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Autobauer Renault will mit Staatshilfe durch die Krise kommen

Mit mehreren Milliarden Euro durch Kredite will sich der Autobauer in der Coronakrise absichern. Dazu soll die Produktion langsam wieder anlaufen.
23.04.2020 - 11:55 Uhr Kommentieren
Renault bereitet mittlerweile einen langsamen Wiederanlauf der Produktion vor.
Renault-Fabrik

Renault bereitet mittlerweile einen langsamen Wiederanlauf der Produktion vor.

Paris Der gebeutelte französische Autobauer Renault will in der Coronakrise Staatshilfe beantragen. Interimschefin Clotilde Delbos sagte am Donnerstag, der Konzern werde sich sicherheitshalber um staatlich gesicherte Kredite in Höhe von mehreren Milliarden Euro bemühen. „Wir arbeiten daran“.

Während einer Telefonkonferenz mit Analysten machte sie außerdem klar, dass sich Renault bemühe, den Liquiditätsabfluss einzugrenzen. Im ersten Quartal verbrannte der Konzern 5,5 Milliarden Euro, ein Drittel der Barmittel, weil – wie bei allen anderen Herstellern auch – nahezu alle Geschäftsaktivitäten wegen der Pandemie stillstehen. Renault bereitet nun einen langsamen Wiederanlauf der Produktion vor.

Für Mai stellte Delbos Details des Sparplans in Aussicht, mit dem Renault strukturelle Kosten binnen drei Jahren um zwei Milliarden Euro senken will. Delbos betonte, dass das Programm, das Renault im Februar angekündigt hatte und mit dem Randbereiche überprüft werden sollen, nichts mit der aktuellen Krise zu tun habe. „Ich bin ziemlich zuversichtlich, dass die Situation in ein paar Monaten etwas besser aussehen wird als das, was wir heute für den Renault-Konzern und für die gesamte Automobilindustrie erleben.“

Der Umsatz schrumpfte im Auftaktquartal um fast ein Fünftel auf 10,1 Milliarden Euro. Im gleichen Zeitraum brach der Absatz sogar um mehr als ein Viertel auf knapp 673.000 Fahrzeuge ein. Die Barmittelreserven im Autogeschäft schmolzen um 5,5 Milliarden Euro auf 10,3 Milliarden Euro.

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    Angesichts der angespannten Liquidität hatte der Verwaltungsrat bereits am 9. April beschlossen, der Hauptversammlung keine Dividende für das abgelaufene Jahr vorzuschlagen. Das ist eine Voraussetzung dafür, dass der Konzern Staatshilfe in Anspruch nehmen kann. Verwaltungsratschef Jean-Dominique Senard hatte bereits staatliche Garantien nicht ausgeschlossen, will aber eine Wieder-Verstaatlichung des Autobauers verhindern. Der französische Staat ist mit 15 Prozent größter Aktionär von Renault.

    Den Ausblick für das laufende Jahr hatte Renault bereits vor einigen Wochen gekippt. Bis heute seien die Auswirkungen der Coronakrise auf die Ergebnisse nicht absehbar, erklärte das Management nun. Auch beim französischen Rivalen Peugeot waren Umsatz und Absatz im Auftaktquartal eingebrochen.

    Zur ohnehin schwierigen Lage kommen bei Renault die Turbulenzen beim japanischen Partner Nissan hinzu. Die hatten dem französischen Konzern im vergangenen Jahr den ersten Verlust seit zehn Jahren eingebrockt. Angaben zum Gewinn des ersten Quartals machten weder Renault noch Peugeot.

    Mehr: Renault rutscht erstmals seit 2009 in die roten Zahlen.

    • rtr
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