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Autobauer Neue Allianz von Volkswagen und Ford kann an den Start gehen

Der VW-Aufsichtsrat genehmigt die erweiterte Kooperation der Autobauer. Am Freitag wollen die Konzernchefs von VW und Ford ihre Pläne vorstellen.
Update: 11.07.2019 - 19:55 Uhr Kommentieren
Der weltgrößte Autobauer aus Niedersachsen und die Nummer zwei in den USA hatten ihre globale Allianz im Januar auf der Detroiter Automesse angekündigt. Quelle: Bloomberg
Produktionslinie für E-Autos bei Volkswagen

Der weltgrößte Autobauer aus Niedersachsen und die Nummer zwei in den USA hatten ihre globale Allianz im Januar auf der Detroiter Automesse angekündigt.

(Foto: Bloomberg)

Düsseldorf Die geplante große Allianz von Volkswagen und Ford hat die letzte Hürde genommen. Wie am Donnerstagabend in Konzernkreisen bestätigt wurde, hat der VW-Aufsichtsrat die zusätzlichen Kooperationsvorhaben mit dem US-Autokonzern gebilligt. Volkswagen und Ford wollen künftig auch beim autonomen Fahren und in der Elektromobilität zusammenarbeiten. Damit wird die bereits bestehende Zusammenarbeit bei leichten Nutzfahrzeugen noch einmal deutlich ausgeweitet.

Die beiden Vorstandschefs Herbert Diess und Jim Hackett wollen die Details am Freitagmittag deutscher Zeit auf einer Pressekonferenz in New York präsentieren. Bei Ford war die interne Zustimmung zu dem Bündnis schon früher getroffen worden.

Volkswagen bietet Ford gegen eine Lizenzgebühr den Zugang zu seinem Modularen-Elektro-Baukasten (MEB) an. Hinter dem sperrigen Begriff verbirgt sich die Plattform, auf deren Basis künftig die meisten Elektroautos des VW-Konzerns gefertigt werden sollen – und künftig zusätzlich auch bei Ford.

Die Wolfsburger sind mit dem MEB unter den großen Herstellern führend, aber das hatte auch seinen Preis. Die Entwicklungskosten lagen in Milliardenhöhe. Ein Teil davon soll über Ford wieder hereingeholt werden, heißt es dazu in Wolfsburg. US-Analysten spekulieren darüber, dass Ford dafür mehrere Hundert Millionen Euro zahlen könnte.

Mit dem MEB-Elektrobaukasten von Volkswagen will Ford in Europa ein eigenes Modellprogramm für rein batteriegetriebene Fahrzeuge auflegen. Bislang fehlen dem US-Konzern auf dem europäischen Markt solche Autos. Ford litt in den vergangenen Jahren unter massiven Verlusten in Europa, allein 2018 waren es knapp 400 Millionen US-Dollar. Im Rahmen eines umfassenden Sparprogramms sollen bis Ende nächsten Jahres 12.000 Mitarbeiter gehen, sechs Werke werden in Europa geschlossen.

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Ohne Elektroautos könnte der US-Konzern den durchschnittlichen Verbrauch der in den europäischen Ländern verkauften Fahrzeuge nicht so stark senken, wie es die EU fordert. Ford müsste vom Jahr 2021 an hohe Bußgelder zahlen – extrem hohe Beträge, die die Existenz von Ford in Europa in Frage stellen könnten.

Volkswagen bekommt im Gegenzug einen Zugriff auf Argo, die Ford-Tochter für das autonome Fahren. Auf diesem Feld sind die Amerikaner deutlich weiter als die deutschen Konkurrenten. Analysten sehen einen Vorsprung bei Ford von etwa zwei Jahren.

Die beiden Autokonzerne wollen jetzt ein Joint Venture gründen, an dem sämtliche Aktivitäten aus dem Bereich des autonomen Fahrens beiderseits eingebracht werden. Bei Volkswagen gehört dazu beispielsweise auch die Münchener Tochtergesellschaft AID, die über Audi an den VW-Konzern angebunden ist.

Entwicklung verschlingt Milliarden

Diess und Hackett versprechen sich auch von dieser Kooperation größere Einsparungen. Zwar sind die Nummer eins (VW) und Nummer vier (Ford) schon heute Schwergewichte in der Branche. Die Ausgaben für die autonomen Systeme sind aber immens, da umfangreiche Tests und Entwicklungsarbeiten nötig sind. Frühestens Mitte des nächsten Jahrzehnts wird es einsatzbereite autonome Systeme geben, die Entwicklung verschlingt Milliarden.

Die Zusammenarbeit mit dem US-Start-up Aurora hatte VW-Chef Diess schon vor einigen Wochen beendet. Damit war der Weg frei geworden, sich ausschließlich auf die Kooperation mit Ford zu konzentrieren.

An diesem Freitag dürften die beiden Vorstandschef auch weitere Details zu der bereits im Januar gestarteten Kooperation bei leichten Nutzfahrzeugen bekanntgeben. Ford und Volkswagen wollen zunächst gemeinsam Pick-ups produzieren. Wie dazu aus Konzernkreisen verlautete, wird Ford künftig für Volkswagen Pick-ups produzieren. Diese Fahrzeuge sollen in Ford-Werken in Südamerika und Südafrika von den Bändern laufen.

Volkswagen stellt die Produktion seines eigenen Pick-ups Amarok im eigenen Nutzfahrzeugwerk in Hannover früher als geplant ein. VW ist mit diesem Auto nie richtig glücklich geworden und hat damit keine Gewinne verbuchen können.

Die Unternehmen hatten die Gespräche über eine Erweiterung der Allianz im Vorfeld bestätigt. Man sei auf einem guten Wege, hatte VW-Chef Diess kürzlich vor Topmanagern gesagt. Eine Ford-Sprecherin betonte, „die Gespräche mit Volkswagen sind in einer Reihe von Bereichen produktiv verlaufen“. Zu weiteren Details wollten sich die Konzerne zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht äußern.

Mehr: VW vollzieht den radikalen Schwenk zur Elektromobilität und kann durch die Partnerschaft mit Ford den Takt vorgeben – zum Ärger von BMW und Daimler.

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