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Autobauer Nissan beginnt offenbar Suche nach neuem Chef

Hiroto Saikawa sollte eigentlich Ruhe in den krisengeschüttelten Konzern Nissan bringen. Nun scheint seine Zeit auf dem Chefsessel bald vorbei zu sein.
07.09.2019 - 14:04 Uhr Kommentieren
Die Tage des Nissan-Chefs scheinen gezählt zu sein. Quelle: AP
Hiroto Saikawa

Die Tage des Nissan-Chefs scheinen gezählt zu sein.

(Foto: AP)

Düsseldorf Der Autobauer Nissan will offenbar bald mit der Suche nach einem neuen Chef beginnen. Laut der Financial Times gebe eine Liste, mit potentiellen Kandidaten, die Hiroto Saikawa ersetzen sollen. Am Montag will der Vorstand einen ungefähren Zeitplan für die Ernennung eines neuen Vorstandsvorsitzenden festlegen.

Außerdem sei ein Nominierungskomitee ins Leben gerufen, das mit der Aufgabe betraut worden ist, den Chefposten neu zu besetzten, heißt es in dem Bericht, in dem sich die Financial Times auf Insider beruft. Details zu möglichen Kandidaten gibt es demnach noch nicht. Allerdings heißt es, dass das Komitee sich hauptsächlich auf japanische Kandidaten konzentrieren wolle. Laut der Financial Times wollte Nissan den Bericht nicht kommentieren. Auch gibt es aktuell noch keine offizielle Mitteilung des Autobauers, dass Sakawa offiziell aus dem Amt geschieden ist.

Hiroto Saikawa war zuletzt vorgeworfen worden, durch Tricksereien zu hohe Boni kassiert zu haben. Saikawa soll fälschlicherweise Zuwendungen in Höhe von 400.000 Euro aus einem Aktienvergütungsprogramm bekommen zu haben. Der Fall erinnert stark an den Skandal um seinen Vorgänger, Carlos Ghosn. Die japanischen Behörden verhafteten den Ex-Nissan-Chef und klagen ihn wegen Verstößen gegen das Finanzmarktgesetz und Veruntreuung an.

Nach der Verhaftung des Nissan-Chefs Carlos Ghosn steht der Konzern vor einer schweren Krise. Der Posten an der Nissan-Spitze gilt als die anspruchsvollste Aufgabe in der globalen Autoindustrie. Seitdem steht auch die Allianz zum französischen Autobauer Renault auf der Kippe – die zu retten, war eine der Hauptaufgaben Saikawas gewesen.

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    Im ersten Quartal diesen Jahres war Nissan kaum noch profitabel gewesen. Der operative Gewinn schrumpfte um 98,5 Prozent. Im Zuge des Gewinneinbruchs will Nissan weltweit rund 12.500 Stellen streichen und die Modellpalette verkleinern.

    Mehr: Der Chef des Autokonzerns gerät unter Druck, weil er unangemessen hohe Zahlungen erhielt. Der Fall lässt Erinnerungen an den Skandal von 2018 aufkommen.

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