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Autobauer Gewinn von BMW bricht erwartungsgemäß ein – Prognose bestätigt

Update: 01.08.2019 - 11:46 Uhr Kommentieren
Der Autobauer legt an diesem Donnerstag Zahlen vor. Quelle: Reuters
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Der Autobauer legt an diesem Donnerstag Zahlen vor.

(Foto: Reuters)

München Der Münchener Autobauer BMW hat am Donnerstagmorgen seine Zahlen fürs zweite Quartal vorgelegt. Zum Handelsstart notierte die BMW-Aktie 1,4 Prozent im Plus, am Mittag schließlich noch ein Prozent höher. Das sind die wichtigsten Fakten.

  • Der Umsatz von BMW stieg im zweiten Quartal leicht auf 25,7 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Bilanz nach sechs Monaten fällt dagegen dürftiger aus. Mit 48,2 Milliarden wuchsen die Erlöse um kaum mehr als ein Prozent.
  • BMW steigerte seinen Absatz im zweiten Quartal um 1,5 Prozent und lieferte insgesamt fast 648.000 Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce aus.
  • Zwischen April und Juni sank der Gewinn von BMW deutlich. Der Konzernüberschuss fiel mit 1,5 Milliarden Euro um fast 30 Prozent geringer aus als im Vorjahr. Betrachtet man das gesamte erste Halbjahr, haben sich die Erträge des Premiumherstellers sogar mehr als halbiert.


Das fällt positiv auf

BMW steigerte seinen Absatz erneut – anders als Erzrivale Daimler mit seiner Kernmarke Mercedes. Im ersten Halbjahr lieferten die Münchener 1,08 Millionen Pkw der Marke BMW an Kunden aus. Das ist ein Plus von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Premiumkonkurrent Mercedes verbuchte im gleichen Zeitraum einen Absatzeinbruch von 4,6 Prozent. In absoluten Zahlen führten die Stuttgarter mit 1,13 Millionen weltweit verkauften Pkw aber nach vor das Feld der Oberklasse vor BMW an. Die Münchener machten im ersten Halbjahr aber erkennbar an Boden gut.

Das spiegelte sich auch im Umsatz wider. BMW erlöste im ersten Halbjahr 48,2 Milliarden Euro, das entspricht einem Zuwachs von 1,1 Prozent. Im zweiten Quartal betrug das Plus sogar 2,9 Prozent. Zwischen April und Juni steigerten die Bayern ihren Umsatz mit Autos, Motorrädern und Finanzdienstleistungen auf 25,7 Milliarden Euro. Der Trend ist positiv.

Das fällt negativ auf

BMW misslang es, den steigenden Absatz und Umsatz in ein besseres Konzernergebnis umzuwandeln. Der Konzernüberschuss im zweiten Quartal sank von 2,1 auf 1,5 Milliarden Euro. Das entspricht einem Gewinneinbruch von beinahe 30 Prozent.

Das Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen (Ebit) lag mit rund 20 Prozent unter dem Vorjahr. Überdurchschnittlich schwach schneidet die Kernsparte Automobile ab, die für mehr als 85 Prozent des Konzernumsatzes steht. Hier ging das Ebit sogar um 23,4 Prozent zurück auf lediglich 1,5 Milliarden Euro.

Die Folge: Die Marge im Segment Automobile stürzte im zweiten Quartal von 8,6 auf 6,5 Prozent ab. Im ersten Halbjahr fällt die Bilanz noch ernüchternder aus. Die Umsatzrendite in der Kernsparte betrug lediglich 2,8 Prozent. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatte die Ebit-Marge nach sechs Geschäftsmonaten noch bei 9,2 Prozent gelegen.

BMW ist weit von seinen eigenen Ansprüchen entfernt. Dass Konkurrent Daimler aktuell noch schlechter dasteht und wegen diverser Sonderfaktoren wie Rückrufen im Dieselskandal zuletzt sogar einen Verlust im zweiten Quartal verdauen musste, ist kein wirklicher Trost.

Wie der gesamten Autoindustrie machen auch BMW die immer strengeren Klimaschutzvorgaben der EU, Handelskonflikte und eine abschwächen Konjunktur zu schaffen. Bei neuen Technologien wie Elektromobilität, Mobilitätsdienste und autonomes Fahren muss der Konzern hohe Vorleistungen aufbringen. Für das künftige Geschäft sind diese Investitionen unabdingbar, in der Gegenwart dämpfen sie aber das Ergebnis.

Was jetzt passiert

Im Vierzylinder-Hochhaus, dem Konzernsitz von BMW in München, stehen umfassende Änderungen bevor. Die Bilanz zum zweiten Quartal war die letzte unter Vorstandschef Harald Krüger. Der glücklose Manager gibt sein Amt nach kaum mehr als vier Jahren an der Spitze schon wieder ab.

Anfang Juli hatte Krüger erklärt, seinen im Mai 2020 auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen. Mitte Juli bestimmte der Aufsichtsrat in seiner Sitzung im US-Werk in Spartanburg dann Oliver Zipse zu Krügers Nachfolger.

Schon am 16. August wird Zipse den Vorstandsvorsitz von BMW übernehmen. Bisher verantwortete der 55-Jährige das wichtige Produktionsressort bei dem Autobauer. Der Diplom-Ingenieur spricht akzentfrei Englisch und tritt stets galant in Anzug, Krawatte und akkurat gescheiteltem Haar auf.

Schon im September wird Zipse seinen ersten großen Auftritt haben – auf der Automobilmesse IAA in Frankfurt. Viel Zeit, sich einzuarbeiten hat der Manager nicht. Der Aufsichtsrat erwartet von Zipse, BMW zügig neu auszurichten, Ende September dürfte bereits über eine neue Strategie beraten werden.

Es gibt jede Menge Baustellen. Zipse muss die Rendite von BMW wieder nach oben katapultieren, Kostenkontrolle hat nun Priorität. Gleichzeitig kommt der Absatz trotz der größten Modelloffensive in der Unternehmensgeschichte nicht so richtig in die Gänge.

Das Ziel, Konkurrent Mercedes binnen weniger Jahr zu überholen, wirkt illusorisch. Bei der Elektromobilität war BMW einst Vorreiter, verlor unter Krüger aber den Mut. Zipse soll nun dafür sorgen, dass Newcomer wie Tesla im Vergleich zu den Münchenern bald ganz alt aussehen. Eine Mammutaufgabe.

Mehr: Der Autokonzern regelt die Nachfolge des scheidenden Harald Krüger. Der bisherige Produktionsvorstand Zipse übernimmt bereits Mitte August den Vorsitz.

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