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Autobauer Bei BMW brechen die Gewinne ein – die Blitzanalyse

Update: 07.11.2018 - 09:30 Uhr Kommentieren

Jürgen Pieper: „Bei BMW sind Zweidrittel der Probleme hausgemacht“

Düsseldorf Der Autobauer BMW präsentierte am Mittwochmorgen die Geschäftszahlen für das dritte Quartal. Das sind die wichtigsten Ergebnisse.

  • BMW kämpft nach wie vor mit den Verwerfungen auf dem europäischen Automarkt in Folge des neuen, strengeren Zulassungsstandards WLTP und des Handelskonflikts zwischen China und den USA. Die Folge: Der Gewinn des Autoherstellers ist im dritten Quartal deutlich eingebrochen. Von Juli bis September erzielte der bayrische Dax-Konzern nur noch ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 1,74 Milliarden Euro. Das ist ein Minus von fast 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
  • Der Umsatz liegt dagegen mit 24,7 Milliarden Euro um fast fünf Prozent über dem Vorjahresergebnis.
  • Ende September versetzte der Autohersteller BMW seine Aktionäre unter Schock. Erstmals seit zehn Jahren musste der Konzern seine Prognose kassieren. Demnach wird das Konzernergebnis, das 2017 noch bei stolzen 10,7 Milliarden Euro lag, dieses Jahr sinken und nicht steigen. Nun können die Münchener aber zumindest ihre angepassten Erwartungen bestätigen.
  • „Wir bleiben ein ehrgeiziges Unternehmen und setzen uns anspruchsvolle Ziele“, erklärte BMW-Finanzchef Nicolas Peter. „Allerdings sehen wir uns wie die gesamte Branche zunehmend mit anhaltenden externen Belastungen konfrontiert, die wir in Summe nicht vollständig kompensieren können.“
  • Die Aktien rutschen am Mittwochmorgen um rund zwei Prozent ab.

Das fällt positiv auf

Solider Cashflow: Trotz der Marktturbulenzen erwirtschaftete BMW mit seinem Autosegment nach neun Geschäftsmonaten einen Free Cashflow von mehr als zwei Milliarden Euro. Das ist zwar ein Rückgang von 700 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr, aber dennoch sehr solide.

Denn der Erzrivale von BMW, der Stuttgarter Auto- und Lkw-Hersteller Daimler, hat nach drei Geschäftsquartalen beispielsweise gar kein Geld verdient, sondern 60 Millionen Euro verbrannt. Der Free Cashflow der Schwaben ist negativ. In Relation dazu steht BMW noch sehr gut da. Anders ausgedrückt: Es hätte auch in München weit schlimmer kommen können.

Das fällt negativ auf

Krise im Kernsegment: Die Autosparte von BMW, das Herz des Konzerns, muss im dritten Quartal kräftige Einbußen verkraften. Hier brach das Ergebnis vor Zinsen und Steuern im Vergleich zum Vorjahr um satte 47 Prozent ein. Der Autobauer erwirtschaftete lediglich ein Ebit von etwa einer Milliarde. Zu wenig für die hohen Ansprüche der Münchener.

Die Gewinnspanne im Autosegment liegt im dritten Quartal bei mageren 4,4 Prozent und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr beinahe halbiert.

Was jetzt passiert

Die Aktie des Autobauers ist unter Druck. Seit Jahresbeginn ist der Kurs um mehr als zehn Prozent eingebrochen. Die Börse nimmt vorweg, dass die Zeiten für Fahrzeughersteller insgesamt und damit auch für BMW rauer werden. Der Handelsstreit zwischen den USA und China wird den Konzern auch in den kommenden Monaten belasten, vielleicht sogar über Jahre hinweg.

Die Turbulenzen in Folge des neuen Zertifizierungsstands dürften zwar in den nächsten Wochen abnehmen, parallel flaut aber die Autokonjunktur ab. 2019 könnte der weltweite Automarkt erstmals seit Beginn der Finanzkrise schrumpfen.

An diesem Mittwoch könnten die EU-Wettbewerbshüter darüber entscheiden, ob BMW und Daimler ihre Mobilitätsdienste – darunter die Carsharinganbieter DriveNow und Car2Go – in einem Joint-Venture bündeln dürfen. Kommt die behördliche Freigabe aus Brüssel, würde sich dies voraussichtlich noch positiv auf das Ebit von BMW im Geschäftsjahr 2018 auswirken. Bis dato hat der Konzern etwaige positive Effekte aus dem Deal nicht in seiner Prognose berücksichtigt.

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