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Autobauer Markus Duesmann ist Audis neuer Hoffnungsträger

Im April 2020 darf der designierte Audi-Chef Markus Duesmann seinen Posten bei der VW-Tochter antreten. Er ist der Wunschkandidat von Herbert Diess.
17.11.2019 - 16:59 Uhr 1 Kommentar
Der VW-Aufsichtsrat hat den ehemaligen BMW-Vorstand zum neuen Audi-Chef berufen. Quelle: dpa
Markus Duesmann

Der VW-Aufsichtsrat hat den ehemaligen BMW-Vorstand zum neuen Audi-Chef berufen.

(Foto: dpa)

München Segeln und Motorradfahren – für seine Leidenschaften hatte Markus Duesmann in den vergangenen Monaten viel Zeit. Denn in beruflicher Hinsicht ging für den 50-Jährigen seit Juli 2018 nicht viel. Er hatte seinen Posten als BMW-Einkaufsvorstand gekündigt, was ihm Aufsichtsratschef Norbert Reithofer übel nahm. So bestand er auf Vertragserfüllung und verhängte eine einjährige Wettbewerbssperre gegen den Abtrünnigen.

Duesmann hatte es gewagt, den Verlockungen von VW-Chef Diess zu folgen, der ihn zum Chef von Audi machen will. Diesen Job wird Duesmann im kommenden Jahr auch antreten. Am Freitag ernannte der VW-Aufsichtsrat ihn zum neuen Vorstandsvorsitzenden – mit Wirkung zum 1. April 2020.

Sein Name weckt in Ingolstadt große Hoffnungen. „Von Markus Duesmann und seinem Vorstandsteam erwarten wir eine stabile Auslastung der Werke“, sagte Betriebsratschef Peter Mosch.

Auch Diess begrüßte die Neuverpflichtung aus München. Duesmann werde als „exzellenter Ingenieur alles daransetzen, die großen Potenziale der Marke Audi zu heben und damit das Versprechen ‚Vorsprung durch Technik‘ erneut verstärkt unter Beweis zu stellen“, sagte Diess, der den neuen Audi-Chef aus seiner eigenen BMW-Vergangenheit gut kennt.

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    Duesmann war immer der Wunschkandidat von Diess. Der gebürtige Westfale begann seine Karriere bei Daimler als Motorenentwickler. Er wechselt zunächst in das Formel-1-Team von Mercedes und dann in den Rennstall von BMW. Stets gelang es Duesmann, mit besonderen technischen Lösungen seine Förderer zu überzeugen. Als die Münchener 2009 aus der Formel 1 ausstiegen, wechselte der Diplom-Ingenieur in die Zentrale und leitete für BMW die Bereiche Fahrdynamik und Antrieb.

    2016 wurde er mit 47 Jahren Einkaufsvorstand bei BMW – ein Ressort, das zuvor Herbert Diess geleitet hatte. Der hatte zuvor den Machtkampf um den BMW-Chefposten verloren. Bei seinem Wechsel nach Wolfsburg nahm er das Wissen um das große Talent Duesmanns mit. Auch deshalb wird dieser nicht nur Audi-Chef, sondern auch Vorstand für Forschung und Entwicklung im gesamten VW-Konzern.

    Duesmann wird Bram Schot ablösen, der den Autobauer nach der Verhaftung von Ex-Audi-Boss Rupert Stadler im Juni 2018 übernommen hatte. Der ehemalige Vertriebsvorstand galt auch wegen seiner fehlenden technischen Expertise nur als Übergangskandidat, der mit seiner Besonnenheit aber immerhin für etwas Ruhe in Ingolstadt sorgte.

    Schot habe Audi in einer schwierigen Zeit übernommen, die Geschäfte sehr erfolgreich geleitet und wichtige Veränderungen angestoßen, lobte Diess. „Der richtige Mann zur richtigen Zeit bei Audi“, bestätigt Betriebsratschef Mosch. Trotz der netten Worte: Schot wird den Konzern verlassen, erklärte der Aufsichtsrat.

