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Autobauer Opel verkleinert erneut die Geschäftsführung – „Unter Stellantis scheibchenweise degradiert“

2018 führten noch sechs Manager die Geschicke des Autobauers. Nun sind es nur noch drei. Ein Beleg, dass Opel an Bedeutung verliert, meinen Insider.
14.05.2021 - 08:02 Uhr Kommentieren
Die Geschäftsführung ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich geschrumpft. Quelle: Reuters
Opel-Zentrale in Rüsselsheim

Die Geschäftsführung ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich geschrumpft.

(Foto: Reuters)

München Fast drei Jahre lang war Frédéric Brunet in der Geschäftsführung von Opel für die Finanzen und die IT des Autobauers zuständig. Ende März legte der Franzose allerdings sein Amt in Rüsselsheim nieder. Der Grund: Brunet stieg anderswo auf. Im neuen Mutterkonzern Stellantis, der Anfang 2021 aus der Fusion von Peugeot S.A. und Fiat Chrysler hervorging, ist der Manager seit April als Finanzchef für alle Unternehmensmarken in Europa verantwortlich.

Seine Nachfolge als CFO bei Opel übernahm Georg Magel. Doch anders als Brunet ist Magel nicht Teil der Geschäftsführung von Opel, sondern eine Hierarchieebene darunter angesiedelt, erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen. Damit schrumpft die Anzahl der Mitglieder im obersten Managementgremium des traditionsreichen Fahrzeugherstellers auf nur noch drei Personen.

Namentlich sind dies Markenchef Michael Lohscheller, Arbeitsdirektor Ralph Wangemann und Entwicklungsleiter Marcus Lott. „Die Zahl der GmbH-Geschäftsführer haben wir bewusst auf drei verkleinert, um die Struktur weiter zu verschlanken“, teilte Opel auf Anfrage mit. Das passt ins Bild eines Unternehmens, das sich derzeit öffentlich gern als „Effizienzweltmeister“ inszeniert.

Gleichwohl kursiert intern noch eine ganz andere Erklärung für die neue Bescheidenheit der Hessen: „Opel wird unter Stellantis scheibchenweise degradiert“, heißt es im Kreis einiger leitender Angestellter. In dem 14 Marken umfassenden Megakonzern sei der Opel-Blitz nur noch ein Logo neben vielen anderen. Die gesunkene Anzahl hoher Führungspositionen spiegle den Verlust an Macht und Einfluss wider, sagte ein Insider: „Unsere Aktivitäten werden systematisch runtergefahren.“

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    Tatsächlich hatte die Opel Automobile GmbH, als sie noch im alleinigen Eigentum der Peugeot S.A war, zeitweise doppelt so viele Geschäftsführer wie heute. Anfang 2019 gab es dann die erste Anpassung: Damals verließ Produktionschef Rémi Girardon Rüsselsheim. Sein Posten in der Geschäftsführung von Opel wurde ersatzlos gestrichen, das Gremium schrumpfte von sechs auf fünf Personen.

    Laut Satzung sind nur zwei Geschäftsführer nötig

    Danach änderte sich lange nichts. Erst mit der Gründung von Stellantis Mitte Januar 2021 schied mit Vertriebschef Xavier Duchemin der nächste Topmanager bei Opel aus. Stephen Norman, der den Sales-Bereich von Duchemin übernommen hat, agiert lediglich im Rang eines Senior Vice President.

    Intern fürchtet so mancher Opel-Manager nun, dass Stellantis mittelfristig auch den Geschäftsführerposten von Entwicklungschef Lott kappen könnte. Denn grundsätzlich benötigt Opel laut Satzung lediglich zwei Geschäftsführer, wobei einer als Arbeitsdirektor für personelle und soziale Angelegenheiten zuständig sein muss. Kurzfristig werde sich an der aktuellen Aufstellung aber erst einmal nichts ändern, heißt es in Unternehmenskreisen.

    Der Opel-Chef will 2021 wieder mehr Marktanteile erobern. Quelle: picture alliance/dpa
    Michael Lohscheller

    Der Opel-Chef will 2021 wieder mehr Marktanteile erobern.

    (Foto: picture alliance/dpa)

    Dennoch gibt es weitere Indizien für den Bedeutungsverlust von Opel: So war Markenchef Michael Lohscheller unter dem Dach von Peugeot S.A noch Mitglied im vierköpfigen Konzernvorstand und zudem im 18-köpfigen Executive Committee für die Region Eurasien zuständig. Seit der Gründung von Stellantis ist Lohscheller dagegen de facto nur noch Opel-CEO.

    Der Manager selbst nimmt es gelassen: „Die Bedeutung von Opel im Stellantis-Konzern sehe ich in keiner Weise abgewertet“, reagierte Lohscheller zuletzt Anfang März auf die Befürchtungen von internen Skeptikern. „Ganz im Gegenteil: Opel hat Gewicht und Stimme. Das merke ich in allen Meetings“, sagte er damals.

    Grafik

    Fakt ist aber: Opel leidet seit Jahren an Kundenschwund. Der Marktanteil der Firma im Kernmarkt Europa ist seit 2014 von 7,1 auf zuletzt 4,3 Prozent abgesackt. Parallel zum Absatz ist in den vergangenen Jahren auch der Umsatz beständig geschrumpft. Immerhin: Seit 2018 schreibt Opel zumindest wieder durchgehend Gewinne im operativen Geschäft.

    Mehr: Opel will Mehrheit der Mitarbeiter dauerhaft ins Homeoffice schicken.

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