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Autobauer VW hat in den USA fast alle manipulierten Diesel von der Straße geholt

In den USA werden manipulierte VW-Diesel nicht umgerüstet, sondern komplett zurückgekauft. Das VW-Programm macht große Fortschritte.
2 Kommentare
In den USA holt der Wolfsburger Autobauer manipulierte Diesel von der Straße. Quelle: Reuters
WV Golf TDI in Kalifornien

In den USA holt der Wolfsburger Autobauer manipulierte Diesel von der Straße.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfDie von Volkswagen in den USA manipulierten Dieselfahrzeuge dürften in wenigen Monaten komplett von den amerikanischen Straßen verschwunden sein. Das geht aus dem Zwischenbericht der unabhängigen Kontrollkommission hervor, die die Rücknahme von etwa 500.000 manipulierten Dieselautos mit Zwei-Liter-Motor in den USA überwacht. Der Bericht liegt dem Handelsblatt vor.

Demnach hat Volkswagen seit der Einigung mit US-Sammelklägern auf Entschädigungszahlungen von Ende 2016 bis Mitte November dieses Jahres etwa 93,4 Prozent der betroffenen Fahrzeuge zurückgenommen. Der Wolfsburger Autokonzern liegt damit deutlich über der Mindestquote von 85 Prozent, auf die sich das Unternehmen im Zusammenhang mit der Sammelklage mit den US-Behörden verständigt hatte.

Hätte Volkswagen die 85-Prozent-Grenze nicht eingehalten, wären weitere finanzielle Lasten in mehrstelliger Millionenhöhe auf den VW-Konzern zugekommen. Allein die Einigung mit den Eigentümern der etwa 500.000 Dieselautos mit Zwei-Liter-Motor hat Volkswagen rund zehn Milliarden US-Dollar gekostet.

„Die Quote zur Rücknahme von 85 Prozent der betroffenen Fahrzeuge hatte Volkswagen schon im Mai erreicht“, heißt es im aktuellen November-Bericht der Kontrollkommission. Jetzt dürfte es nur noch wenige Monate dauern, bis der deutsche Autokonzern auch die letzten Fahrzeuge von den ursprünglichen Eigentümern zurückgenommen hat. Wie dazu aus Konzernkreisen verlautete, dürfte es sich nur noch um wenige 10.000 Fahrzeuge handeln. US-Autofahrer haben noch bis Ende Dezember Zeit, ihren Antrag auf Entschädigung bei Volkswagen USA einzureichen.

Der Großteil der von Volkswagen in den USA zurückgenommenen Fahrzeuge steht weiterhin auf riesigen Parkplätzen, wie etwa stillgelegten Flughäfen. Zahlen darüber liegen der Kontrollkommission bis September dieses Jahres vor. Danach sind fast 220.000 Fahrzeuge auf solchen Parkplätzen abgestellt worden.

Ein vergleichsweise großer Teil – mehr als 100.000 Autos – ist in der Schrottpresse gelandet, weil sich die vergleichsweise teure amerikanische Umrüstung bei älteren Fahrzeugen nicht mehr gelohnt hatte. Bei rund 45.000 Fahrzeugen hat sich der Wolfsburger Konzern zu einer Umrüstung entschieden und die Autos danach als Gebrauchtwagen weiterverkauft. Volkswagen hat für diesen Weiterverkauf die ausdrückliche Erlaubnis der US-Behörden – weil die Fahrzeuge nach einem genehmigten Verfahren umgerüstet worden waren.

Die Umrüstung in den USA unterscheidet sich maßgeblich von der in Europa und in Deutschland angebotenen Lösung. Hierzulande hatte Volkswagen betroffenen Dieselkunden lediglich ein Software-Update angeboten, das in kurzer Zeit bei einem Besuch in der Werkstatt aufgespielt werden konnte.

Wegen der schärferen US-Grenzwerte beim Stickoxid ist die Umrüstung in den Vereinigten Staaten wesentlich aufwändiger. Dort reicht eine neue Software nicht, dort müssen auch zusätzliche Teile im Auto eingebaut werden („Hardware-Nachrüstung“). Das zieht auch einen wesentlich längeren Werkstatt-Aufenthalt nach sich.