    Weitere Wechsel in Ingolstadt

    Schots Nachfolger erwartet viel Arbeit: Mit dem Dieselskandal ist die einstige Gewinnmaschine des VW-Konzerns ins Stottern gekommen, Audi verlor kontinuierlich an Absatz und Rendite. Die Stammwerke in Ingolstadt und Neckarsulm sind schlecht ausgelastet, seit Monaten ringen Management und Beschäftigte um einen Zukunftsplan, der an diesem Mittwoch im Audi-Aufsichtsrat zum Thema werden könnte.

    Neben dem Wechsel an der Spitze deuten sich weitere Veränderungen an: Personalvorstand Wendelin Göbel könnte keinen neuen Vertrag bekommen, verlautete aus dem Audi-Umfeld. Ungewiss ist auch die Zukunft von Beschaffungsvorstand Bernd Martens, gegen den im Rahmen der Dieselaffäre ein Ermittlungsverfahren läuft. Als sicher gilt der Wechsel von Finanzvorstand Alexander Seitz, der in der gleichen Funktion zur Marke VW nach Wolfsburg wechselt.

    Im Gegenzug soll VW-Finanzvorstand Arno Antlitz nach Ingolstadt‧ kommen. Die im Juli angetretene Marketingvorständin Hildegard Wortmann dürfte Duesmann ebenso vertraut sein wie Kommunikationschef Dirk Arnold: Beide sind ebenfalls von BMW gewechselt.

    Mehr: Audi ist zur Schwachstelle der VW-Gruppe geworden. Die Ursache dafür liegt auch bei VW, der seiner Premiummarke zu viel Leine gelassen hat.

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    1 Kommentar zu "Autobauer: Markus Duesmann ist Audis neuer Hoffnungsträger"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Es ist gut, dass nun ein weiterer Ingenieur von BMW in den VW-Konzern wechselt.
      Mit jedem neuen Gesicht dort wächst die Hoffnung, dass der ehemalige "Vorsprung durch Pfusch und Betrug am Kunden" demnächst nicht mehr nötig sein wird, nur um den gesetzlichen Vorschriften zu entsprechen. die alte Riege bei Audi und VW hatte dies ja nicht geschafft. Schade, dass die grauen Eminenzen heute noch immer von den Behörden geschont werden:

      Zitat aktuell aus Mitte November 2019: " Der Ingolstädter Autobauer hat selbst ein Problem mit Dieselautos der Schadstoffnorm Euro 5.

      Weiterer Rückruf von Audi Euro-5-Dieseln
      Nach Informationen von BR Recherche hat das Kraftfahrtbundesamt am 11. Oktober 2019 den Rückruf der Modelle A6 und A7 mit 3-Liter Biturbo TDI-Motor der Schadstoffklasse Euro 5 angeordnet. Laut Auskunft von Audi liegt das Software-Update für beide Modelle dem KBA bereits zur Prüfung vor. Sobald das Update genehmigt ist, sollen die Fahrzeughalter angeschrieben und bundesweit rund 22.000 Fahrzeuge in die Werkstätten zurückgerufen werden.

      Auch in diesem Fall haben Kraftfahrt-Bundesamt und Bundesverkehrsministerium die Öffentlichkeit nicht über den Rückruf informiert. Das Ministerium erklärt dazu, in der Rückrufdatenbank des KBA und einer Übersicht "Marktüberwachung" würden Modelle aufgelistet, "für die das Software-Update auch freigegeben worden ist. Denn nur dann können die Halter ihre Fahrzeuge auch tatsächlich in die Werkstatt bringen".

      Laut dem Darmstädter Juristen Prof. Martin Führ liegt es im Ermessen der Flensburger Behörde, ob sie bereits über die ergangene Anordnung zum Rückruf informiert. Das berechtigte Interesse der Öffentlichkeit sei in diesen Fällen sehr groß, so Führ. Daher sollte diese, seiner Einschätzung nach, sofort informiert werden und nicht erst, wenn das Software-Update vorliegt." Zitat Ende.

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