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Autobauer Renault verkauft milliardenschweres Daimler-Aktienpaket

Der französische Autobauer hat sich von seiner 1,5-prozentigen Beteiligung an Daimler getrennt. Das bringt Renault 1,14 Milliarden Euro ein.
11.03.2021 Update: 12.03.2021 - 12:37 Uhr Kommentieren
Renault und Daimler wollen weiterhin kooperieren. Quelle: Reuters
Renault-Logo in Frankreich

Renault und Daimler wollen weiterhin kooperieren.

(Foto: Reuters)

Paris Renault hat sich in der Nacht zum Freitag von seiner 1,5-prozentigen Beteiligung am Stuttgarter Rivalen Daimler getrennt und durch den Verkauf des Aktienpakets 1,14 Milliarden Euro eingenommen. Mit dem Erlös wollen die Franzosen einen Teil ihrer Schulden abbauen.

Unter dem neuen Chef Luca de Meo hat die Partnerschaft mit dem deutschen Premium-Hersteller für Renault eine nicht mehr so hohe Priorität. Allerdings wird beteuert, dass Daimler und Renault ihre operative Zusammenarbeit trotz des Ausstiegs des französischen Autobauers fortsetzen wollten. Das bestätigte auch ein Daimler-Sprecher.

Renault ließ seine 16,45 Millionen Daimler-Papiere zum Preis von je 69,50 Euro bei institutionellen Anlegern platzieren. Das entspricht einem Abschlag von 3,6 Prozent auf den Xetra-Schlusskurs vom Donnerstag. Am Freitag fielen die Titel von Daimler zum Handelsstart um 2,8 Prozent auf 70 Euro. Renault-Aktien legten leicht zu.

Jefferies-Analyst Philippe Houchois erklärte, es sei unbefriedigend, dass Renault erneut wertvolle Beteiligungen verkaufe, um Bilanzlöcher zu stopfen. Immerhin habe das Daimler-Paket seinen Wert seit dem Einstieg mehr als verdoppelt. Das Renault-Aktienpaket von Daimler ist heute hingegen nur noch rund 360 Millionen Euro wert.

Nachdem Renault nun seine 1,5-prozentige Beteiligung an Daimler verkauft hat, hält Nissan noch 1,5 Prozent an dem Stuttgarter Autobauer. Daimler hatte seine Anteile an Renault schon vor Jahren auf seine Pensionskasse übertragen. Seit 2010 hielten Daimler und Renault eine Überkreuzbeteiligung von jeweils drei Prozent. Die hatten die damaligen Chefs Dieter Zetsche und Carlos Ghosn vereinbart, um die industrielle Zusammenarbeit zu unterlegen.

Beide Konzerne hatten große Pläne: Ohne auch nur im Entferntesten an eine Fusion zu denken, sollte eine ganze Reihe gemeinsamer Entwicklungen und Produkte Kosten bei der Forschung und Herstellung sparen.

Die wichtigsten Projekte waren ein gemeinsamer Lieferwagen, Dieselmotoren von Renault, die Mercedes in der C-Klasse einsetzte, und der Kleinwagen Smart Forfour, den Renault als Twingo verkaufte. Beide Unternehmen schafften sogar etwas, woran viele Kooperationen sonst scheitern: Ihre Ingenieure arbeiteten zusammen, um unter der Führung von Renault einen neuen Twingo beziehungsweise Smart zu entwickeln.

Gemeinsame Projekt-Pipeline ist weitgehend leer

Doch Ende des vergangenen Jahrzehnts wurde es ruhig um die Kooperation. Mit Zetsche und Ghosn sind mittlerweile die treibenden Kräfte abgetreten. Zwar wird immer wieder, auch jetzt, betont, man wolle weiterhin zusammenarbeiten, doch die Pipeline der Projekte ist weitgehend leer. Daimler hat im vergangenen Jahr den Smart aufgegeben und sein Werk in Frankreich verkauft. Renault wird den Twingo einstellen und durch einen neuen R5 ersetzen.

Mit den beiden Managern sind mittlerweile die treibenden Kräfte der Kooperation zwischen Renault und Daimler abgetreten. Quelle: AP
Carlos Ghosn und Dieter Zetsche

Mit den beiden Managern sind mittlerweile die treibenden Kräfte der Kooperation zwischen Renault und Daimler abgetreten.

(Foto: AP)

Der neue Renault-Chef Luca de Meo will sich voll darauf konzentrieren, sein Unternehmen wieder rentabel zu machen. Er zielt darauf, Renault wieder „in der Mittelklasse zu platzieren, wo wir hingehören und traditionell präsent waren“. Gleichzeitig soll die komplizierte Allianz mit Nissan und Mitsubishi abgesichert werden. Anfang der Woche hatte Renault bekanntgegeben, dass in seinen französischen Werken künftig Renault-Modelle für die Japaner hergestellt werden, die unter der Marke Mitsubishi vertrieben werden. Eigenentwicklungen werde Mitsubishi im Gegenzug einstellen.

Seit der Dieselskandal vor drei Jahren auch Daimler erfasste – als Erstes wegen eines Dieselmotors von Renault im Van-Modell Vito –, soll sich die Partnerschaft der beiden Hersteller abgekühlt haben. Daimler bestritt das immer wieder. Doch arbeiten die Schwaben inzwischen stärker mit dem chinesischen Autobauer Geely zusammen, dem Unternehmen des Daimler-Großaktionärs Li Shufu – etwa bei der Entwicklung und dem Bau des Elektro-Smarts und bei Motoren.

Der kleine Mercedes-Transporter Citan teilt sich die Fahrzeugarchitektur mit dem Renault Kangoo. Zuletzt hatten zwei Insider gesagt, Renault und Daimler seien in Gesprächen über die Entwicklung großer Transporter. Es gehe um die nächste Generation des Renault-Kastenwagens Master. Das Projekt könnte der Zusammenarbeit neuen Auftrieb geben. Es sei aber nicht sicher, ob daraus etwas werde. Das Pendant zum Master, der im Renault-Werk Batilly vom Band rollt, ist der Mercedes Sprinter.

Mit Agenturmaterial

Mehr: Der heimliche Konzernchef: Hans Dieter Pötsch steht bei VW vor zweiter Amtszeit.

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