Autoabsatz Mercedes-Benz fährt der Konkurrenz davon

Daimler hat zur US-Automesse die Premiumkrone im Gepäck: Mit Mercedes-Benz knackten die Stuttgarter 2016 die Marke von 2 Millionen verkauften Fahrzeugen. Dieter Zetsche sieht den Konzern damit vor BMW und Audi.
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Daimler hängt die Konkurrenz BMW und Audi knallhart ab

Daimler hängt die Konkurrenz BMW und Audi knallhart ab

Detroit/FrankfurtDaimler-Chef Dieter Zetsche hat sein wichtigstes Ziel schon vorzeitig erreicht: Der Stuttgarter Autobauer verkaufte im vergangenen Jahr erstmals mehr als zwei Millionen Pkw der Marke Mercedes-Benz und dürfte damit den Platz als führender Premiumautobauer vor BMW und Audi sicher haben. Die Marke mit dem Stern setzte 2016 dank neuer Modelle rund 2,08 Millionen Fahrzeuge ab, ein Zuwachs zum Vorjahr von gut elf Prozent.

Mit zweistelligem Wachstum in China und Europa habe sich Mercedes-Benz an die Spitze im Premiumsegment gesetzt, erklärte Zetsche am Sonntag kurz vor Beginn der Automesse in Detroit. "Und wir machen weiter Tempo - mit neuen Technologien, Produkten und Dienstleistungen", ergänzte er.

Luxus ist aller Laster Anfang
Mercedes Pick-up X-Klasse - Aller Laster Anfang
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In Europa und Deutschland zählen Pick-ups eher zu den Ausnahmeerscheinungen. Die größte Zielgruppe sind berufliche Nutzer. Pick-ups werden als Arbeitsgerät für Gewerbe, Handwerk, Forstwirtschaft und Kommunen eingesetzt. Entsprechend spärlich ist der Marktanteil: 0,5 Prozent.

All dies soll und wird sich ändern, glaubt zumindest Dr. Marion Friese. „Das Segment der Mid-size-Pickups wird weltweit bis 2025 um 39 Prozent wachsen, weil diese Fahrzeuge keine reinen Arbeitstiere mehr sein werden, sondern auch den Freizeit- und Lifestyle-Anspruch abdecken“, sagt die Leiterin Marketing Mercedes-Benz Vans.

Vorerst gibt es die X-Klasse nur als Doppelkabine
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Die Stuttgarter wollen ab Ende 2017 das Segment kräftig aufmischen. Die X-Klasse, so der Name des neuen Lasters tritt dann gegen Mitbewerber wie der Mitsubishi L200, Toyota Hilux, Nissan Navara, VW Amarok, Ford Ranger, Fiat Fullback und bald auch der Renault Alaskan an.

Nur mit dem Unterschied: Man will der „Mercedes unter den Pick-ups“ sein.

Technisch ist der Mercedes Pick-up mit dem Nissan Navara verwandt, auch wenn man darüber in Stuttgart nicht gerne spricht
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„Das Design, die Karosserie, das Interieur, der Antrieb, die Achsen, alles ist Mercedes-Benz“, sagt Projektleiter Dr. Klaus Benzinger. Nur der Leiterrahmen bildet eine gemeinsame Basis.

Zudem lässt Mercedes die X-Klasse bei Nissan in Barcelona zusammen mit dem Navara produzieren. Die Kooperation rührt aus der Partnerschaft von Daimler mit Renault/Nissan und soll vor allem auf der Kostenseite Synergie-Effekte erzielen.

Der Innenraum des X-Class Concepts präsentiert sich besonders aufgehübscht
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Ausstatten wird Mercedes seinen Lifestyle-Laster zunächst mit einem Dreiliter-V6-Diesel, permanenten Allradantrieb, Kriechgang und zwei Differenzialsperren. Über Leistungen spricht Benzinger noch nicht.

In der Aufpreisliste stehen zudem diverse Zubehör-Features zur Individualisierung
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Das Segment ist prädestiniert fürs sogenannte „Customizing“. Dazu zählen fette Chrom-Überrollbügel, dicke Räder und coole Camping-Kabinen

Ganz so farbenfroh und edel wie die X-Class-Konzeptfahrzeuge wird man sich die Serienmodelle wohl nicht bestellen können
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Im Innenraum gleicht die X-Klasse einem Luxus-Laster. Freier Bildschirm, MMI-Bedienung aus der C-Klasse, Multifunktionslenkrad, Chrom, Aluminium, Carbon und Leder.

Ganz klar, hier sollen neue Kunden angesprochen werden. Kunden, die jetzt vielleicht einen SUV fahren oder einen Kombi, und die es cooler finden, zukünftig mit einem Pick-up aufzukreuzen, selbst wenn sie mitten in der Großstadt wohnen.

3,5 Tonnen darf die X-Klasse ziehen, über eine Tonne laden
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Historisch betrachtet ist die X-Klasse aber nicht der erste Pick-up von Mercedes. Bereits in den 50er-Jahren werkelten Karosseriebauer wie „Binz“ und „ Lueg“ an Pkws herum und modifizierten sie zum Kleinlaster.

Europa war demnach auch 2016 die größte Absatzregion, vor allem die Verkäufe der E-Klasse und der sportlichen Geländewagen trugen den Angaben zufolge zu einem Plus von 12,4 Prozent auf fast 900 000 Fahrzeuge bei. Den größten Sprung machte der Dax-Konzern erneut in China mit einem Verkaufsplus von mehr als einem Viertel. Das Land ist mit nun 473 000 verkauften Autos auch der größte Einzelmarkt für die Stuttgarter.

Zetsche wollte die Krone, die BMW den Schwaben 2005 abjagte, bis 2020 zurückerobern. Nun feiert er den Absatzrekord in einer Zeit, in der nach Expertenmeinung für den Erfolg bald nicht mehr zählt, wer die meisten Autos losschlägt, sondern wer zusätzlich die meisten digitalen Dienste verkauft.

Das Ziel für 2020 hatte sich Daimler im Jubiläumsjahr 2011 vorgenommen, 125 Jahre nach der ersten Patentanmeldung auf ein Fahrzeug durch Carl Benz, neben Gottlieb Daimler Gründervater des Traditionskonzerns. Im selben Jahr überholte die VW-Tochter Audi und verwies die Schwaben auf Platz drei in der Rangfolge der weltweit größten Premiumanbieter. Das sportliche Design der Marke mit den vier Ringen spielte dabei eine wichtige Rolle. Im vergangenen Jahr verkauften die Bayern 1,87 Millionen Wagen. BMW veröffentlicht seine Zahlen später am Montag.

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  • dpa
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