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Autobauer Ford enttäuscht mit Ergebnisrückgang – und lässt klare Vorgaben für 2019 vermissen

Für den US-Autokonzern ist 2018 ein miserables Jahr gewesen – und im Schlussquartal ging es noch weiter bergab. Die Ankündigungen für 2019 fallen dürftig aus.
Update: 16.01.2019 - 18:02 Uhr Kommentieren
Der vage gehaltene Ausblick kam am Markt nicht gut an: Ford-Aktien geben im vorbörslichen Handel 2,4 Prozent nach. Quelle: Reuters
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Der vage gehaltene Ausblick kam am Markt nicht gut an: Ford-Aktien geben im vorbörslichen Handel 2,4 Prozent nach.

(Foto: Reuters)

Detroit, DüsseldorfDer US-Autobauer Ford hat im Schlussquartal des vergangenen Jahres deutlich an Fahrt verloren. Der bereinigte Konzerngewinn fiel ersten Berechnungen zufolge im vierten Quartal um mehr als 20 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar, wie Ford am Mittwoch auf einer Automobilkonferenz in Detroit mitteilte. Der Nettoertrag nach den amerikanischen Bilanzvorschriften (US-GAAP) ist in den letzten drei Monaten von 2018 sogar ins Minus gerutscht – mit 112 Millionen Dollar.

Am Dienstag hatte Ford eine globale Allianz mit dem deutschen Konkurrenten Volkswagen verkündet. Beide Autohersteller wollen zunächst vor allem bei leichten Nutzfahrzeugen kooperieren. Später soll die Kooperation auch auf die Bereiche Autonomes Fahren und Elektromobilität ausgeweitet werden. Vor allem Ford ist auf die Unterstützung von VW angewiesen.

Mit 30 Cent liegt das bereinigte Ergebnis pro Aktie unter den von Analysten erwarteten 32 Cent. Im Gesamtjahr ist bei einem Umsatz von etwa 160 Milliarden Dollar ein bereinigter Gewinn pro Aktie von 1,30 Dollar erreicht worden. Für 2019 stellte Finanzchef Bob Shanks einen höheren Umsatz und Gewinn in Aussicht. Ford erreichte im vergangenen Jahr einen bereinigten operativen Gewinn von sieben Milliarden Dollar, gegenüber 2017 ist das ein Rückgang von mehr als 27 Prozent. Auch die operative Umsatzrendite hat im zurückliegenden Jahr deutlich nachgegeben – von 6,1 auf 4,4 Prozent.

Hinter dem Ford-Konzern liegt ein rabenschwarzes Jahr. Geld verdient der zweitgrößte US-Autohersteller nur noch in Nordamerika. In Südamerika, in Europa, in Asien – überall im Rest der Welt ist Ford 2018 in die Verlustzone gerutscht. Sogar in China, dem letzten verbliebenen Dorado der Automobilindustrie, schreibt der Ford-Konzern rote Zahlen.

Die operative Rendite von 4,4 Prozent fällt im Vergleich zu den meisten anderen Automobilherstellern deutlich schlechter aus. Für einen Massenhersteller wie Ford sind sechs bis acht Prozent eigentlich der Branchenstandard, Premiumanbieter wie BMW oder Mercedes liegen noch darüber. Auch Zulieferer wie etwa Continental liegen über neun Prozent. Ford hat deshalb einen weltweiten Restrukturierungsprozess eingeleitet. Bis zum Jahr 2022 will der US-Konzern etwa 25 Milliarden Dollar einsparen.

„Für 2019 sehen wir das Potenzial für Verbesserungen beim Firmenumsatz, dem Ebit und dem bereinigten operativen Cashflow“, sagte Finanzchef Shanks. Dennoch sei weiter mit Gegenwind zu rechnen. Dazu gehörten vor allem Belastungen durch Zölle und hohe Rohstoffkosten, die auch im abgelaufenen Geschäftsjahr das Ergebnis drückten.

Ein großes Problem für Ford wäre auch ein ungeregelter Brexit. Zwischen den deutschen und den britischen Ford-Fabriken herrscht ein reger Warenaustausch. Zusätzliche Zölle würden die Ford-Autos deutlich verteuern, der US-Konzern wäre kaum noch konkurrenzfähig.

„Ein ungeordneter Brexit wäre katastrophal für die britische Automobilindustrie und natürlich auch für unsere Fabriken auf der britischen Insel. Deshalb hoffen wir immer noch, dass es nicht dazu kommt – angesichts des Schadens, den ein solcher Ausgang auslösen würde“, sagte Finanzchef Shanks.

Für positive Impulse soll im kommenden Jahr – außer dem laufenden Konzernumbau – die Neuaufstellung des verlustbringenden Europageschäfts sowie eine Erholung in China und die Einführung neuer Modelle sorgen. In welcher Größenordnung der erwartete Zuwachs liegen werde, ließ der zweitgrößte US-Autobauer aber offen.

In der vergangenen Woche hatte Ford auch eine neue Strategie in Europa angekündigt. Der US-Konzern werde nur noch Fahrzeuge mit ausreichend Ertrag produzieren. Auf dem Weg zu einer höheren Profitabilität gehört auch die Kooperation mit Volkswagen.

Beide Konzerne teilen sich künftig Entwicklungs- und Produktionskosten bei den leichten Nutzfahrzeugen. Die operative Marge dürfte dadurch bei Ford Europa um einige Prozentpunkte steigen. 2019 will Ford auf dem europäischen Markt wieder aus der Verlustzone herauskommen.

In zwei bis drei Jahren rechnet der Konzern in Europa mit einer Mindestrendite von sechs Prozent. Die Folge davon dürften Werksschließungen und ein massiver Stellenabbau sein. Genaue Zahlen will Ford spätestens zur Jahresmitte nach den Verhandlungen mit den Gewerkschaften vorlegen. Doch schon heute gilt es als sicher, dass Tausende Arbeitsplätze gestrichen werden. Aktuell kommt Ford Europa noch auf mehr als 50.000 Beschäftigte. Ford dürfte in den kommenden Jahren deutlich unter diese Grenze rutschen.

Der vage gehaltene Ausblick für 2019 kam am Markt überhaupt nicht gut an: Ford-Aktien gaben bis zum Nachmittag um mehr als zwei Prozent nach. US-Rivale General Motors (GM) hatte in der vergangenen Woche für 2019 einen überraschend hohen Gewinnzuwachs in Aussicht gestellt.

Analysten kritisierten, dass Ford im Unterschied dazu nur unzureichend über seine Pläne für das neue Jahr informiert habe. Verbesserungen seien zwar in Aussicht gestellt werden, klare quantitative Ziele habe der US-Konzern jedoch nicht genannt. „Ford testet die Geduld der Anleger ein weiteres Mal“, sagte Chris McNally vom Investmenthaus Evercore ISI. Im Unterschied zu GM werde bei Ford viel erzählt, es gebe jedoch keine konkreten Aktionen.

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