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Die Autoindustrie von morgen

M-Byte Byton stellt erstes Serienmodell mit Riesen-Display vor

Der chinesische Elektro-Autobauer hat das SUV M-Byte zur Serienreife gebracht. Mitte 2020 will Byton die Auslieferungen starten.
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Der Autobauer ist einer von mehreren neuen Anbietern, die vom Umschwung zur Elektromobilität profitieren. Quelle: Reuters
M-Byte von Byton

Der Autobauer ist einer von mehreren neuen Anbietern, die vom Umschwung zur Elektromobilität profitieren.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Die chinesische Elektroauto-Firma Byton hat ihr erstes Fahrzeug mit einem bisher einzigartigen Riesen-Display im Cockpit zur Serienreife gebracht. Auf der IAA in Frankfurt zeigte Byton das Produktionsmodell des SUV M-Byte. Die ersten Fahrzeuge sollen Mitte 2020 in China ausgeliefert werden, sagte Byton-Chef Daniel Kirchert. Im ersten Halbjahr 2021 folgen die USA und Europa.

Die Auslieferungen sollen damit drei Monate später als ursprünglich geplant beginnen. Zugleich soll der Wagen nun in Europa zeitgleich mit den USA auf den Markt kommen und nicht danach. „Das hat nichts mit dem Handelsstreit zu tun, sondern wir sehen, dass jetzt in Europa die Post abgeht“, sagte Kirchert. Das sei vor zwei, drei Jahren nicht absehbar gewesen.

In den USA wäre Byton nach aktuellem Stand von einem Zusatzzoll von 30 Prozent betroffen. Auch wenn das 2021 noch der Fall sein sollte, würde Byton an einem Markteintritt festhalten, sagte Kirchert. Man würde dann zwar weniger Fahrzeuge verkaufen, „aber das Produkt hätte immer noch einen Markt, selbst mit dem höheren Preis“. Der M-Byte soll 45 000 Euro vor Mehrwertsteuer kosten.

Byton ist einer von mehreren neuen Anbietern, die vom Umschwung zur Elektromobilität profitieren. Die Firma bekam von Anfang an viel Aufmerksamkeit, weil sie von Ex-BMW-Managern gegründet wurde – und für das ungewöhnliche Innenraum-Konzept.

Das Display mit einer Diagonale von 48 Zoll (knapp 122 cm), das praktisch von Tür zu Tür reicht, schaffte es vom Prototypen in das Produktionsmodell. Solche Blickfänger gehen in der Branche oft auf dem Weg vom Konzeptauto zum Produktionsmodell verloren. Den Touchscreen im Lenkrad musste Byton von sieben auf acht Zoll verkleinern, damit der Airbag reinpasst.

Auf dem großen Display läuft die linke Seite mit Anzeigen für den Fahrer mit dem Betriebssystem QNX, das wegen seiner Stabilität oft in Autos eingesetzt wird. Der rechte Teil mit Navigation und Infotainment-System wird hingegen mit der quelloffenen Version des Google-Betriebssystems Android für automobile Anwendungen betrieben.

Byton hat keine Pläne, die Plattformen von Google und Apple zur Smartphone-Anbindung - Android Auto und CarPlay - zu unterstützen. Man hätte bei der Bildschirmgröße Probleme mit der Auflösung, sagte der für digitale Systeme zuständige Manager Jeff Chung. Deshalb muss es spezielle Versionen von Apps für die Byton-Autos geben.

Byton will auf eine Produktion von 100.000 Autos pro Jahr, bei der das Unternehmen nach eigenen Berechnungen die Gewinnzone erreicht, 2021 kommen. Das Werk in China ist insgesamt auf eine Produktion von 300.000 Fahrzeugen ausgelegt. Byton prüfe angesichts des Handelskonflikts auch eine Fertigung in den USA, aber es seien noch keine Schritte in diese Richtung eingeleitet worden, sagte Kirchert.

Mehr: Der VW-Konzern präsentiert auf der IAA seinen neuen ID.3. Viele weitere Elektroautos werden noch folgen, die die düsteren Zeiten des Dieselskandals in Wolfsburg bald vergessen lassen sollen.

  • dpa
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