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Autobauer Fusionspläne mit Fiat Chrysler: Renault-Verwaltungsrat vertagt sich

Renault ist weiter an einer Fusion mit Fiat Chrysler interessiert. Der Verwaltungsrat will am Mittwoch weiter über den möglichen Zusammenschluss sprechen.
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Die französische Regierung stellt mehrere Bedingungen für eine Fusion des Autobauers mit Fiat Chrysler. Quelle: Reuters
Renault

Die französische Regierung stellt mehrere Bedingungen für eine Fusion des Autobauers mit Fiat Chrysler.

(Foto: Reuters)

ParisDer Verwaltungsrat von Renault hat am Dienstag keine Entscheidungen über eine Fusion mit Fiat Chrysler (FCA) getroffen. „Der Rat hat beschlossen, die Fusion weiter interessiert zu prüfen und die Diskussion am Mittwoch fortzusetzen“, hieß es im Anschluss an das Treffen.

Nissan-Chef Hiroto Saikawa sagte am Dienstag, ein Zusammenschluss von Renault mit FCA würde die Grundlage der Allianz Nissan-Renault fundamental verändern. Nissan müsse alle seine vertraglichen Bindungen zu Renault dann überprüfen. Gleichzeitig räumte er ein, es könne neue Chancen für Synergien geben.

FCA hatte vor mehreren Wochen Renault das Angebot für eine Fusion gemacht. Die Gespräche waren Ende Mai bekannt geworden. Nachdem Renault die französische Regierung informiert hatte, bestätigte der Verwaltungsrat des Herstellers am 27. Mai sein Interesse „an einer Fusion 50 zu 50 mit FCA“.

Durch den Zusammenschluss würde ein Unternehmen mit einer Börsenkapitalisierung von mehr als 30 Milliarden Euro entstehen, das 8,7 Millionen Fahrzeugen absetzt und damit die weltweite Nummer drei wäre.

Die französische Regierung stellt mehrere Bedingungen. So will sie auf jeden Fall einen Vertreter in den Verwaltungsrat des verschmolzenen Unternehmens entsenden. Die operative Führung solle in Paris bleiben und es müsse Garantien für den Bestand der Fabriken und der Arbeitsplätze in Frankreich geben.

Probleme könnte noch die unterschiedliche Kapitalisierung der beiden Unternehmen aufwerfen. Die Renault-Aktie hat in den jüngsten Monaten stärker gelitten als die von FCA, weshalb Renault die Bewertung mit den aktuellen Kursen für ungerecht hält. Die italienische Seite will an diesem Punkt aber nicht nachgeben.

Die italienischen Fabriken sind weniger stark ausgelastet als die von Renault, sie gelten als weniger produktiv. Deshalb läuft Fiat möglicherweise Gefahr, eher das Opfer von künftigen Einschnitten zu werden. Doch von den Kompetenzen her ist das Interesse Fiats an der Fusion größer: Renault ist bei der E-Mobilität viel weiter als Fiat. Der Renault Zoé und der Nissan Leaf sind Weltmarktführer.

FCA hat große Probleme, die künftigen strengen europäischen Normen für den CO2-Ausstoß einzuhalten. Der Zukauf von Emissionsrechten von Tesla schafft zwar eine Atempause, löst aber nicht die technischen Probleme. Renault hat zudem durch gemeinsame Plattformen und Einkauf mit Nissan die breitere Basis in der Herstellung.

Die Franzosen könnten durch den Zusammenschluss den Zugang zum amerikanischen Markt erhalten, auf dem sie aber keine eigenen Autos absetzen würden. Die US-Modelle Ram, Jeep und Dodge von Fiat Chrysler sind in den Vereinigten Staaten sehr profitabel, aufgrund ihres enormen Spritverbrauchs aber keine Autos mit großer Zukunft.

Mehr: Der Fiat-Sprössling John Elkann gilt als Architekt der geplanten Fusion von Fiat Chrysler mit Renault. Für den 43-Jährigen wäre es sein Meisterstück.

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