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Autobauer Opel-Betriebsrat stoppt Abwanderung von Mitarbeitern

Viele Opel-Mitarbeiter wollen das Abfindungsangebot des Autobauers annehmen. Doch der Betriebsrat verhindert die Abwanderung vorerst.
Update: 02.05.2018 - 15:48 Uhr 5 Kommentare
Opel: Betriebsrat stoppt Abwanderung von Mitarbeitern Quelle: dpa
Opel

Mitarbeiter werden derzeit daran gehindert, das Unternehmen zu verlassen.

(Foto: dpa)

RüsselsheimDie Abfindungen sind hoch, doch der Ausstieg beim kriselnden Autobauer Opel gestaltet sich für abwanderungswillige Mitarbeiter schwierig. Wie in der vergangenen Woche angedroht, hat der Betriebsrat rund 70 Aufhebungsverträgen zum 1. Mai nicht zugestimmt. Die Mitarbeiter seien damit vorerst weiter bei Opel beschäftigt, hieß es am Mittwoch in Unternehmenskreisen.

Der Betriebsrat kritisiert die Abfindungen für jüngere Betriebsangehörige, mit denen Opel eine ungenannte Zahl Beschäftigter loswerden will. Der zur Sanierung unter der Regie des neuen Mutterkonzerns PSA benötigte Personalabbau könne allein mit Vorruhestandsregelungen und Altersteilzeit erreicht werden, argumentieren Betriebsrat und IG Metall.

Auch wegen einer verspätet eingegangenen Anzeige möglicher Massenentlassungen durch das Unternehmen wollen die Arbeitnehmer den Aufhebungsverträgen vorläufig nicht zustimmen. Ein Opel-Sprecher hatte die Anzeige als rein formalen Akt bezeichnet.

Die Abfindungen für die Jüngeren können je nach Betriebszugehörigkeit schon im Sockelbetrag bis zu 275.000 Euro erreichen. Dazu kommen noch weitere Prämien für einen besonders schnellen Abschied (mindestens 20.000 Euro) und ein Entgelt für den Verzicht bestehender Kündigungsfristen. Schwerbehinderte und Eltern jüngerer Kinder können auf weitere Pauschalen setzen, so dass in vielen Fällen mehr als 300 000 Euro brutto in Aussicht stehen.

„Die Mitarbeiter werden zum Spielball“, sagte ein betroffener Opel-Angestellter der Deutschen Presse-Agentur. Unter den Abwanderungswilligen herrsche große Ungewissheit, und es gebe die Angst, dass die versprochenen „Speed-Prämien“ bei einem verspäteten Ausscheidetermin entfallen könnten.

Opel sieht in der verweigerten Zustimmung der Arbeitnehmer eine Blockade, die gegen die abgeschlossene Betriebsvereinbarung verstoße. Der Betriebsrat stelle sich gegen die Wünsche der Beschäftigten, die bereits zahlreiche Beschwerden an die Personalabteilung gerichtet hätten. Das Programm bleibe aber unverändert in Kraft und jeder Fall werde individuell geklärt. So hätten einige Mitarbeiter bereits im April das Unternehmen verlassen.

Umstritten zwischen den Parteien ist die Wirkung der verschiedenen Personalabbau-Programme für die noch rund 18.000 in Deutschland beschäftigten Opelaner. Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug rechnet mit rund 3800 Teilnehmern bei Vorruhestand und Altersteilzeit.

Diese Größenordnung ist laut Opel noch nicht erreicht, so dass zusätzliche Anreize notwendig seien. Das Unternehmen spricht von rund 1000 vorliegenden Abfindungsanträgen jüngerer Beschäftigter. Gerüchteweise ist in Rüsselsheim sogar von 2000 Anträgen in diesem Programm die Rede.

Der Betriebsrat hält dem Unternehmen vor, ohne Gesamtkonzeption zu agieren und nahezu jeden Aufhebungsantrag anzunehmen. Dem trat am Mittwoch ein Sprecher entgegen: „Bei unseren freiwilligen Programmen zum Stellenabbau stellen wir sicher, dass alle Schlüsselpositionen besetzt bleiben und alle Bereiche in verschlankter Form voll funktionstüchtig bleiben - auch im Hinblick auf die langfristige Aufstellung unseres Unternehmens.“

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  • dpa
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5 Kommentare zu "Autobauer: Opel-Betriebsrat stoppt Abwanderung von Mitarbeitern"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Herr Narrog, so genau wollen wir das bei unseren "lieben Flüchtlingen" nicht nehmen. Was macht das schon aus, ob da jetzt einer 50.000 oder 60.000 Euro im Jahr kostet? In der Sache spielt Geld keine Rolex! Ich dagegen wurde aufgefordert, zur Renovierung des Kindergartens, in den meine Söhne gingen, mit Tat und Spenden und Material zu helfen, weil kein Geld da ist. Im Gymnasium meines älteren Sohnes ist die Kantine heruntergekommen, ( der Rest auch, aber nicht ganz so schlimm) und die Elternvereinigung muss Geld sammeln, und Veranstaltungen durchführen und sponsern, weil sonst nichts passieren würde. Merkel-Land 2018.

  • Herr Plonus, "Und kann damit 3 zusätzliche "minderjährige Flüchtlinge" ein Jahr vollversorgen!"

    Ein MUFL (minderjähriger, unbegleiteter "Flüchtling") kostet im Monat ca. 5000 €. Schön wäre es wenn man deutsche Kinder diesen gleichstellen würde.

  • ...klar hier kündigen die qualifzierten Facharbeiter mit Berufsausbildung, Diese Facharbeiter mit Berufsaubildung haben keine Probleme auf dem leegefegten Fach - arbeitstsmarkt eine neue Stelle zu finden...
    Ja Herr Gröting, wer heute noch Kirchensteuer bezahlt ( und damit protzsüchtige Bischöfe finanziert ), ist selbst schuld !!

  • Unfassbar, da bekommt ein Arbeitnehmer 300.000 € Abfindung.
    Was nicht erzählt wird, dass wahrscheinlich wie bereits 2001 diverse Sonderregelungen mit den Bistümern über das Vermeiden von Kirchensteuern getroffen worden sind, also auf die Abfindung keine Kirchensteuer bezahlt werden muss.
    Unfassbar wie dumm der einzelne Arbeitnehmer ist, der schön brav, sein Weihnachts und Urlaubsgeld versteuert. Und darauf bildet die IG-Metall sich noch etwas ein.

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