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Autobauer Entspannung im VW-Führungsstreit – aber Spardruck bleibt hoch

Bernd Osterloh hat sich bei einer Befragung durch Investoren hinter Vorstand Diess gestellt. VW verkündet einen Einstellungsstopp bis Jahresende.
15.07.2020 Update: 15.07.2020 - 13:07 Uhr Kommentieren
Osterloh war Diess im Frühjahr wegen dessen Management-Stils und Technikproblemen beim neuen Golf hart angegangen. Quelle: dpa
Herbert Diess (l.) und Bernd Osterloh

Osterloh war Diess im Frühjahr wegen dessen Management-Stils und Technikproblemen beim neuen Golf hart angegangen.

(Foto: dpa)

Wolfsburg Nach ihrem heftigen Streit, der beinahe in der Entlassung des Konzernchefs gegipfelt haben soll, sind der VW-Vorstandsvorsitzende Herbert Diess und Betriebsratschef Bernd Osterloh wieder aufeinander zugegangen. Gleichzeitig muss nun aber Diess' Nachfolger in der Führung der Volkswagen-Kernmarke, Ralf Brandstätter, die Belegschaft auf weitere Einsparungen einstimmen.

Osterloh war Diess im Frühjahr wegen dessen Management-Stils und Technikproblemen beim neuen Golf hart angegangen. Jetzt stellte er sich bei einer Befragung durch Investoren hinter den Konzernchef. Er habe Diess die „volle Unterstützung der Gewerkschaften“ zugesagt und betont, dass IG Metall und Management in strategischen Fragen voll übereinstimmten, hieß es in einem Bericht eines Finanzdienstleisters jüngst. Der Golf 8 und das E-Auto ID.3 seien mittlerweile „auf Kurs“.

Eines der wichtigsten Ziele von Diess ist eine höhere Rendite. Auch Brandstätter machte schon klar, dass angesichts der Coronakrise die Ausgaben weiter sinken müssen. „Die derzeitige Lage erfordert von uns allen absolute Kostendisziplin“, schrieb der Manager an die Belegschaft. „Finanzielle Stabilität hat allerhöchste Priorität.“

Ende Mai hatten die Vertrauenskörper-Leitungen der deutschen Werke in einem offenen Brief betont, man sei „massiv besorgt“ wegen des Eindrucks, den VW abgebe. Diess schrieb kürzlich im Onlinenetzwerk LinkedIn: „Wir wollen den Konzern gemeinsam erfolgreich in die E-Mobilität führen und sind uns einig, dass wir uns bereits gut aufgestellt haben, aber natürlich noch nicht am Ziel sind.“ Zuvor hatte er eingeräumt: „Ich verstehe das schon, dass wir eine große Unruhe und auch natürlich Fragen und zum Teil Ängste im System haben. Da müssen wir mehr in den Dialog gehen.“

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    Der Konzernchef hatte sich auch beim Aufsichtsrat für Aussagen bei einer Management-Konferenz entschuldigen müssen. Im Zusammenhang mit Presseberichten zu sensiblen Interna hatte er Mitgliedern des inneren Kontrollgremiums, in dem auch Osterloh sitzt, Straftaten unterstellt.

    Einstellungsstopp bis Jahresende

    Volkswagen muss beim Personal noch mehr sparen und will den steigenden Kostendruck für eine klarere Schwerpunktsetzung im Umbau zu E-Mobilität und Digitalisierung nutzen. „Der Vorstand fährt wegen Corona und Liquiditätssicherung einen Einstellungsstopp bis mindestens Ende des Jahres“, sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh der VW-Firmenzeitung „Mitbestimmen“. „Ich denke, das bringt Druck auf ein Thema, was wir dringend brauchen: nämlich Transformation. Wir müssen uns überlegen, was wesentlich ist.“

    Ralf Brandstätter sagte, Auslieferungen und Umsatz brächen derzeit vielfach weg. „Daher haben wir uns entschieden, zunächst einmal keine neuen Menschen an Bord zu holen.“

    Der Manager betonte, grundsätzlich gelte im Unternehmen die Beschäftigungssicherung bis zum Jahr 2029. Durch den vorläufigen Verzicht auf externe Neueinstellungen werde nun aber eine bessere Priorisierung der Personalressourcen sowie eine Balance zwischen dem Wegfall alter und dem Aufbau neuer Jobs angestrebt.

    Osterloh räumte ein: „Wir haben zu wenig Zeit investiert in das Thema Transformation.“ Jetzt sei VW an einem Punkt, an dem man auch mit Blick auf den zunehmenden Sparbedarf erkennen müsse: „Zu sagen, dass man nicht mehr extern einstellt, führt natürlich dazu, sich verstärkt überlegen zu müssen, wie ich Beschäftigte weiterentwickele.“

    Mehr: Wie interne Machtkämpfe die Zukunft von Volkswagen gefährden.

    • dpa
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