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Autobauer VW verdient in den ersten sechs Monaten 2021 mehr als im gesamten Vorjahr

Die wieder gestiegenen Verkäufe bescheren VW ein hohes Umsatzwachstum. Die Wolfsburger verdienen im ersten Halbjahr rund elf Milliarden Euro. Die Chipkrise dürfte sich wohl erst später bemerkbar machen.
09.07.2021 Update: 09.07.2021 - 17:16 Uhr Kommentieren
Der Konzern hat seine vorläufigen Eckdaten veröffentlicht. Quelle: dpa
Produktion bei Volkswagen

Der Konzern hat seine vorläufigen Eckdaten veröffentlicht.

(Foto: dpa)

Wolfsburg Der Volkswagen-Konzern erholt sich immer stärker von der Coronakrise des vergangenen Jahres. Auch der akute Versorgungsmangel bei Chips kann den Erholungskurs vorerst nicht stoppen. Im ersten Halbjahr verzeichnete der Wolfsburger Autohersteller starke Verbesserungen beim operativen Ertrag und beim Cashflow im Automobilgeschäft. Volkswagen hat die Veröffentlichung der beiden Eckdaten an diesem Freitag vorgezogen. Das komplette Halbjahresergebnis wird Ende des Monats bekanntgegeben.

Nach Angaben des Konzerns haben die Kundenverkäufe im ersten Halbjahr „stark“ angezogen. Das führe zu einem hohen Umsatz und zu einem hohen operativen Ergebnis. Der Netto-Cashflow im Automobilgeschäft entwickelte sich in der Folge ebenfalls „sehr positiv“. Bei den Kundenauslieferungen dürfte Volkswagen trotz des Chipmangels wieder ein vergleichsweise normales Niveau von fünf Millionen Fahrzeugen wie im Vorkrisenjahr 2019 erreicht haben. Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres lieferte der Konzern weltweit nur 3,9 Millionen Fahrzeuge an Kunden aus.

Das operative Ergebnis im ersten Halbjahr 2021 beträgt rund elf Milliarden Euro. Corona-bedingt verbuchte der Wolfsburger Konzern zwölf Monate zuvor einen operativen Verlust von rund 800 Millionen Euro. Aktuell hat Volkswagen sogar noch besser als im ersten Halbjahr 2019 abgeschnitten. Damals stand ein Ertrag von zehn Milliarden Euro in den Büchern. Operativ hat Volkswagen im ersten Halbjahr 2021 schon mehr verdient als im gesamten Jahr 2020.

Das hohe operative Ergebnis überraschte auch die meisten Investoren und Analysten, die zwar mit einer Verbesserung, aber nicht mit ganz so guten Zahlen gerechnet hatten. „Eine relative Normalisierung der Verkaufszahlen Richtung Vorkrisenniveau gibt dem Konzern Auftrieb“, sagte Frank Schwope, Automobilanalyst bei der NordLB in Hannover. Die guten Zahlen verschafften der VW-Aktie ein deutliches Plus. Am Nachmittag notierte die Vorzugsaktie bei 212 Euro, was einen Zuwachs von etwa sechs Prozent bedeutete.

Der Konzern profitiert vor allem von den guten Verkaufsergebnissen seiner beiden Premiummarken Porsche und Audi, wo von Krise kaum noch etwas zu spüren ist. Solide Zahlen verzeichnete auch die Leasingtochter VW Financial Services, die besonders gut am Geschäft mit Gebrauchtfahrzeugen verdiente. Zudem verbuchte der Konzern deutlich verbesserte Verkaufszahlen in den USA.

Fragezeichen im wichtigen China-Geschäft

Beim Netto-Cashflow aus dem Autogeschäft erreichte Volkswagen einen Wert von rund zehn Milliarden Euro und lag damit auch wieder auf Normalniveau. Vor einem Jahr, auf dem ersten Höhepunkt der Coronakrise, lag der Wolfsburger Konzern mit 4,8 Milliarden Euro deutlich im Minus. Die Verbesserung hatte sich schon im Verlauf dieses Jahres abgezeichnet. Nach dem ersten Quartal 2021 lag der Netto-Cashflow bei plus 4,7 Milliarden Euro.

Offen bleibt allerdings, ob Volkswagen den Chipmangel stärker in der zweiten Jahreshälfte zu spüren bekommen wird. „Die Beeinträchtigung aus dem Engpass an Halbleitern hat sich verschoben und wird eher zu Beeinträchtigungen im zweiten Halbjahr führen“, hieß es in der Mitteilung des Konzerns.

Im ersten Quartal hatte Volkswagen wegen des Chipmangels etwa 100.000 Fahrzeuge nicht produzieren können. Im zweiten Quartal dürfte es mindestens eine ähnliche Größenordnung gewesen sein. In Investorenkreisen geht jetzt die Erwartung um, dass sich die Versorgungslage bei Chips frühestens im vierten Quartal entscheidend verbessern wird.

Erstmals gibt es auch Fragezeichen im wichtigen China-Geschäft, wo der VW-Konzern etwa 40 Prozent aller seiner Fahrzeuge verkauft. „Dort ist die Rendite erstmals seit langer Zeit wieder unter zehn Prozent gerutscht“, hieß es aus Unternehmenskreisen. Die chinesischen Konzerntöchter haben in der Vergangenheit immer extrem gut verdient und mindestens drei Milliarden Euro an Zusatzertrag nach Wolfsburg überwiesen.

Am operativen Ergebnis ist eine neue China-Schwäche aktuell nicht erkennbar, weil die Gewinne aus China im Finanzergebnis verbucht werden, das Volkswagen jetzt noch nicht veröffentlicht hat. In China leidet die Marke Volkswagen Pkw stärker unter dem Chipmangel. Auch Skoda verdient dort nicht besonders gut.

Im Ergebnis sprechen die guten Zahlen trotzdem für Konzernchef Herbert Diess. Die Veröffentlichung der Eckdaten könnte ihm auch persönlich helfen. Am Nachmittag beriet der Volkswagen-Aufsichtsrat über eine mögliche Vertragsverlängerung für Diess – ziemlich genau zu der Zeit, als die neuen Finanzdaten für das erste Halbjahr veröffentlicht wurden.

Mehr: VW-Chef Herbert Diess: „Wir würden mit einem Tempolimit sehr viel aufgeben“

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