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Autobauer Honda-Chef verkündet Werksschließung – In Großbritannien wächst die Sorge

Die Entscheidung habe nichts mit dem Brexit zu tun, versichert der Honda-Chef. Doch das Unternehmen dürfte nicht der einzige Autobauer bleiben, der die Insel verlässt.
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Brexit: Honda will sein Werk in Großbritannien schließen Quelle: Bloomberg
Takahiro Hachigo

Der Honda-Chef lässt das Werk im britischen Swindon 2021 schließen.

(Foto: Bloomberg)

Tokio Die Bühne im Honda-Hauptquartier in Tokio ist mit weißen Vorhängen abgehängt, der offiziellen Farbe der Trauer in Japan. Die Kulisse passt zu dem, was Honda-Chef Takahiro Hachigo verkündet und die Mitarbeiter im britischen Werk in Swindon betrifft.

Das Werk, in dem 3500 Mitarbeiter jedes Fahr 160.000 Fahrzeuge produzieren, soll bis 2021 geschlossen werden. Die Entscheidung habe nichts mit dem geplanten Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union zu tun, betonte Konzernchef Takahiro Hachigo am Dienstag in Tokio. Man reagiere damit vielmehr auf „globale Veränderungen“.

Doch Hachigos Erklärung dürfte die Briten nicht beschwichtigen. Derzeit wächst die Sorge, dass Hondas Rückzug nur der Start eines Exodus der bisher treuen japanischen Hersteller sein könnte.

Dass der Brexit nichts mit Hondas Entscheidung zu tun hat, glauben viele Experten nicht. „Angesichts des Zeitpunkts der Entscheidung war der Brexit ganz klar der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat“, urteilt Christopher Richter, Autoanalyst der CLSA in Tokio. Denn die Fabrik sei ohnehin sehr klein gewesen. „Wahrscheinlich war es für Honda eine Herausforderung, sie offen zu halten.“

Nach Honda dürfte sich der Blick auch auf Renault-Partner Nissan richten. „Nissan hat sein Werk in Sunderland noch nicht geschlossen,“ meint Richter, „aber die Entscheidung, den SUV X-Trail nicht dort zu bauen, bedeutet nichts Gutes für die Fabrik.“ Im Falle eines harten Brexits sei es schwer vorstellbar, dass der Fabrik nach der Produktion von Nissans Kompakt-SUVs Qashqai und Juke ein weiteres Modell zugesprochen werde.

Richter führt den zehnprozentigen Einfuhrzoll als Grund an, der an der EU-Grenze für Autos aus britischer Produktion fällig würde. Mit Japans Freihandelsabkommen mit der EU würde sogar das ferne Japan attraktiver als Großbritannien.

Besonders stark wären dabei Nissan und Toyota von Zöllen betroffen. Honda exportiert schon jetzt größtenteils in die Welt und nicht nach Europa. Aber Nissan baut im 1984 eingeweihten Werk in Sunderland mit 6700 Beschäftigten rund 2000 Autos pro Tag. 60 Prozent werden in die EU exportiert. Mit einem Preisaufschlag würde sie sich überhaupt nicht mehr rentieren.

Toyota produziert seit 1992 in Großbritannien. Ein Motorenwerk liefert 350.000 Antriebe, viele davon Hybrid-Antriebe, aus. Die dortige Autofabrik wiederum stellt rund 130.000 Autos her, von denen laut einer Statistik von LMC Automotive 90 Prozent auf dem europäischen Festland verkauft werden.

Toyota hält sich zwar mit öffentlichen Aussagen zur Zukunft seiner Standorte zurück, nicht aber mit Warnungen. Mit dem im November 2018 ausgehandelten Kompromiss konnten die Japaner noch leben. Die Vereinbarung beinhalte eine ausreichende Übergangszeit für die Industrie, teilt Toyota mit. Dies sollte helfen, kurzfristig negative Einflüsse auf die Produktion zu verhindern. Ein No-Deal-Brexit sollte allerdings „um jeden Preis verhindert“ werden, sagt ein Firmensprecher.

Und dabei beziehen sich die Japaner noch nicht einmal auf den Zollschock. Stattdessen betonen sie die Folgen von plötzlichen Zollkontrollen für die Lieferkette von Bauteilen. Ein harter Brexit würde einen großen Einfluss auf die Just-in-Time-Logistik haben, die unabdingbar für die Autoindustrie sei, warnt Toyota seit Monaten.

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