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Autobauer Porsche unter neuem Manipulationsverdacht – KBA befragt Mitarbeiter

Der Sportwagenbauer zeigte sich beim Kraftfahrt-Bundesamt, der Staatsanwaltschaft und US-Behörden an. Es geht auch um die Modelle 911 und Panamera.
23.08.2020 Update: 23.08.2020 - 14:23 Uhr Kommentieren
Die ältere Baureihe steht unter Manipulationsverdacht. Quelle: dpa
Porsche 911 im Jahr 2008

Die ältere Baureihe steht unter Manipulationsverdacht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Porsche geht mit einer internen Untersuchung möglichen neuen Manipulationen an seinen Autos nach. Die Stuttgarter VW-Tochter prüft, ob einzelne Modelle nach der Typenzulassung durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) nachträglich noch einmal verändert worden sind.

Dieses Mal geht es allerdings nicht um die berüchtigten Dieselmotoren aus dem Volkswagen-Konzern und die damit verbundenen Abgasmanipulationen, sondern vor allem auch um Benziner. Betroffen sind etwa die Modelle 911 und Panamera, entwickelt in den Jahren 2008 bis 2013. Zuerst hatte die „Bild am Sonntag“ darüber berichtet.

Porsche bestätigte dem Handelsblatt am Sonntag die hausinternen Ermittlungen wegen möglicher illegaler Veränderungen nach der Typenzulassung. Die Stuttgarter VW-Tochter arbeite die Vergangenheit konsequent auf, bis ins Jahr 2008 hinein. „Und da haben wir ein paar Hinweise auf mögliches Fehlverhalten gefunden“, hieß es dazu in Unternehmenskreisen. Porsche habe die Behörden darüber im Frühsommer „proaktiv“ informiert. Dazu gehören die Staatsanwaltschaft Stuttgart, das Kraftfahrt-Bundesamt und die US-Justiz. Das Unternehmen sei daran interessiert, die Vorgänge aufzuklären.

Wie bei den anderen VW-Konzernmarken standen bei Porsche bislang die Diesel- und Abgasmanipulationen im Vordergrund. Doch angesichts der neuen hausinternen Untersuchungen geraten jetzt Modelle mit Benzinmotor unter Verdacht, allen voran der Panamera und der 911er, der Klassiker aus dem Produktprogramm des Autoherstellers aus Stuttgart-Zuffenhausen.

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    Die mutmaßlichen Manipulationen treffen das Kerngeschäft von Porsche. In den allermeisten Autos der Stuttgarter werden Benzinmotoren verbaut. Selbstzünder waren eher die Ausnahme und wurden inzwischen sogar wieder aus dem Programm genommen. Über die Zahl der nun betroffenen Fahrzeuge macht Porsche keine Angaben. Es könnte sich aber um eine höhere fünfstellige Zahl von Autos handeln.

    Im neuen Verdachtsfall soll es darum gehen, dass Porsche-Ingenieure nach der Freigabe durch das KBA nachträglich in der Serienfertigung technische Änderungen an den Autos vorgenommen haben könnten. Mechanische Bauteile und Software seien gleichermaßen betroffen, hieß es dazu in Stuttgart. Mit den nachträglichen baulichen Veränderungen hätten die Porsche-Fahrzeuge ihre Straßenzulassung verloren und wären demnach illegal auf den Straßen unterwegs. Trifft der neue Verdacht zu, hätten sich die Porsche-Ingenieure verhalten wie Tuner, die Autos ohne die Zustimmung des Tüv manipulieren.

    Verbraucheranwälte wollen klagen

    In Unternehmenskreisen wurde bestätigt, dass das KBA umfassende Untersuchungen bei Porsche aufgenommen hat. In den Entwicklungsabteilungen werde derzeit „jeder Stein umgedreht“. Mitarbeiter werden zu Gesprächen vorgeladen, Hunderttausende von E-Mails untersucht und Sitzungsprotokolle analysiert. Es sei nach der langen Zeit nicht ganz einfach zu ermitteln, wer die Veränderungen an den Autos veranlasst habe, hieß es.

    Ob Porsche aus den neuen Untersuchungen mögliche finanzielle Konsequenzen drohen, ist noch unklar. Verbraucheranwälte bringen sich bereits in Stellung. „Wir haben wegen verdächtiger Verbrauchs- und Abgaswerte ohnehin rechtliche Schritte vorbereitet. Die neuen Entwicklungen überraschen uns nicht“, sagt Tobias Ulbrich. Der Anwalt hat die Verbraucherzentrale bei der Musterklage gegen VW beraten.

    Auch die Staatsanwaltschaft könnte eine neue Rechnung aufmachen. Die Ermittlungen gegen einige Manager laufen noch. Im Mai vergangenen Jahres hatte der Sportwagenbauer selbst wegen der Dieselmanipulationen aber ein Bußgeld von 535 Millionen Euro gezahlt.

    Mehr: Milliardengewinn in der Coronakrise: Porsche ist Europas Ertragskönig.

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