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Autobauer BMW kürzt nach Gewinneinbruch die Dividende kräftig

Der Gewinn des Autobauers ist im vergangenen Jahr um fast 17 Prozent gesunken. Als Konsequenz verschärft BMW den Sparkurs. Die Dividende sinkt.
Update: 15.03.2019 - 13:59 Uhr Kommentieren
Die operative Rendite im Automobilgeschäft sank um zwei Prozentpunkte auf 7,2 Prozent. Quelle: Bloomberg
BMW-Werk Leipzig

Die operative Rendite im Automobilgeschäft sank um zwei Prozentpunkte auf 7,2 Prozent.

(Foto: Bloomberg)
  • Der Nettogewinn von BMW fiel 2018 um 17 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro.
  • Die Dividende soll um 50 Cent je Aktie sinken.
  • Der Autobauer verschärft das Sparprogramm und verkleinert den Vorstand.

BMW kürzt nach einem Gewinneinbruch die Dividende für die Aktionäre. Der Gewinn sank im vergangenen Jahr um fast 17 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro, wie der Münchner Autobauer am Freitag mitteilte.

Wegen des niedrigeren Nettogewinns sollen die Anteilseigner eine auf 3,50 Euro je Stamm- und 3,52 Euro je Vorzugsaktie verringerte Ausschüttung erhalten. Für das vorangegangene Jahr hatte BMW 4,0 Euro beziehungsweise 4,02 Euro je Aktie ausgeschüttet.

Der Umsatz 2018 ging um 0,8 Prozent auf 97,5 Milliarden Euro zurück. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel konzernweit um 7,9 Prozent auf 9,12 Milliarden Euro, lag damit aber etwas über den Erwartungen. Die Aktie lag nach Bekanntgabe der Zahlen ein halbes Prozent im Plus.

Als Grund für den Gewinnrückgang gab der Oberklassehersteller die Rabattschlachten rund um die Umstellung auf die neuen Abgastests und die internationalen Handelskonflikte an. Zudem blieben die Kosten für neue Technologien wie Elektromobilität und autonomes Fahren hoch.

Die operative Rendite im Automobilgeschäft sank um zwei Prozentpunkte auf 7,2 Prozent. Damit lag BMW hinter Daimler mit 7,8 Prozent, aber vor der Volkswagen-Tochter Audi, die es nur auf sechs Prozent brachte. Der Vorsteuergewinn, in dem auch die Beteiligungsgewinne aus dem chinesischen Gemeinschaftsunternehmen enthalten sind, lag mit 9,82 Milliarden Euro 8,1 Prozent unter dem Vorjahr.

BMW hatte bereits im vergangenen September die Gewinnerwartung zurückgeschraubt. Der Jahresgewinn vor Steuern werde um fünf bis zehn Prozent unter dem Vorjahreswert von 10,7 Milliarden Euro liegen, erklärte der Konzern. Grund sind unter anderem die Verwerfungen des neuen Abgasstandards WLTP, der im Vorfeld seiner Einführung zu hohen Rabatten geführt hatte.

Zudem belastet die Handelspolitik der US-Regierung das Geschäft. Als Vergeltung für von der US-Regierung verhängten Strafzölle hatten die Chinesen BMW-Importe aus den US-Werken nach China ebenfalls mit zusätzlichen Zöllen belegt. BMW ist mit seinem Werk in South Carolina nach eigenen Angaben der größte Autoexporteur der USA.

Für das laufende Jahr erwartet BMW einen leichte Absatzzuwachs. Grund ist die Neueinführung der Dreier-Reihe, der meistverkauften Baureihe des Konzerns. Trotzdem will das Unternehmen sein laufendes Sparprogramm deutlich ausweiten.

Kooperationen sollen Kosten sparen

„Die Herausforderungen für die gesamte Industrie nehmen in den nächsten Monaten nicht ab“, sagte Vorstandschef Harald Krüger. „Deswegen werden große Kraftanstrengungen in allen Bereichen des Unternehmens erforderlich sein.“

Das vor zwei Jahren aufgelegte Programm zur Effizienzsteigerung wird daher intensiviert: „Diese Anstrengungen werden wir angesichts der aktuellen Entwicklung nochmals ausweiten und deutlich verstärken“, sagte Finanzchef Nicolas Peter. Um den Belastungen entgegenzuwirken, werde bereits an der Reduzierung der Modellvielfalt gearbeitet. Als Beispiel nannte BMW den 3er Gran Turismo, für den es keinen Nachfolger geben soll.

Auch der BMW-Vorstand wird verkleinert. Mit Wirkung zum 1. April wird der Vertrieb der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce zusammengefasst. Dessen Leitung übernehme Pieter Nota, der bisher für den Vertrieb der weiß-blauen Hauptmarke BMW und Aftersales zuständig ist.

Peter Schwarzenbauer bleibe bis Oktober für die Marken Mini, Rolls-Royce und die Motorradmarke zuständig und werde sich in dieser Zeit um die Strategie von BMW in der Elektromobilität kümmern. Anschließend scheide Schwarzenbauer auf eigenen Wunsch zu seinem 60. Geburtstag aus. Damit sinkt die Zahl der Vorstandsmitglieder auf sieben.

Wegen der hohen Kosten für den Umstieg in die Elektromobilität und selbstfahrende Autos bündeln BMW und Daimler ihre Kräfte. Nach der Gründung einer gemeinsamen Mobilitätsfirma für Carsharing-, Fahr-, Park- und Ladedienste, hatten die beiden Oberklasse-Konkurrenten kürzlich auch die Absicht zur Kooperation erklärt, um die nächste Technologiegeneration des autonomen Fahrens Anfang des kommenden Jahrzehnts auf die Straße zu bringen.

Experten halten es für möglich, dass die beiden süddeutschen Autobauer auf weiteren Gebieten zusammenarbeiten. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete, BMW und Mercedes führten bereits seit einigen Monaten vertrauliche Gespräche über die Entwicklung gemeinsamer Plattformen für künftige Automobile der beiden Marken. Damit könnten die Konzerne jeweils mehr als sieben Milliarden einsparen, hieß es.

Auch andere Autobauer rücken enger zusammen, um sich die Kosten für die Entwicklung neuer Technologien zu teilen. So verhandelt Volkswagen bereits seit einiger Zeit mit dem US-Autobauer Ford über eine Ausweitung der Allianz bei Transportern und Pick-ups auf Roboterwagen und Elektroautos.
Mit Agenturmaterial

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