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Autobauer BMW erreicht CO2-Ziele – aber die EU arbeitet bereits an noch strengeren Regeln

Anders als Volkswagen schafft der Premiumhersteller die europäischen Anforderungen. Doch in den kommenden Jahren werden viele Sonderregeln wegfallen.
22.01.2021 Update: 24.01.2021 - 16:32 Uhr Kommentieren
Bis 2025 will das Unternehmen ein Dutzend vollelektrische Modelle auf dem Markt haben. Quelle: Reuters
BMW-Elektroauto i4

Bis 2025 will das Unternehmen ein Dutzend vollelektrische Modelle auf dem Markt haben.

(Foto: Reuters)

München Der BMW-Konzern hat die Klimaziele für 2020 erfüllt. Der Konzern kam 2020 im Schnitt der verkauften Neuwagenflotte auf 99 Gramm Kohlendioxid und liegt damit fünf Gramm unter dem von der EU gesetzten Ziel. Entsprechende Zahlen gab das Unternehmen am Freitag bekannt. Grund war vor allem der kräftig angestiegene Verkauf von Elektroautos und Plug-in-Hybriden, die in der Klimaberechnung besonders angerechnet werden.

BMW hat im vergangenen Jahr 31,8 Prozent mehr elektrifizierte Fahrzeuge verkauft, bei einem gleichzeitigen Rückgang der Gesamtverkäufe um 8,4 Prozent. Damit wird jedes sechste in Europa zugelassene Fahrzeug zumindest teilweise mit Strom angetrieben. „Unsere Kunden in Europa haben vergangenes Jahr so viele elektrifizierte BMW- und Mini-Fahrzeuge gekauft wie niemals zuvor“, erklärte BMW-Chef Oliver Zipse.

Das Erreichen der Klimaziele hatte Zipse bereits vor einigen Wochen angekündigt. Die Münchener haben seit 2013 mit dem i3 bereits ein Elektroauto auf dem Markt. Die Masse der zurzeit verkauften BMW-Elektroautos sind allerdings noch Hybride. Auch für 2021 sei BMW „gut vorbereitet“, sagte Zipse.

Noch in diesem Jahr will BMW mit der Elektrolimousine i4 in den Markt, das Auto soll vor allem den Erfolg des Tesla Model 3 kontern. Bis 2025 will das Unternehmen ein Dutzend vollelektrische Modelle auf dem Markt haben, 2030 soll die Hälfte aller Autos mit Elektroantrieb fahren.

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    2020 war das erste Jahr, in dem die Autohersteller erstmals Strafen für das Nicht-Einhalten der Klimaziele zahlen müssen. Neben BMW hat auch Daimler nach eigenen Angaben das Ziel für das Jahr 2020 erreicht, die Stuttgarter mussten 107 Gramm einhalten.

    Volkswagen hingegen hat das Klimaziel 2020 knapp gerissen. Nach vorläufigen Zahlen sank der Durchschnittswert der CO2-Emissionen der Pkw-Neuwagenflotte im Vergleich zu 2019 um rund ein Fünftel auf 99,8 Gramm pro Kilometer. Für die knappe Verfehlung von rund einem halben Gramm habe der Konzern bereits frühzeitig Rückstellungen gebildet, teilte Volkswagen am Donnerstag mit. Volkswagen muss für die Verfehlung 100 Millionen Euro an die EU-Kommission überweisen.

    EU gewährt noch Ausnahmen

    „Die Covid-19-Pandemie hat uns hier einen Strich durch die Rechnung gemacht“, kommentierte Konzernchef Herbert Diess das Ergebnis. Diess selbst hatte im vergangenen Jahr mehrfach angekündigt, dass der VW-Konzern die europäischen Flottenziele erfüllen wolle.

    Die Klimaziele der EU gelten weltweit als die anspruchsvollsten. Auf Druck der Autoindustrie hat die EU-Kommission in den ersten Jahren zunächst Ausnahmen zugelassen. So haben die deutschen Hersteller durchgesetzt, dass auch das Gewicht der Fahrzeuge mitangerechnet wird. Dieser Faktor führt dazu, dass Mercedes, BMW und Audi über dem Grenzwert von 95 Gramm liegen dürfen.

    Der Durchschnittswert habe 2020 bei 101,5 Gramm pro Kilometer gelegen und damit deutlich unter der Zielmarke von 105,6 Gramm, teilte Audi am Freitag mit. Das entspreche einer Verbesserung von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

    Die Ausnahmeregelung wegen des Gewichts hilft den deutschen Autoherstellern, ihre Margen zu sichern, ihre Autos sind größer und schwerer als die der Konkurrenten. Trotz großzügiger staatlicher Förderung sind Elektroautos für fast alle Hersteller ein Zuschussgeschäft, insbesondere wegen der hohen Preise für Batteriezellen.

    Zudem dürfen die Autohersteller im ersten Jahr der Berechnung fünf Prozent ihrer Neuwagenflotte herausrechnen, die signifikant über dem Durchschnitt liegt. Damit fallen jene PS-starken SUVs und Limousinen heraus, die den Herstellern besonders hohe Renditen bringen. Und auch bei den Elektroautos gibt es einen Bonus. Über sogenannte Supercredits zählen Stromautos, die mit Nullemission gerechnet werden, im Jahr 2020 doppelt, ab 2021 mit dem Faktor 1,66 in der Klimarechnung.

    Zudem dürfen Autohersteller ihre Werte mit anderen Herstellern „poolen“. So rechnet Fiat Chrysler seine Flottenwerte zusammen mit dem Elektrohersteller Tesla, dessen Autos als Nullemissionsfahrzeuge gezählt werden.

    Für die Autoindustrie werden die Hürden ab jetzt jedoch jedes Jahr höher. Die EU-Kommission in Brüssel arbeitet bereits an der kommenden Abgasrichtlinie EU 7, die praktisch emissionsfreies Fahren in jeder Fahrsituation vorsieht. „Mit der Einführung der geplanten EU-7-Norm wird die EU-Kommission Autos mit Verbrennungsmotor ab 2025 de facto verbieten“, warnte VDA-Chefin Hildegard Müller kürzlich.

    Mehr: Volkswagen verpasst das CO2-Ziel der EU knapp: Millionenstrafe droht

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