Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Autobauer Nissan wird von der Chipkrise hart getroffen – 500.000 Autos können nicht gebaut werden

Der japanische Autobauer konnte zwar im Bilanzjahr 2020 seinen Verlust senken. Aber wegen der Chipkrise erwartet der Konzern auch 2021 rote Zahlen. 
11.05.2021 Update: 11.05.2021 - 13:24 Uhr Kommentieren
Das Minus im abgelaufenen Jahr fiel geringer aus als noch im Februar erwartet, als Nissan einen Nettoverlust von 530 Milliarden Yen prognostiziert hatte. Quelle: Reuters
Nissan

Das Minus im abgelaufenen Jahr fiel geringer aus als noch im Februar erwartet, als Nissan einen Nettoverlust von 530 Milliarden Yen prognostiziert hatte.

(Foto: Reuters)

Tokio Der weltweite Chipmangel bremst die Sanierung des Autobauers Nissan aus. Für das seit April laufende Bilanzjahr geht der japanische Renault-Partner davon aus, dass in der ersten Jahreshälfte 500.000 Autos wegen fehlender Halbleiter nicht gebaut werden können. Dies entspricht elf Prozent des vorhergesagten Jahresabsatzes von 4,4 Millionen Autos.

Zwar erwartet Konzernchef Makoto Uchida, dass der Konzern im zweiten Halbjahr den Schaden zur Hälfte wieder wettmachen kann. Aber die finanziellen Folgen der Chipkrise und steigender Materialkosten könnten kleine Gewinne im Autoverkauf auslöschen, sagte Uchida am Dienstag voraus.

So erwartet Nissan, dass der Konzern in diesem Jahr seinen Absatz um 8,6 Prozent auf 4,4 Millionen Autos und den Umsatz um 16 Prozent auf 9,1 Billionen Yen, umgerechnet 69 Milliarden Euro, erhöhen kann. Dennoch soll nach zwei Jahren hoher Verluste nur eine schwarze Null in der Bilanz stehen. 

Damit würde Nissan in seinem Sanierungsplan das Etappenziel einer operativen Gewinnmarge von zwei Prozent verfehlen. Für 2023 peilt Nissan eine Marge von fünf Prozent an. Unter dem Strich prognostiziert das Unternehmen allerdings für 2021 einen Verlust von 60 Milliarden Yen. 

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Nissan bleibt damit der schwerste Sanierungsfall der japanischen Autoindustrie. Nach dem Skandal um den erst inhaftierten, dann angeklagten und später in den Libanon geflohenen früheren Konzernchef Carlos Ghosn ist der Autobauer in eine tiefe Krise gestürzt. 2019 verbuchte Nissan seinen ersten Nettoverlust seit elf Jahren. Die Coronakrise vernichtete dann alle Hoffnungen, schnell die Wende zu schaffen.

    So konnte das Unternehmen im vergangenen Jahr seinen Nettoverlust nur um ein Drittel auf 449 Milliarden Yen senken. Dies ist zwar weniger, als Nissan noch im Februar geschätzt hatte. Aber die Rivalen Toyota und Honda werden diese Woche in ihren Jahresbilanzen der Corona- und Chipkrise zum Trotz satte Gewinne ausweisen.

    Nach Fabrikbrand: Fortschritte bei Renesas-Chipfabrik

    Toyota musste bisher kaum die Produktion drosseln. Dabei ist der Konzern ein Großkunde des japanischen Chipherstellers Renesas, dessen Fabrikbrand die globale Chipkrise noch verstärkt hat. Zwar schließt auch Toyota Produktionsengpässe ab Sommer nicht aus. Aber es gibt einen Hoffnungsschimmer.

    Alle japanischen Autohersteller haben Fachkräfte zum betroffenen Chipwerk geschickt, um Renesas beim Wiederaufbau der zerstörten Produktionslinien zu helfen. Das zahlt sich offenbar aus. „Die Erholung von Renesas verläuft viel schneller, als wir erwartet haben“, erklärte Nissan-Chef Uchida auf der Online-Pressekonferenz. Allerdings glaubt Nissan, dass der Mangel in der gesamten Branche noch mindestens dieses Jahr andauern wird.

    Ungeachtet der aktuellen Probleme gab sich Uchida optimistisch, die Sanierungsziele doch noch erreichen zu können. Mit einem harten Sparprogramm konnte der Konzern seine Gewinnschwelle von fünf Millionen auf 4,4 Millionen Autos senken.

    Außerdem zahlen sich ein Strategie- und Personalwechsel im wichtigen nordamerikanischen Markt aus. Unter Ghosn hatte Nissan dort mit Verkaufsanreizen auf hohe Absatzsteigerungen gesetzt. Dies führte zu sinkenden Wiederverkaufswerten gebrauchter Nissans, Verlusten und letztlich in die Krise. Inzwischen kann Nissan seine Autos mit geringeren Verkaufsanreizen verkaufen als zuvor. „Wir stehen heute in den USA viel besser da als gestern“, erklärte Vizechef Ashwani Gupta.

    Mehr: Nissan steigt bei Daimler aus: Japaner werfen Milliarden-Aktienpaket auf den Markt.

    Startseite
    Mehr zu: Autobauer - Nissan wird von der Chipkrise hart getroffen – 500.000 Autos können nicht gebaut werden
    0 Kommentare zu "Autobauer: Nissan wird von der Chipkrise hart getroffen – 500.000 Autos können nicht gebaut werden"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%