Autobahnbetreiber Abertis Hochtief-Mutter ACS prüft Milliardenofferte

Der Hochtief-Mutterkonzern ACS prüft eine mögliche Gegenofferte für den spanischen Autobahnbetreiber Abertis. Es droht ein Bieterwettkampf. Der italienische Infrastrukturkonzern Atlantia hat schon deutlich vorgelegt.
Update: 21.07.2017 - 15:53 Uhr Kommentieren
Der spanische Autobahnbetreiber steht zum Verkauf. Quelle: AP
Abertis

Der spanische Autobahnbetreiber steht zum Verkauf.

(Foto: AP)

MadridDer Hochtief-Mutterkonzern ACS könnte in einem Bieterwettkampf um den spanischen Autobahnbetreiber Abertis verwickelt werden. ACS erklärte am Freitag, man prüfe eine Gegenofferte für Abertis. Für das Unternehmen hatte der italienische Infrastrukturkonzern Atlantia im Mai bereits ein 16,3 Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot vorgelegt. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, betonte ACS. Insider sagten, ACS könnte sich beim Bieten mit Investmentfonds verbünden. Die Zeitung „Expansion“ berichtete, ACS erwäge bereits seit Wochen ein Angebot für Abertis. Möglicherweise solle dies über die deutsche Tochter Hochtief vorgelegt werden.

Aktien des größten deutschen Baukonzerns brachen ein. „Der Kurs wird sicherlich von Sorgen belastet, dass ACS dann kein Geld mehr haben könnte, um den Rest von Hochtief zu kaufen“, sagte ein Händler. Ein Hochtief-Sprecher wollte sich nicht äußern und verwies auf ACS. Ein Insider sagte, es sei noch zu früh, um über eine Beteiligung Hochtiefs an einer möglichen Offerte zu entscheiden. Bislang sei Hochtief auch nicht in die Überlegungen der spanischen Konzernmutter eingebunden.

Ein Blick in Hamburgs neue Perle
„Fertig“
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Endlich ist die Hamburger Elbphilharmonie eröffnet. Die interne Schlüsselübergabe wurde im November bereits mit einer Lichtaktion gefeiert: Auf der Fassade des gläsernen Baus wurden die Lichter so eingeschaltet, dass in riesigen Buchstaben das Wort „FERTIG“ zu lesen war.

Blickfang
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Blick von der Elbe auf das neue Konzerthaus, das von den Schweizer Architekten Herzog & de Meuron entworfen und von Hochtief gebaut wurde.

Der Eingang
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Schon der Weg auf die Plaza, mit 4000 Quadratmetern fast so groß wie der Hamburger Rathausmarkt, ist einzigartig. Die Besucher können sich entscheiden, ob sie einen der zahlreichen Aufzüge oder die zweispurige, konvex gebogene Rolltreppe, die so genannte Tube, nehmen möchten.

Gebogene Rolltreppe
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„Mit 82 Metern ist sie die längste Rolltreppe Westeuropas und die weltweit einzige, die einen Bogen beschreibt“, erklärte Heiner Zeiger vom finnischen Hersteller Kone.

Die Außenplaza
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Nach zweieinhalb Minuten Fahrt vorbei an mit Glaspailletten verzierten Wänden erreichen die Besucher ein riesiges Panorama-Fenster, das den Blick freigibt auf den Hafen. Über eine kleinere Rolltreppe und einige Stufen gelangt man dann endgültig auf die Plaza.

Das Foyer
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Von hier kommen die Besucher über geschwungene Treppen zum Großen und zum Kleinen Konzertsaal, zur Gastronomie und zur Lobby des Hotels Westin, das ebenfalls am 5. November öffnet.

Lobby des kleinen Konzertsaals
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Das Interesse ist riesig: Schon innerhalb der ersten Stunden nach der Freigabe wurden rund 10.000 Karten reserviert. Da die Kapazität auf der Plaza begrenzt ist, wird der Besuch über Tickets geregelt, Konzertbesucher brauchen später kein Extra-Ticket.

Abertis betreibt mautpflichtige Straßen und Autobahnen in Spanien und ist auch in Chile und Brasilien aktiv. Insgesamt umfasst das Straßen-Netz mehr als 8600 Kilometer in 14 Ländern. Das Unternehmen expandierte in den vergangenen Jahren stark außerhalb Spaniens und ist hoch profitabel – das weckt Begehrlichkeiten.

Die von der Benetton-Familie kontrollierte Atlantia hatte eine Milliarden-Offerte unterbreitet, die sich aus Barmitteln und Aktien zusammensetzt. So will sie das weltgrößte Mautstraßen-Unternehmen schmieden. Atlantia selbst gebietet bereits über Mautstraßen mit einer Länge von rund 5000 Kilometern. Beide Konzerne betreiben zudem Flughäfen.

In Branchenkreisen hatte es geheißen, Abertis-Aktionäre könnten aber ein reines Bar-Angebot begrüßen. Atlantia hatte Mitte Juni angedeutet, die Offerte könnte entsprechend geändert werden. Dann müssten die Italiener aber ihre Angebotsunterlagen ändern. Entschieden ist noch nichts.

Nun könnte aber ACS seinen Hut in den Ring werfen. Das Unternehmen befinde sich dazu in Gesprächen sowohl mit Finanzinvestoren als auch Infrastrukturfonds. Analysten sagten, Abertis passe gut zu ACS. Der von Real-Madrid-Präsident Florentino Perez geführte Konzern hält auch mehr als 70 Prozent der Hochtief-Aktien, über Hochtief kontrolliert er zudem den australischen Bau-Riesen Cimic. Hochtief-Chef ist der Perez-Vertraute Marcelino Fernandez Verdes. ACS hatte Hochtief nach einem erbitterten Übernahme-Kampf geschluckt.

Analysten erwarten, dass die Italiener nun ihr Angebot verbessern könnten. Die bestehende Offerte wird noch von der spanischen Aufsicht geprüft. Auch die Regierung in Madrid könnte eine Rolle spielen. Sie kann Transaktionen untersagen, die dem strategischen Interesse des Landes zuwiderlaufen. Die spanische Regierung verfolge die Entwicklungen genau, sagte ein Sprecher.

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