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Autobauer Volkswagen steckt die Absatzflaute besser weg als die Konkurrenz

Der Autobauer hat im ersten Quartal den Umsatz gesteigert und nur leicht an Gewinn eingebüßt. Doch neue Rechtsrisiken werden für VW wieder teuer.
02.05.2019 Update: 02.05.2019 - 10:04 Uhr Kommentieren
VW: Volkswagen steckt Absatzflaute besser weg als Daimler & Co. Quelle: Reuters
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Die Wolfsburger haben an diesem Donnerstag ihre Zahlen fürs erste Quartal bekanntgegeben.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Trotz der Absatzflaute auf den weltweiten Automärkten hat sich der Volkswagen-Konzern in den ersten drei Monaten des Jahres vergleichsweise achtbar aus der Affäre gezogen. Der Konzernumsatz ist im ersten Quartal um 3,1 Prozent auf 60 Milliarden Euro gestiegen.

Das operative Ergebnis hat leicht von 4,2 auf 3,9 Milliarden Euro nachgegeben. Darin ist allerdings eine Reihe von Sonderentwicklungen enthalten, die die Vergleichbarkeit zum Vorjahr erschweren. Die meisten Analysten hatten exakt ein operatives Ergebnis in dieser Höhe prognostiziert. Bei Daimler gab es zu Jahresbeginn einen Gewinnrückgang von 16 Prozent.

Der VW-Konzern profitiert zum einen von einer Neuregelung in der Rechnungslegung. Etwa 400 Millionen Euro kommen beim operativen Ergebnis durch eine Neubewertung von Finanzinstrumenten (Derivate) hinzu. Auf dieser Basis hat Volkswagen ein operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen von 4,8 Milliarden Euro erreicht, ein Plus von 600 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Die operative Rendite liegt damit bei 8,1 Prozent (1. Quartal 2018: 7,2 Prozent).

Doch auch im ersten Quartal dieses Jahres schlagen bei Volkswagen wieder Rechtsrisiken zu Buche. Der Wolfsburger Autokonzern muss knapp eine Milliarde Euro dafür zurücklegen. Das operative Ergebnis nach Sondereinflüssen geht dadurch auf 3,9 Milliarden Euro zurück und die operative Rendite liegt nur noch bei 6,5 Prozent.

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    Die neuen Rückstellungen bildet Volkswagen wieder für Belastungen aus der Dieselaffäre. Der gesamte Betrag der Rückstellungen liegt jetzt bei rund 30 Milliarden Euro.

    An der Börse wurden die Quartalszahlen ausgesprochen positiv bewertet. Am Vormittag war die VW-Aktie der klare Gewinner im Frankfurter Börsenindex Dax. In einem insgesamt etwas schwächeren Markt legte das Papier um etwa 3,6 Prozent auf 160,60 Euro zu.

    Damit liegt der VW-Konzern jetzt zu Beginn des Jahres exakt bei der Renditeprognose, die für ganz 2019 gilt. Vor Sondereinflüssen wollen die Wolfsburger eine operative Rendite zwischen 6,5 und 7,5 Prozent erreichen. Nach allen Sonderbelastungen wie etwa aus der Dieselaffäre soll die Rendite für das gesamte Jahr am unteren Ende dieses Korridors liegen.

    Wie alle anderen Automobilhersteller auch sieht sich Volkswagen einer weltweit schwächeren Nachfrage ausgesetzt. Nach einer Analyse der Marktforscher von LMC Automotive sind die globalen Verkäufe für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge im ersten Quartal um 6,7 Prozent auf 22,5 Millionen Vehikel geschrumpft.

    VW soll Transformationstempo erhöhen

    Besonders im weltgrößten Automarkt in China geht es nach 20 Jahren ununterbrochenen Wachstums erstmals wieder bergab. Der VW-Konzern ist in der Volksrepublik mit einem Anteil von etwa 18 Prozent der Marktführer. Die Zahl aller vom VW-Konzern verkauften Fahrzeuge ist während des ersten Quartals um 2,8 Prozent auf 2,6 Millionen Autos gefallen.

    VW-Finanzvorstand Frank Witter sprach in einer ersten Reaktion davon, dass der Konzern gut ins neue Jahr gestartet sei. „Die Entwicklung von Umsatz und Ergebnis in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres ist erfreulich“, sagte er.

    Witter wies allerdings selbst darauf hin, dass Volkswagen von der Neubewertung der Finanzinstrumente profitiere. Diese Position weise eine „hohe Volatilität“ auf. Ein klarer Hinweis des Finanzchefs darauf, dass sich die Bewertung auch einmal in die andere Richtung entwickeln und negativ werden könnte. Volkswagen müsse sein Tempo bei der anstehenden Transformation deshalb erhöhen. „Die steigenden weltweiten Konjunkturrisiken stellen uns ebenfalls vor Herausforderungen“, betonte Witter.

    Volkswagen begründete die vergleichsweise gute Entwicklung im ersten Quartal trotz weltweit nachlassender Nachfrage mit mehreren Faktoren. Dem Konzern sei es gelungen, mehr Fahrzeuge mit gehobener und teurerer Ausstattung zu verkaufen. Dadurch sei es möglich geworden, zum Teil höhere Preise durchzusetzen.

    Der gesamte Konzern habe zudem von einer vorteilhaften Wechselkursentwicklung profitiert. So hat der Euro beispielsweise in den vergangenen Monaten deutlich gegenüber dem US-Dollar nachgegeben. Im ersten Quartal hat auch die gute Geschäftsentwicklung im Bereich Finanzdienstleistungen dem gesamten Konzern geholfen. Die Leasing- und Finanzsparte hat ihren operativen Ertrag im ersten Quartal von 608 auf 638 Millionen Euro gesteigert.

    Im eigentlichen Fahrzeuggeschäft sind die Geschäfte vor allem bei Audi und Porsche deutlich schlechter verlaufen. Audi hat im ersten Quartal viel weniger Autos als im Vorjahr verkauft. Der operative Gewinn ist dadurch um 200 Millionen Euro auf 1,1 Milliarden Euro gefallen. Die operative Rendite schrumpfte dadurch erstmals knapp unter die wichtige Marke von acht Prozent (Vorjahr: 8,4 Prozent).

    Auch Porsche hat weniger Fahrzeuge verkauft. Das operative Ergebnis fiel um 11,6 Prozent auf 829 Millionen Euro, die Rendite ging auf 15,9 Prozent zurück (17,3 Prozent). Audi und Porsche haben noch immer größere Probleme mit den neuen Zulassungsstandards nach WLTP-Norm.

    Die Kernmarke VW, auf die mehr als die Hälfte des Fahrzeugabsatzes im Konzern entfällt, hat sich vergleichsweise stabil gehalten. Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen ist von 879 auf 921 Millionen Euro gestiegen. Die operative Rendite ist leicht von 4,4 auf 4,3 Prozent gefallen. Von den neuen Dieselrückstellungen in Höhe von knapp einer Milliarde Euro werden rund 400 Millionen Euro bei der Marke Volkswagen verbucht, deren operative Rendite dadurch am Ende auf 2,4 Prozent fällt. Die restlichen 600 Millionen Euro verbucht der Konzern.

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