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Autobauer Coronakrise gefährdet Daimlers Sparpläne – Jobabbau über Abfindungen deutlich erschwert

Der Autobauer muss für April geplante Aufhebungsgespräche verschieben. Das Interesse der Mitarbeiter an Abfindungen schwindet in der Coronakrise.
31.03.2020 - 13:51 Uhr Kommentieren
Der Zeitplan für das Sparprogramm des Daimler-Chefs wackelt. Quelle: dpa
Ola Källenius

Der Zeitplan für das Sparprogramm des Daimler-Chefs wackelt.

(Foto: dpa)

München „Wir haben ein Kostenproblem.“ Das hat Daimler-Chef Ola Källenius schon konstatiert lange bevor die Coronakrise die Produktion des Autobauers in Europa lahmlegte. Weil selbst Massenhersteller wie Peugeot eine höhere Rendite einfahren als der weltgrößte Anbieter von Premiumfahrzeugen, verordnete der Schwede dem Konzern bereits im November 2019 das Sparprogramm „Move“.

Sein Ziel: Bis 2022 sollen hauptsächlich im Einkauf und beim Personal mehrere Milliarden Euro eingespart werden. So soll Daimler in puncto Profitabilität wieder an die Spitze der Branche kommen. Konkret will Källenius bis zu 15.000 der rund 300.000 Stellen bei dem Mercedes-Hersteller über Altersteilzeit, Frühpensionierungen und Abfindungen abbauen. Im April sollten dazu erste Angebote an Beschäftigte erfolgen. Doch daraus wird nach Informationen des Handelsblatts erst einmal nichts: Die Pandemie erschwert die ohnehin ambitionierten Sparvorhaben.

Unter dem Punkt „Vorgehen bei Aufhebungsverträgen und Qualifizierungen“ heißt es in einer internen E-Mail der Personalabteilung an Beschäftigte: „Der ursprünglich vorgesehene Zeitraum für Gespräche ab 1.4.2020 kann aktuell nicht realisiert werden, sondern wird voraussichtlich erst im Juni starten.“ Aufgeschoben ist zwar nicht aufgehoben, aber das Interesse der Mitarbeiter in der derzeit unsicheren Wirtschaftslage und einem absehbar angespannten Arbeitsmarkt, eine Abfindung anzunehmen, schwindet von Tag zu Tag, verlautet aus Konzernkreisen.

„Die Leute fragen sich: Wo soll ich hin? Jetzt geht keiner mehr“, glaubt ein Manager, der schon viele Krisen bei Daimler erlebt hat: „Der Abbauplan wird durch den Corona-Effekt sehr viel schwerer werden.“ Für Altersteilzeit und Frühpension dürften sich zwar noch einige begeistern können, doch der größte Brocken des Personalabbaus sollte über Abfindungen erfolgen, heißt es unisono in Konzernkreisen. Daimler wollte sich dazu nicht äußern.

Kehraus im Portfolio

Kurzfristig würde eine geringe Annahmequote der freiwilligen Programme zwar die Kasse schonen, schließlich beziffert Finanzchef Harald Wilhelm die Aufwendungen für den Jobabbau auf rund zwei Milliarden Euro. Mittelfristig wäre es für die Schwaben aber fatal, die Fixkosten beim Personal kaum senken zu können. Zumal auch beim zweiten großen Effizienzhebel, den Materialkosten, aktuell wenig zu holen ist.

Der Plan, die Preise bei Zulieferern deutlich nach unten zu drücken, scheint für absehbare Zeit illusorisch. „Im Zweifel wird Daimler eher den einen oder anderen Lieferanten stützen müssen“, fürchtet ein Investor.

Immerhin: Beim Kehraus im Verbrennerportfolio geht es voran. Nach der Entscheidung, den gefloppten Pick-up X-Klasse einzustellen, komprimiert Mercedes nach Informationen des Handelsblatts nun sein Angebot bei sogenannten Dream Cars. Heute bieten die Stuttgarter sowohl bei C-Klasse, E-Klasse als auch S-Klasse eigene Cabrio- und Coupé-Varianten an.

Künftig soll es nach dem Willen des Vorstands abgeleitet von den drei Edellimousinen aber nur noch ein Cabrio und ein Coupé geben, das zwischen C- und E-Klasse positioniert wird, sowie den Sportwagen SL, heißt es in Konzernkreisen.

Um Liquidität zu sichern, dürfte Daimler darüber hinaus verstärkt geplante Ausgaben in der Entwicklung, für Werkserweiterungen oder die Ertüchtigung der IT auf den Prüfstand stellen. Sollten die Coronakrise und der Produktionsstopp bei Daimler länger andauern, dann „müssten Investitionen überdacht werden“, erklärte Källenius jüngst.

Mehr: Daimler-Betriebsratschef Michael Brecht: „Ich erwarte Engpässe bei den Zulieferern“

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