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Autobauer Rätsel um rasanten Kursanstieg bei Daimler

Neue Gerüchte, dass der chinesische Investor Geely seine Anteile aufstockt, treiben den Aktienkurs des Stuttgarter Autobauers. Geely jedoch dementiert.
02.06.2020 - 12:16 Uhr Kommentieren
Die Aktie des Autokonzerns befindet sich im Aufwind. Quelle: AP
Daimler glänzt wieder

Die Aktie des Autokonzerns befindet sich im Aufwind.

(Foto: AP)

Peking, München Die Aktie des Autobauers Daimler ist derzeit stark gefragt. Seit Mitte Mai schoss das Papier um mehr als 30 Prozent in die Höhe. Allein am Dienstag betrug das Plus zwischenzeitlich fast neun Prozent. Über die Gründe des rasanten Kursanstiegs wird im Markt heftig spekuliert – von der Hoffnung auf nahende Fördergelder über neue Kooperationsprojekte mit alten Partnern bis hin zu einer Machtübernahme chinesischer Investoren.

Eine eindeutige Antwort für die Kursrallye gibt es laut Frank Schwope, Analyst bei der NordLB, aber nicht: „Mir fällt dafür keine rationale Erklärung ein.“ Der Autoexperte mutmaßt, dass die Anleger aus einer Vielzahl an Gründen neue Hoffnung bei Daimler schöpfen könnten. „Vielleicht spekuliert der eine oder andere auf eine Abwrackprämie oder eine stärkere Zusammenarbeit mit Renault.“

Erst Ende Mai hatte Renault-Präsident Jean-Dominique Senard davon gesprochen, dass es bald „sehr gute Nachrichten“ zur Zusammenarbeit mit Daimler zu verkünden geben könnte. Die beiden Fahrzeughersteller kooperieren seit mehr als einem Jahrzehnt bei der Entwicklung und dem Bau von einzelnen Autos und Motoren. In den vergangenen Jahren ist die Partnerschaft aber ein wenig ins Stocken geraten.

Gleichwohl verzeichnen aktuell fast alle europäischen Autowerte merkliche Kursanstiege. Dass die Aktie von Daimler im Vergleich zu den meisten Konkurrenten stärker zulegt, könnte der Tatsache geschuldet sein, dass der Mercedes-Hersteller in den Monaten und Jahren zuvor „überproportional gelitten hat“, glaubt Schwope. Tatsächlich wird Daimler mit einer Marktkapitalisierung von aktuell 39 Milliarden Euro immer noch sehr niedrig bewertet. Zum Vergleich: Ende 2019 war der Dax-Konzern noch 53 Milliarden Euro wert, Ende 2017 sogar fast 76 Milliarden Euro.

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    Die nach wie vor niedrige Bewertung der Marke mit dem Stern weckt Begehrlichkeiten. Schließlich zählt Mercedes laut Intrabrand zu den zehn wertvollsten Marken der Welt. „Unser Börsenkurs ist ein Schnäppchen, wir werden daher wachsam sein müssen“, warnte bereits Ende März Daimler-Betriebsratschef Michael Brecht vor möglichen Übernahmegelüsten. Daimler fehlt zudem im Gegensatz zu BMW (Familie Quandt) und Volkswagen (Porsche- und Piëch-Clan) ein schützender Ankeraktionär.

    Seit 2018 ist Geely-Gründer Li Shufu mit 9,7 Prozent der größte Einzelaktionär von Daimler. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters hatte Li jüngst gesagt, dass Geely eine tiefere Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Autobauer prüfe, ging aber nicht näher ins Detail. Dass der umtriebige Unternehmer, dem auch der schwedische Autobauer Volvo gehört, bei Daimler weiter aufstocken will, lässt er allerdings dementieren.

    Keine finalen Beschlüsse

    Auf Anfrage des Handelsblatts sagte ein Sprecher von Geely, dass es sich um alte Gerüchte handele, die es schon eine ganze Weile gebe. Geely habe keine Pläne, seine Beteiligung an Daimler zu ändern, so der Sprecher. Die Äußerungen von Li zielten auf mehr Kooperation in den Bereichen Technologie, Software, Konnektivität und Rechteteilung ab.

    Daimler hat mit BAIC aber noch einen zweiten großen chinesischen Aktionär. Der Pekinger Joint-Venture-Partner der Schwaben will mit Li gleichziehen und erwägt seit Monaten, seine Anteile von fünf auf bis zu zehn Prozent aufzustocken. Im Gegenzug könnte Daimler womöglich seinen Anteil an der Gemeinschaftsfirma Beijing Benz Automotive (BBAC) von aktuell 49 Prozent auf weit mehr als die Hälfte erhöhen. Finale Beschlüsse gibt es zu den Planspielen aber nicht.

    Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hatte sich wiederholt besorgt geäußert, dass im Falle einer weiteren Aufstockung von BAIC oder Geely fast 20 Prozent der Anteile von Daimler in chinesischen Händen wären und eine fernöstliche Sperrminorität damit in greifbarere Nähe rücken könnte.

    In Industriekreisen gilt es aber als eher unwahrscheinlich, dass BAIC oder Geely ihren Anteil auf über zehn Prozent erhöhen wollen. Denn ab einem Einstieg in dieser Größenordnung käme die Finanzaufsicht Bafin ins Spiel, die alle Beteiligungen von mehr als zehn Prozent bei heimischen Banken intensiv prüfen muss. Und Daimler besitzt mit der Mercedes-Benz Bank ein Institut im Besitz einer Vollbanklizenz.

    Mehr: Gewinneinbruch von fast 80 Prozent – die Daimler-Zahlen in der Analyse

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