Im Unterschied zu deutschen und europäischen Autofahrern können US-amerikanische Dieselkunden zudem mit einer Entschädigungszahlung durch Volkswagen rechnen. Bei größeren und besser ausgestatteten Fahrzeugen zahlt der Wolfsburger Autokonzern in den USA fünfstellige Dollar-Beträge aus. Das erklärt, warum der deutsche Hersteller für die Sammelkläger rund zehn Milliarden US-Dollar bereithält.

Betroffene Autofahrer haben in den USA auch die Option, den manipulierten Wagen von Volkswagen umrüsten zu lassen und danach wieder selbst weiter zu fahren. Für diese Lösung haben sich jedoch bislang nur wenige Zehntausend Dieselkunden in den Vereinigten Staaten entschieden. Der Großteil der betroffenen Kunden gibt die Autos komplett an Volkswagen zurück.

Knapp 470.000 betroffenen Kunden hat Volkswagen in den USA bereits ein Angebot zur Rücknahme gemacht. Insgesamt steht diesem Kundenkreis eine Entschädigungssumme von etwa 8,5 Milliarden US-Dollar zu. Davon sind knapp acht Milliarden Dollar tatsächlich schon an betroffene Autofahrer ausgezahlt worden.

Die Zahlungen an US-Kunden mit einem Dieselauto und Zwei-Liter-Motor sind nicht das einzige Entschädigungsprogramm von Volkswagen in den Vereinigten Staaten. Der deutsche Konzern muss auch Käufer von rund 100.000 manipulierten Dieselfahrzeugen mit einem größeren Drei-Liter-Motor entschädigen.

Für dieses zweite Programm stellen die Wolfsburger zwischen zwei und drei Milliarden Dollar bereit. Die Rücknahme der Drei-Liter-Fahrzeuge hatte später begonnen und ist deshalb nicht so weit wie der Austausch der Flotte mit Zwei-Liter-Motor. Dieses Programm könnte Ende des kommenden Jahres abgeschlossen werden.

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2 Kommentare zu "Autobauer: VW hat in den USA fast alle manipulierten Diesel von der Straße geholt"

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  • "Demnach hat Volkswagen seit der Einigung mit US-Sammelklägern auf Entschädigungszahlungen von Ende 2016 bis Mitte November dieses Jahres etwa 93,4 Prozent der betroffenen Fahrzeuge zurückgenommen."
    Das bitte auch für unsere Verbraucher! Es gibt spannende und innovative, neue Technologien für die Elektromobilität der Zukunft. Seit der Vergabe des Nobelpreises füf Physik 2015 ist klar, dass Neutrino-Energy die unendliche Ressource für die Elektromobiltät und mobile, dezentrale Stromversorgung wird. Billionen von Neutrinos strömen mit der Solaren Strahlung weltweit und können allerorts in emissionsfreie Energie gewandelt werden mittels Haushaltsgeneratoren/ PowerCubes. Dazu liegen internationale, universitäre Forschungsergebnisse und Patente der Berliner Neutrino Energy Group bereit. Mit einem ersten Kleinfahrzeug PI, das mit unendlicher Reichweite fahren kann, quasi aus der Luft Tanken würde, angetrieben von Tag und Nacht milliardenfach strömenden Neutrinos, welche emissionsfreie Energie abgeben, kann ein Meilenstein gesetzt werden. Hier sollte die Deutsche Autoindustrie JETZT Andocken um Fehlinvestitionen in veraltete und teure Batteriezelltechnologien zu vermeiden und vor allem, um wieder technologischen Vorsprung im Weltmarkt zu erringen.

  • I HAVE A DREAM....
    Ich träume von einem GAS Hybrid Auto mit 50-100km elektrischer Reichweite!
    Gas könnte über Power to Gas also über Windkraft erzeugt werden.
    Die Batterie wird an der hauseigenen Solaranlage geladen.
    Ist nicht für alle möglich - aber vielleicht für 20 Prozent der Autos - und das wäre schon richtig toll. Es müssten nicht die extrem umweltschädlichen großen Batterien produziert werden und die den größten Energieverbrauch könnte ich über meine Solaranlage leisten!

    Daimler, BMW und VW kann´s - tut es! Bitte, bitte, bitte!

    Und dann noch eine CO2 Klimaanlage.... das steht auf meiner Wunschliste.... Weihnachten kommt ja bald!