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Autobauer Streit bei Opel eskaliert – Arbeitnehmervertreter lehnen Verhandlungen mit Segula ab

Der Plan des Autobauers, 2.000 Ingenieure an Segula auszulagern, wackelt. Die IG Metall sträubt sich dagegen und erhöht noch einmal den Druck.
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2.000 der 7.000 Ingenieure, die Opel aktuell am Stammsitz in Rüsselsheim beschäftigt, sollen bis zum Sommer 2019 an Segula ausgelagert werden. Quelle: dpa
Proteste gegen Verkaufspläne im Dezember 2018

2.000 der 7.000 Ingenieure, die Opel aktuell am Stammsitz in Rüsselsheim beschäftigt, sollen bis zum Sommer 2019 an Segula ausgelagert werden.

(Foto: dpa)

MünchenDie Manager von Opel und Segula sind sich einig: Ihr Projekt ist ein „Dreifachgewinn“. Alle werden profitieren: der hessische Autohersteller, der französische Entwicklungsdienstleister und natürlich die Mitarbeiter. So verlautbarten es die Führungskräfte beider Unternehmen, als sie im September einen Vertrag zu einer strategischen Partnerschaft unterzeichneten.

Dieser besagt im Kern, dass 2.000 der 7.000 Ingenieure, die Opel aktuell am Stammsitz in Rüsselsheim beschäftigt, bis zum Sommer 2019 an Segula ausgelagert werden sollen.

Der Plan hat nur einen Haken: Die Vertreter der Beschäftigten lehnen ihn ab. Seit Wochen wettert die Gewerkschaft IG Metall in Thesenpapieren und Plakaten gegen den Deal. Schlichtungsversuche scheiterten. Jetzt erhöht die IG Metall nach Informationen des Handelsblatts aus Gewerkschaftskreisen noch einmal den Druck. Die Tarifkommission lehnt Verhandlungen mit Segula und der Opel-Geschäftsführung über einen Betriebsübergang nun dezidiert ab.

Das hat das Gremium, dem mehr als 90 Opel-Beschäftigte, Vertrauensleute und hauptamtliche Vertreter der IG Metall angehören, vergangenen Freitag einstimmig beschlossen. Erst wenn Opel seine Investitionszusagen einhalte und gemeinsam mit Segula nachweisen könne, wie die 2.000 Jobs nachhaltig abgesichert werden können, wäre man bereit, in Verhandlungen zu treten, heißt es in Gewerkschaftskreisen.

Die IG Metall fürchtet, die Opelaner könnten bei einem Wechsel zu Segula in einer Auffanggesellschaft ohne Perspektive landen. Zwei Gutachten im Auftrag des Betriebsrats waren zum Schluss gekommen, dass die Jobs trotz einer Mitgift von 300 Millionen Euro bei Segula wohl nicht sicher wären. Daher fordert die IG Metall ein Rückkehrrecht für die Beschäftigten.

Sicher ist: Im Opel-Entwicklungszentrum ITEZ in Rüsselsheim besteht Handlungsbedarf. Das Herzstück des Autobauers leidet an Überkapazitäten. Der beste Weg, um diesen zu begegnen, sei die angedachte Partnerschaft mit Segula, argumentiert Opel. Man sei dazu weiter im Gespräch mit den Sozialpartnern. „Wir bieten Arbeitsplätze und sind gesprächsbereit“, assistiert ein Segula-Sprecher.

Die Konzerne halten daran fest, die Transaktion im zweiten Quartal abzuschließen. Durch den Beschluss der Tarifkommission könnte dieser Zeitplan allerdings ins Wanken geraten. Die Arbeitnehmervertreter wollen wohl erst um den 10. April eine neue Sitzung des Gremiums einberufen. Und wenn es bis dahin keine Zugeständnisse gibt, heißt es aus Gewerkschaftskreisen, könnte der Streit endgültig eskalieren.

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