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Autobauer Volkswagen erleidet Absatzeinbruch im März

Autobauer wie VW werden wegen der Coronakrise ihre Fahrzeuge nicht mehr los. Der Absatz von VW, Audi, Porsche & Co. bricht ein – vor allem in Westeuropa und Nordamerika.
17.04.2020 Update: 17.04.2020 - 12:52 Uhr Kommentieren
Der Absatz des Autobauers aus Wolfsburg geht weltweit zurück.
VW

Der Absatz des Autobauers aus Wolfsburg geht weltweit zurück.

Düsseldorf Die Coronakrise hat Volkswagen einen massiven Absatzrückgang eingebrockt. Im ersten Quartal rollten noch zwei Millionen Autos des Konzerns zu den Kunden. Das waren 23 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie Volkswagen am Freitag mitteilte.

Im März beschleunigte sich die Talfahrt angesichts des wirtschaftlichen Stillstands und geschlossener Autohäuser in vielen Teilen der Welt. Weltweit ging der Absatz von VW, Audi, Porsche & Co. im vergangenen Monat um 37,6 Prozent auf 623.000 Fahrzeuge zurück. Für das gesamte erste Quartal verbuchte der Wolfsburger Autokonzern ein weltweites Verkaufsminis von 23 Prozent.

Die einzelnen Marken wurden unterschiedlich stark im ersten Quartal von der Coronakrise getroffen. Mit einem Minus von 4,6 Prozent kam Porsche vergleichsweise glimpflich davon. Die kleinere spanische Tochter Seat schloss die ersten drei Monate des Jahres mit minus 14 Prozent relativ gesehen ebenfalls besser ab. Stärker getroffen wurden die größeren Marken VW (minus 25,1 Prozent), Audi (minus 21,1) und Skoda (minus 24,3).

Die größten Einbrüche trafen den Konzern im März in Westeuropa (minus 44,6 Prozent) und in Nordamerika (minus 42 Prozent). Experten befürchten für den April noch größere Einbrüche. Im April wird das Autogeschäft in Europa und in Nordamerika nahezu komplett ruhen, was zu noch größeren Einbußen bei den Zulassungszahlen führen dürfte. In Deutschland beispielsweise dürfen die Autohändler erst vom kommenden Montag an wieder ihre Betriebe öffnen.

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    Ein weiteres Problem sind die fast überall in Europa geschlossenen Zulassungsstellen. Deshalb wird erst im Mai wieder mit ersten Normalisierungstendenzen zu rechnen sein. In den USA dürfte eine Normalisierung länger dauern, da die Corona-Pandemie dort erst jetzt ihren Höhepunkt erreicht.

    Eine Blaupause für die weitere Entwicklung des Autogeschäfts hierzulande könnte China liefern. In der Volksrepublik sind die Autoverkäufe auf dem dortigen Höhepunkt der Krise im Februar um 80 Prozent eingebrochen. Seitdem gibt es deutliche Verbesserungstendenzen. Im März betrug das Minus im Vergleich zum Vorjahresmonat nur noch 35,5 Prozent. Im April und Mai dürfte sich die Lage in China weiter aufhellen.

    „Im Juni könnten wir wieder das Vorjahresniveau erreichen“, sagte VW-China-Chef Stephan Wöllenstein am Freitag im Gespräch mit Journalisten. Aus Angst vor einer Infektionen mieden derzeit viele Chinesen öffentliche Verkehrsmittel. Mehr Sicherheit biete das eigene Auto – was in der Volksrepublik mit dazu beitrage, dass die Verkaufszahlen vergleichsweise schnell wieder anzögen. Für den April kalkuliert Volkswagen für den ganzen Automarkt in China mit einem Verkaufsminus zwischen 15 und 20 Prozent.

    Fast alle Werke in China produzieren wieder

    Der Wolfsburger Autohersteller rechnet für das zweite Halbjahr mit einer weiteren deutlichen Belebung der gesamten chinesischen Volkswirtschaft. „In China wird intensiv über ein Konjunkturprogramm diskutiert“, ergänzte Wöllenstein. Darüber werde der chinesische Volkskongress voraussichtlich im Mai entscheiden. Auch die Automobilindustrie werde dann von einem solchen Programm profitieren. Volkswagen steigere seinen Marktanteil in China, vor allem durch viele neue SUVs im Modellprogramm.

    Ob Volkswagen China dann die Einbußen aus dem ersten Quartal komplett wieder ausgleichen könne, lasse sich heute nicht sagen, so Wöllenstein. Durch den Stillstand zu Jahresbeginn waren in den chinesischen VW-Fabriken etwa 330.000 Autos nicht produziert worden. In einem ganzen Jahr verkauft der Wolfsburger Autokonzern etwa vier Millionen Fahrzeuge in der Volksrepublik.

    Wöllenstein sagte weiter, dass von 33 Werken in China inzwischen 32 wieder produzierten. Die gesamte Produktionskapazität in China sei jetzt zu 70 bis 80 Prozent ausgelastet. In einigen Werken gebe es schon wieder einen Drei-Schicht-Betrieb.

    In Europa und anderen Teilen der Welt steht Volkswagen jetzt ebenfalls vor dem Problem, die Fertigung langsam wieder anlaufen zu lassen. In den Werken in Deutschland soll es Ende April wieder losgehen, zunächst nur im Ein-Schicht-Betrieb.

    Volkswagen China will seine europäischen Kollegen jetzt beim Wiederanlauf unterstützen. „Sicherheitskonzepte aus China werden auf Europa übertragen“, betonte Wöllenstein. In China habe der Autokonzern ausreichend Erfahrungen damit gesammelt, wie sich trotz einer latenten Bedrohung durch das Coronavirus vergleichsweise normal produzieren lasse.

    Unter 103.000 chinesischen VW-Mitarbeitern habe es bislang keinen einzigen Coronafall gegeben, hob Wöllenstein hervor. Schutzkleidung wie Gesichtsmasken gehörten heute zum Standard in der Fertigung. Die Kantinen teilten das Essen nur noch aus. Die Mitarbeiter müssten die Mahlzeiten dann allein an ihrem Arbeitsplatz einnehmen.

    Erst am Donnerstag hatte Volkswagen wegen der Coronakrise seine Prognose nach einem Gewinneinbruch gestrichen. Der Betriebsgewinn fiel im Auftaktquartal um 80 Prozent auf 0,9 Milliarden Euro. Die Auswirkungen der Pandemie auf die Kundennachfrage, Lieferketten und die Produktion seien derzeit nicht verlässlich einschätzbar, hatten die Wolfsburger erklärt.

    Mehr: Die Krise wirkt sich auf die Geschäfte des Autobauers und seiner Tochter Audi aus. Ihre Ziele für 2020 werden sie nicht mehr erreichen.

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