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Autobauer Beim massiven Jobabbau ist Ford-Betriebsratschef Hennig machtlos

Ford Europa schreibt tiefrote Zahlen, nun kommt es zum erwarteten massiven Stellenabbau. Betriebsratschef Martin Hennig kann jedoch nicht mehr helfen.
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Der Betriebsratsvorsitzende von Ford Europa kritisiert, dass es dem Konzern an einer klaren Strategie fehle. Quelle: dpa
Martin Hennig

Der Betriebsratsvorsitzende von Ford Europa kritisiert, dass es dem Konzern an einer klaren Strategie fehle.

(Foto: dpa)

DüsseldorfFür Martin Hennig, Betriebsratschef von Ford Europa, wird es keine einfache Woche: am Montag erst die Betriebsversammlung in Saarlouis, dann am Dienstag die zweite größere Runde am Kölner Stammsitz.

Bei Ford Europa brodelt es gewaltig: Im Januar hatte der US-Konzern einen umfassenden Sanierungsplan für sein Europageschäft angekündigt, der auch mit einem größeren Stellenabbau verbunden ist. Allein in Deutschland sollen von etwa 24.000 Mitarbeitern rund 5.000 gehen, also jeder Fünfte.

Auf den Versammlungen muss das Management erstmals vor die Belegschaft treten und sich für die radikalen Einschnitte rechtfertigen. Hennig sieht die Verantwortung klar beim Konzern, zu viele Fehler seien in der Vergangenheit gemacht worden. Niemand dürfe sich wundern, dass Ford Europa in der Verlustzone gelandet ist. Knapp 400 Millionen US-Dollar waren es im vergangenen Jahr.

„Es werden zu viele Berichte geschrieben oder Meetings abgehalten, die gar nicht nötig sind“, schimpfte Hennig. Dem Konzern fehle eine klare Strategie, das gelte für die Modelle wie für den Einkauf. In der Europazentrale gebe es zu viele Manager vor allem aus den USA, für die Köln nur eine Durchlaufposition auf der Karriereleiter sei. „Viele Köche verderben den Brei“, sagte Hennig.

Der 59-Jährige hat bei Ford schon viel erlebt, aber die aktuelle Krise geht an die Substanz. 1975 hatte der Rheinländer als Auszubildender in Köln begonnen. Frühzeitig engagierte er sich im Betriebsrat, seit bald sechs Jahren ist er der oberste Arbeitnehmervertreter für Ford in Deutschland.

Wenn Hennig auf der Betriebsversammlung spricht, wird er kein Konzept ohne Stellenabbau präsentieren können. Der Konzern muss reagieren, zumal Ford auch in anderen Teilen der Welt zuletzt viel Geld verloren hat. „Entweder wir schaffen die Wende und werden profitabel, oder wir werden sukzessive dichtgemacht“, sagte Hennig vor ein paar Wochen. Aus diesem Dilemma kommt auch der Betriebsratschef nicht heraus.

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