Opel

Das Sanierungskonzept für den Autobauer steht.

(Foto: dpa)

Autobauer Betriebsrat und Geschäftsleitung von Opel einigen sich auf Sanierungspaket

Das Opel-Management und der Betriebsrat haben sich auf ein Sanierungskonzept geeinigt. Mehr als 15.000 Beschäftigte sollen einen Kündigungsschutz bis 2023 erhalten.
Update: 30.05.2018 - 00:58 Uhr Kommentieren

HamburgBetriebsrat und Geschäftsleitung von Opel haben sich nach intensiven Verhandlungen auf die Sanierung des defizitären Autobauers geeinigt. Als Teil des am Dienstag vereinbarten Kompromisses sagt der französische Mutterkonzern PSA Peugeot Citroën Investitionen in neue Modelle und die Auslastung der Werke zu. Im Gegenzug gab der Betriebsrat den Weg frei für die von PSA verlangte Streichung von 3700 Stellen.

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Der Personalabbau solle ausschließlich auf freiwilliger Basis über Altersteilzeit, Vorruhestand und Abfindungen erfolgen, teilte der Gesamtbetriebsrat mit. Laut Opel haben bereits 3500 Mitarbeiter entsprechende Vereinbarungen getroffen. Für alle übrigen Beschäftigten sei ein Kündigungsschutz bis zum Sommer 2023 vereinbart worden.

Die Gewerkschaft IG Metall hatte mit einer Zuspitzung des Konflikts gedroht, sollte die Beschäftigung in den drei deutschen Werken in Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach nicht über das Jahr 2020 hinaus abgesichert werden. Peugeot hatte Zugeständnisse der Belegschaft zur Voraussetzung für neue Modelle und Produkte gemacht.

So soll nun in Eisenach künftig der Geländewagen Grandland inklusive einer Hybridversion gebaut werden. In dem Thüringer Werk werde der Personalabbau auf 450 Personen begrenzt, berichtete die IG Metall. Im Stammwerk Rüsselsheim soll laut Unternehmen zusätzlich zu den bisherigen Aufgaben eine ganze Benzin-Motorenfamilie für den PSA-Konzern entwickelt werden.

Im Gegenzug soll zudem das im Metall-Flächentarif für das kommende Jahr ausgehandelte Tarifgeld bei Opel ausgesetzt werden. Die übrigen geplanten Tariferhöhungen würden für die Vertragsdauer verschoben, berichtete Opel in einer Mitteilung. Die Details müssen noch in zusätzlichen Tarifverträgen ausgehandelt werden, ergänzte die Gewerkschaft.

„Wir halten genau das, was wir versprochen haben. Die höhere Wettbewerbsfähigkeit erlaubt uns, zu investieren und ist die beste Zukunftssicherung - auch für unsere Mitarbeiter“, sagte Opel-Chef Michael Lohscheller. „Wir schauen nach vorne und wir haben es wie versprochen ohne Werksschließungen und ohne betriebsbedingte Kündigungen geschafft.“

„Wir haben mit diesen Eckpunkten endlich das bekommen, was wir seit langem fordern: Eine Absicherung der Beschäftigten durch den Kündigungsschutz für die nächsten fünf Jahre und eine Investitionszusage für alle deutschen Standorte, um ihre Zukunftsfähigkeit zu sichern“, erklärte Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug. Nun könne wieder etwas Ruhe in den Betrieb einkehren.

Der Chef des IG Metall-Bezirks Mitte, Jörg Köhlinger, sah erhebliche Hürden aus dem Weg geräumt. „Unsere Ziele waren immer die Sicherung der Opel-Standorte und der weitere Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen. Nun können wir das tun, was wir heute zugesagt haben: In Tarifverträgen die künftige Entwicklung der Opel Automobile GmbH flankieren.“

Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) äußerte sich erleichtert. „Die Einigung zwischen der IG Metall und dem Opel-Management ist eine gute Nachricht. Endlich haben die Beschäftigten Gewissheit und eine Perspektive. Damit ist das Fundament gelegt, auf dem gemeinsam an der Zukunft von Opel gebaut werden kann“, erklärte Dietmar Muscheid, Vorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland.

Zuletzt hatten beide Seiten heftig über ein Abfindungsprogramm gestritten. Der Betriebsrat warf dem Opel-Management vor, mit einem Kahlschlag in Deutschland die Zukunft von Opel aufs Spiel zu setzen. Daraufhin setzte Opel das freiwillige Abfindungsprogramm aus, um die Gespräche wieder in Gang zu bringen.

PSA hatte Opel im vergangenen Jahr von General Motors übernommen. Dabei hat der Konzern zugesagt, keine Werke in Deutschland zu schließen und auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Bereits unter dem amerikanischen Mutterkonzern waren Tausende Stellen abgebaut und die Fahrzeugwerke in Bochum und Antwerpen geschlossen worden.

Opel steckt seit fast 20 Jahren in den roten Zahlen. PSA-Chef Carlos Tavares will die chronisch defizitäre Marke mit dem Blitz und ihre britische Schwester Vauxhall bis 2020 aus den roten Zahlen führen.

  • rtr
  • dpa
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