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Autobauer Renault macht acht Milliarden Euro Verlust – Neuer Chef sieht Anzeichen für Trendwende

In der zweiten Jahreshälfte haben sich die Verkäufe von Renault wieder gefangen. Konzernchef Luca de Meo setzt auf einen verschärften Sparkurs.
19.02.2021 Update: 19.02.2021 - 14:48 Uhr Kommentieren
Der neue Konzernchef Luca de Meo will den Autobauer mit einem schärferen Sparkurs und dem Umbau zu einem softwaregetriebenen Technologiekonzern in die Erfolgsspur zurückbringen. Quelle: Bloomberg
SUV-Modelle von Renault

Der neue Konzernchef Luca de Meo will den Autobauer mit einem schärferen Sparkurs und dem Umbau zu einem softwaregetriebenen Technologiekonzern in die Erfolgsspur zurückbringen.

(Foto: Bloomberg)

Paris Der neue Chef des französischen Autobauers Renault erwartet nach dem Rekordverlust 2020 ein weiteres schwieriges Jahr. Die Nachwehen der Corona-Pandemie, insbesondere die Engpässe bei Halbleitern, dürften dem Unternehmen zu schaffen machen, sagte Luca de Meo. „Wir stecken mitten im Kampf, ein schwieriges Jahr in den Griff zu bekommen, was die Lieferketten und Teile angeht. Das sind alles Kollateralschäden der Corona-Pandemie.“

Nach dem tiefen Kollaps in der ersten Pandemiewelle erholte sich das Geschäft bei den Franzosen im zweiten Halbjahr 2020 zwar wieder etwas. Eine Prognose für das laufende Jahr wagte Renault aber nicht.

De Meo, der seit Juli an der Renault-Spitze steht, will den Autobauer mit einem schärferen Sparkurs und dem Umbau zu einem softwaregetriebenen Technologiekonzern in die Erfolgsspur zurückbringen. Beim Vorhaben, die Fixkosten um zwei Milliarden Euro zu reduzieren, komme Renault besser voran als angenommen, sagte er. Das Ziel könnte schon zum Jahresende erreicht sein.

Erste Anzeichen für einen Erfolg waren schon zu erkennen: So verdiente Renault im zweiten Halbjahr 2020 wieder Geld, auch die Gewinnmarge verbesserte sich. Die Experten vom Brokerhaus Jefferies verwiesen zudem darauf, dass die Umsätze zwar weiter gesunken seien, aber nicht mehr so stark wie zuvor.

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    Unter dem Strich blieb für das Gesamtjahr 2020 dennoch ein Rekordverlust von acht Milliarden Euro, mehr als Analysten erwartet hatten. Dazu kommt ein negativer Cash Flow. Der Umsatz sank um gut ein Fünftel auf 43,5 Milliarden Euro. An der Börse wurden die Geschäftszahlen mit Verkäufen quittiert: Die Aktie gab bis zu 8,5 Prozent nach.

    Die Autobranche hat weltweit 2020 schwer unter der Pandemie gelitten, die zum Teil zu wochenlangen Stillständen in den Fabriken und geschlossenen Autohäusern geführt hatte. Derzeit bekommt sie die Engpässe bei Halbleitern zu spüren. Renault rechnet damit, dass der Höhepunkt der Chipkrise im zweiten Quartal erreicht werden und die Produktion von 100.000 Autos beeinträchtigen könnte. „Wir haben die nötigen Schritte eingeleitet, um die Herausforderungen zu stemmen“, sagte de Meo.

    Renault hatte schon vor der Corona-Krise mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Bei ihrem Wachstumskurs hatten die Franzosen stark auf Volumen gesetzt, nun versuchen sie, sich auf profitablere Märkte zu konzentrieren. Die Allianz zwischen Renault und dem japanischen Hersteller Nissan war zudem nicht zuletzt wegen der Festnahme des langjährigen Chefs Carlos Ghosn im Jahr 2018 in Turbulenzen geraten. Sie soll nun wiederbelebt werden: De Meo kündigte neue gemeinsame Produkte für die kommenden Wochen und Monate an.

    Mehr: Frankreichs Autoindustrie setzt zum Überholmanöver an

    • rtr
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