mittlere Sicht am zweiten deutschen Standort in Saarlouis passieren wird. Dort wird aktuell das Kompaktmodell Focus produziert. Voraussichtliches Fertigungsende dieses Autos ist 2024, also ein Jahr nach dem absehbaren Fiesta-Ende in Köln.

Europa-Chef Rowley lehnt dazu jeden weiteren Kommentar ab, Ford spreche nicht über einen so weit in der Zukunft liegenden Zeitpunkt. Im Moment konzentriere sich der US-Konzern in Saarlouis auf die Produktion des Focus, der dort jetzt eine elektrifizierte Variante bekomme.

Die Elektrifizierung der Fahrzeugpalette ist für Ford ein unumkehrbarer Schwenk in der eigenen Strategie. „Die Kunden in Europa sind sehr umweltbewusst. Sie fordern verbrauchsarme Autos, und wir müssen die entsprechenden Lösungen anbieten“, erläutert Stuart Rowley.

Bei Ford werde es deshalb künftig bei jedem neuen Modell auch eine elektrifizierte Variante geben. Das könnte ein Hybrid sein oder eben auch eine rein batteriegetriebene Variante, wie sie künftig mit der Unterstützung von VW produziert wird. Für Europa-Chef Rowley zieht das klare Konsequenzen nach sich: „Ende 2022 werden elektrifizierte Autos mehr als die Hälfte unserer Verkäufe ausmachen.“

Mehr: VW, BMW, Honda und Ford geraten in den politischen Streit zwischen Trump und Kalifornien. Das US-Justizministerium will einen Abgas-Deal der Konzerne mit dem Bundesstaat überprüfen.

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