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Autobauer BMW verfünffacht seinen Gewinn – Einige Analysten sind dennoch enttäuscht

Der Autohersteller BMW konnte seine Ergebnisse im ersten Quartal merklich verbessern, hebt seine Renditeziele aber nicht an. Das stößt auf teils herbe Kritik.
07.05.2021 - 09:00 Uhr Kommentieren
Konkret konnte BMW von Anfang Januar bis Ende März rund 670.000 Fahrzeuge an Kunden ausliefern. Quelle: dpa
BMW i8

Konkret konnte BMW von Anfang Januar bis Ende März rund 670.000 Fahrzeuge an Kunden ausliefern.

(Foto: dpa)

München Nach den Dax-Konzernen Daimler und Volkswagen verkündete am Freitag auch BMW einen deutlichen Gewinnsprung. Die Münchener konnten ihr Konzernergebnis im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr von 574 Millionen auf 2,8 Milliarden beinahe verfünffachen. Der Umsatz mit Autos, Motorrädern und Finanzdienstleistungen stieg um 15 Prozent an, auf 27,8 Milliarden Euro.

BMW hat die Coronakrise damit finanziell weitgehend abgehakt. Ablesen lässt sich das etwa am Free Cashflow in der Pkw-Sparte. Während die Bayern in den ersten drei Monaten des Vorjahres hier noch 2,2 Milliarden Euro verbrannt hatten, steht nun ein Plus von 2,5 Milliarden Euro in den Büchern.

Die operative Umsatzrendite in der Kerndivision des Dax-Konzerns schoss zudem von 1,3 auf 9,8 Prozent in die Höhe. „Das erste Quartal zeigt: Unser globales Geschäftsmodell ist auch in Krisenzeiten erfolgreich. Wir bleiben auf Wachstumskurs – und das ebenso nachhaltig wie ertragsstark“, kommentierte BMW-Chef Oliver Zipse die Ergebnisse.

Anders als Daimler und Volkswagen, die ihre Gewinnprognosen jüngst anhoben, sieht BMW dafür aktuell keinen Anlass. So rechnet der Autobauer weiterhin mit negativen Auswirkungen infolge der Corona-Pandemie und zusätzlichen Belastungen durch höhere Rohstoffpreise. BMW präzisierte aber die bereits bestehenden Renditeziele für das laufende Jahr ein wenig. Demnach soll die Marge in der Autosparte in 2021 nun „am oberen Ende“ des Korridors von sechs bis acht Prozent liegen.

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    Autoanalyst zeigt sich enttäuscht von BMW

    „Das ist eine Enttäuschung und sehr unambitioniert. Ich hätte erwartet, dass BMW relativ zu den anderen Herstellern Stärke zeigt, da der Konzern den Halbleiterengpass in der Branche bisher am besten wegsteckt “, sagte Arndt Ellinghorst, Autoanalyst von Sanford C. Bernstein, dem Handelsblatt.

    Aus Sicht des Kapitalmarktexperten bringt das BMW-Management mit der Beibehaltung der Prognose zum Ausdruck, dass die hohe Marge im ersten Quartal womöglich nur eine Eintagsfliege war, die durch exogene Faktoren zustande kam. „Die Wahrnehmung am Kapitalmarkt ist, dass BMW den anderen hinterherläuft“, sagt Ellinghorst.

    Während Daimler eine radikale Konzernaufspaltung vorantreibt und sich Volkswagen proaktiv von einem Industrie- zu einem Techkonzern wandle, bleibe in München anscheinend alles beim Alten. „BMW ist in uralten und erzkonservativen Prozessen verhaftet“, kritisiert Ellinghorst.

    Das Ziel der Bayern, bis Ende des Jahrzehnts den Absatz auf drei Millionen Einheiten steigern zu wollen, sei „old school“ und nicht mehr zeitgemäß. In der Transformation der Branche müsse Profitabilität im Zentrum stehen, nicht ewiges Mengenwachstum.

    NordLB-Analyst: BMW ein „grundsolides Unternehmen“

    Andere Analysten sehen das Verhalten von BMW weniger skeptisch. Es sei „nicht unklug“, bei der Anhebung der Prognose noch ein Quartal zu warten, meint etwa Frank Schwope von der NordLB. Denn die Lage in der Autoindustrie bleibe volatil. „Corona ist noch nicht überwunden. Angesichts dessen sind die Zahlen von BMW im ersten Quartal sehr stark.“ Schwope hält BMW insgesamt für ein „grundsolides Unternehmen“.

    Die Aktie von BMW sackte am Freitag zwischenzeitlich dennoch um fast zwei Prozent ab. Konzernchef Zipse lobte unterdessen die „Hochtechnologie-Angebote“ seines Konzerns. Diese seien der Hauptgrund für die guten Geschäftszahlen von BMW.

    Konzernchef Zipse lobte unterdessen die „Hochtechnologie-Angebote“ seines Konzerns. Quelle: dpa
    BMW-Chef Oliver Zipse

    Konzernchef Zipse lobte unterdessen die „Hochtechnologie-Angebote“ seines Konzerns.

    (Foto: dpa)

    Tatsächlich erzielten die Bayern im ersten Quartal einen neuen Absatzrekord. Konkret konnte BMW von Anfang Januar bis Ende März rund 670.000 Fahrzeuge an Kunden ausliefern. Damit stiegen die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahresquartal, das stark von den Folgen der Coronakrise belastet war, um mehr als ein Drittel.

    Die Münchener konnten in allen großen Regionen zulegen, sowohl in Europa als auch in Nordamerika und Asien steht ein Plus. Gleichwohl überragt ein Markt mehr denn je alle anderen: China. In der Volksrepublik verkaufte BMW zuletzt rund 36 Prozent seiner Neuwagen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Absatz des Dax-Konzerns in Ostasien im ersten Quartal beinahe verdoppelt.

    Auch zum Start ins zweite Quartal lief es für BMW in China und dem Rest der Welt blendend. Für April meldet das Unternehmen ein Absatzplus von rund zehn Prozent mit 220.000 Auslieferungen. BMW hat sich aber nicht nur zum Ziel gesetzt. mehr Autos zu verkaufen, sondern vor allem hochwertigere.

    So soll etwa der Absatz mit Renditegaranten wie dem Riesen-SUV X7 und den Sportwagen der 8er-Reihe in diesem Jahr auf 140.000 Stück steigen. Zum Vergleich: 2019 verkaufte BMW in dieser Luxusnische lediglich 70.000 Einheiten.

    Mehr: Wie Autohersteller mit Einheitsplattformen Milliarden sparen können.

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