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Autobauer VW und Ford wollen wohl auf der Automesse in Detroit ihre Allianz verkünden

Volkswagen und Ford stehen vor einer globalen Allianz. Die Verhandlungen zu Einzelheiten sollen noch laufen.
Update: 09.01.2019 - 20:13 Uhr Kommentieren
VW und Ford wollen Allianz verkünden Quelle: dpa
Volkswagen

Vor der Veröffentlichung des Rahmenvereinbarung muss der VW-Aufsichtsrat noch zustimmen.

(Foto: dpa)

Hamburg, DetroitEine weltweite Allianz von Volkswagen und Ford rückt näher: Wie die Nachrichtenagentur Reuters aus Unternehmenskreisen erfuhr, haben sich die beiden Konzerne in ihren Verhandlungen angenähert.

Eine Person mit Kenntnis der Gespräche sagte, Details sollten auf der Automesse in Detroit verkündet werden. „Am Dienstag wird aller Voraussicht nach eine globale Allianz bekanntgeben.“

Dieser und ein weiterer Insider erklärten, die Gespräche erstreckten sich auch auf Projekte beim autonomen Fahren und der Elektromobilität. Die Verhandlungen würden fortgesetzt. Am weitesten sei man bei leichten Nutzfahrzeugen gekommen.

Eine der Personen mit Kenntnis der Verhandlungen erläuterte, es werde an Einzelheiten für eine Rahmenvereinbarung gefeilt. Vor einer Veröffentlichung muss noch der VW-Aufsichtsrat grünes Licht geben.

Das soll den Informationen zufolge am Freitag geschehen. „Die Gespräche laufen gut“, sagte einer der Eingeweihten. Volkswagen prüfe eine Investition in die Ford-Sparte für autonomes Fahren. Umgekehrt ziehe der US-Konzern eine Lizenzierung des Elektrobaukastens MEB von Volkswagen in Betracht. VW und Ford äußerten sich nicht.

Der Wolfsburger Konzern und der zweitgrößte US-Autobauer hatten im Juni angekündigt, eine strategische Zusammenarbeit bei Transportern auszuloten. Bei den weiteren Gesprächen stellte sich heraus, dass man auch auf anderen Gebieten kooperieren kann, um die Kosten zu senken.

Volkswagen-Chef Herbert Diess hatte Anfang Dezember gesagt, die Verhandlungen über eine Allianz mit dem amerikanischen Unternehmen seien fortgeschritten. Alle großen Autobauer investieren derzeit massiv in den Ausbau der Elektromobilität, neue Mobilitätsdienste und die Entwicklung selbstfahrender Autos. Um sich die Entwicklungskosten zu teilen, arbeiten immer mehr Unternehmen dabei zusammen.

Seit Sommer loten VW und Ford bereits einen Bund bei leichten Nutzfahrzeugen aus, um Entwicklungs- und Produktionskosten zu teilen. Diess hält durch die Zusammenarbeit auf diesem Gebiet Einsparungen für möglich, die über den anfangs erwarteten 400 Millionen Euro hinausgehen. Im Zuge der Kooperation könnte Volkswagen Teile seiner Transporter-Produktion aus Hannover in ein Ford-Werk in der Türkei auslagern und so Platz schaffen für den Bau von Elektroautos.

VW will Kosten senken

Konzernchef Diess hatte die Erwartungen an einen Bund mit Ford angeheizt, als er anlässlich des Besuchs deutscher Automanager bei US-Präsident Donald Trump in Washington im Dezember ein globales Bündnis in Aussicht stellte, das auch der amerikanischen Autoindustrie zugute kommen würde.

Er setzte dieses Argument ein, um den US-Präsidenten von höheren Importzöllen abzubringen. Trump hat die Autoindustrie ins Visier genommen, von der er verlangt, stärker in den USA zu investieren, um dort Arbeitsplätze zu schaffen.

Diess will die Kosten senken und so Mittel für die Neuausrichtung von Volkswagen freischaufeln. Davon hätten beide Partner etwas, argumentierte er: „Wir bauen eine Allianz mit Ford auf, die die Position von Ford in Europa stärken wird, weil wir uns Plattformen teilen.“ Amerikas Nummer zwei steht wegen des Brexit in Europa unter Druck und muss sein Geschäft dort restrukturieren.

Der VW-Boss brachte auch die mögliche Nutzung von Produktionskapazitäten von Ford in den USA durch die Niedersachsen ins Spiel. Dagegen hielten sich die Amerikaner mit solchen Ankündigungen zurück. Konzernchef Jim Hackett sprach von einer Gratwanderung, weil Ford und VW auch Konkurrenten seien.

Unternehmenskreisen zufolge sucht Ford Investoren für seine Tochter Argo, die Systeme für selbstfahrende Autos entwickelt. Ford will den Rückstand zum Rivalen General Motors aufholen, dessen Marke Cruise computergesteuerte Wagen demnächst testet.

Als führend auf dem Gebiet gilt die Google-Schwester Waymo, deren Fahrzeuge in den USA schon viele Testkilometer zurückgelegt haben. Auch chinesische Techgiganten wie Baidu und Tencent wollen ein Stück vom Kuchen.

Um in diesem Rennen um die Zukunft der Mobilität nicht abgehängt zu werden, sucht Volkswagen Anschluss. Ein führender Manager des Wolfsburger Konzerns sagte unlängst mit Blick auf den enteilten Konkurrenten Waymo, man könne nicht aufholen, in dem man mehr Geld ausgebe als die Amerikaner. Diese hätten im Zweifel tiefere Taschen. Im Moment komme es darauf an, ein robustes System an den Start zu bringen, das nicht die Welt koste.

  • rtr
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