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Autobauer So will Volkswagen den Markt für E-Mobilität erobern

Um die Emissionsvorgaben der EU zu erfüllen, setzt VW voll auf batteriegetriebene Autos. Schon 2020 will man mehr als eine halbe Million davon verkaufen.
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VW: So will Volkswagen den Markt für E-Mobilität erobern Quelle: dpa
VW-Elektroauto ID.3

Der Tesla-Konkurrent von Volkswagen soll ab Sommer 2020 ausgeliefert werden.

(Foto: dpa)

DüsseldorfVolkswagen ist der größte Autohersteller der Welt, fast elf Millionen Fahrzeuge sind im vergangenen Jahr von den Bändern gelaufen. Angesichts solcher Stückzahlen lohnen sich in Wolfsburg aufwendige technische Entwicklungen, die sich kleinere Autohersteller zweimal überlegen müssen. Das gilt auch für den Einstieg in die Elektromobilität.

Der VW-Konzern hat sich dafür entschieden, die neue Generation seiner batteriegetriebenen Fahrzeuge auf eine komplett eigene Plattform zu stellen, den sogenannten „Modularen Elektrifizierungsbaukasten“ (MEB). Konzernchef Herbert Diess hatte im März angekündigt, dass in den kommenden zehn Jahren auf Basis der eigenen Produktionsplattform 22 Millionen Elektroautos gebaut werden, das sind noch einmal sieben Millionen mehr als zuvor geplant. Bis 2028 stehen knapp 70 neue Elektromodelle auf dem Plan, davor war von 50 die Rede. Bis 2023 nimmt Volkswagen mehr als 30 Milliarden Euro in die Hand, um den Wechsel zum Elektroauto zu erreichen.

Die beiden süddeutschen Konkurrenten Daimler und BMW verfolgen eine etwas andere Strategie beim Einstieg in die Elektromobilität. Sie verwenden im Unterschied zu VW einheitliche Plattformen, auf denen Autos mit verschiedenen Antriebsarten gefertigt werden können, also mit Verbrennungs- oder Elektroantrieb und kombiniert als Hybrid.

Diese unterschiedlichen technischen Ansätze führen auch zu verschiedenen Modellprogrammen. Bei Volkswagen werden die rein batteriegetriebenen Fahrzeuge dominieren. Die Batteriezellen liegen auf dem speziell präparierten Boden der MEB-Elektroautos. Im Unterschied zu den heute verkauften Verbrennermodellen treibt der Elektromotor die Hinterachse an, der Frontantrieb wird in den kommenden Jahren bei Volkswagen deutlich an Bedeutung verlieren.

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Bei Daimler und BMW werden die Veränderungen nicht so weit gehen, da sich beide Hersteller viel stärker am Grundmuster der heute verwendeten Plattformen orientieren. Das führt auch dazu, dass die beiden süddeutschen Premiummarken weniger rein batteriegetriebene Modelle planen. In Stuttgart und in München bekommen die Hybride eine wesentlich größere Bedeutung.

Volkswagen steht zu dem jetzt eingeschlagenen Kurs. Die künftigen Emissionsgrenzen innerhalb der EU zwängen die Autohersteller zum massiven Ausbau der Elektromobilität. „Wollen wir die Umweltvorgaben erfüllen und Strafzahlungen vermeiden, gibt es in den nächsten Jahren keine Alternative zum Elektroauto“, betonte jüngst VW-Chef Diess. Bis zum Jahr 2030 müssen die europäischen Automobilhersteller den durchschnittlichen Kohlendioxidausstoß ihrer Fahrzeugflotten ungefähr halbieren. Gelingt das nicht, drohen Bußgelder in Milliardenhöhe.

Diess ist sich bewusst, dass der umfassende Einstieg in die Elektromobilität mit Risiken verbunden ist. „Wir muten uns ein extremes Umbauprogramm zu“, sagte er auf der Bilanzpressekonferenz im März. Volkswagen habe allerdings gute Chancen, die gesteckten Ziele zu erreichen. Angesichts der großen Herausforderungen müsse VW auch mit Misserfolgen kalkulieren. „Das eine oder andere wird nicht gelingen“, so Diess weiter.

Beim Aufbau der Elektroproduktion geht es bei Volkswagen jetzt zügig voran. Im vergangenen Jahr sind im gesamten Konzern gerade einmal gut 25.000 reine Elektrofahrzeuge verkauft worden. In diesem Jahr werden es schon mehr als 100 000 Fahrzeuge sein – etwa dadurch, dass auch die Konzerntöchter Audi und Porsche ihre ersten E-Modelle auf den Markt bringen.

Im nächsten Jahr werden dann etliche neue E-Fabriken im Konzern startklar sein: 2020 plant Volkswagen weltweit mit mehr als 500.000 rein batteriegetriebenen Autos. Der Schwerpunkt der Produktion liegt dann in Deutschland und in China.

Darüber hinaus denkt Volkswagen daran, die MEB-Plattform auch an außenstehende Konkurrenten abzugeben und sie möglichst sogar als einen Standard für die gesamte Branche zu etablieren. Im März hatte der VW-Konzern eine entsprechende Vereinbarung mit dem kleinen Aachener E-Autohersteller Ego getroffen. Der erste größere Kunde könnte Ford sein. Der US-Konzern verhandelt mit VW darüber, den MEB-Baukasten für seine Fahrzeugproduktion in Europa und in China zu übernehmen.

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