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Autobauer VW vermeidet Ausfall der Produktion

Der Volkswagen-Konzern kann die vorgesehenen Sonderschichten im Stammwerk Wolfsburg fahren. Nach der Tarifeinigung mit der Gewerkschaft IG Metall kann der Konzern den Ausfall der Produktion vermeiden – und erstmals bricht das Tabu der leistungsabhängigen Bezahlung auf.
Für die Mitarbeiter von Volkswagen gibt es im kommenden Jahr mehr Geld. Der VW-Konzern vermeidet so den angedrohten Ausfall der Produktion. Quelle: dpa

Für die Mitarbeiter von Volkswagen gibt es im kommenden Jahr mehr Geld. Der VW-Konzern vermeidet so den angedrohten Ausfall der Produktion.

(Foto: dpa)

HAMBURG. Nach dem Durchbruch bei den Tarifverhandlungen mit der IG Metall am Nachmittag sind die von der Gewerkschaft angedrohten Warnstreiks ab Mitte der Woche vom Tisch. Im Gegensatz zu anderen deutschen Autobauern wie Daimler, die angesichts des Nachfrageeinbruchs kurzarbeiten lassen, hat VW das Luxusproblem, eine Bestellliste abarbeiten zu müssen. Die Nachfrage nach Modellen wie dem in Wolfsburg gebauten Golf wurde nicht zuletzt durch die Abwrackprämie getrieben. Ein streikbedingter Produktionsausfall hätte für einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden gesorgt.

Volkswagens Verhandlungsführer Jochen Schumm und Niedersachsens IG-Metall-Chef Hartmut Meine einigten sich in der vierten Runde auf einen neuen Tarifvertrag, der ab sofort gilt und Ende Januar 2011 ausläuft. Das Ergebnis sieht die von der Gewerkschaft geforderte Erhöhung des Entgelts für die gut 95 000 westdeutschen VW-Beschäftigten um 4,2 Prozent ab Januar 2010 vor.

Der Zuschlag entspricht dem Metalltarifvertrag, den Autohersteller wie die VW-Tochter Audi und der Sportwagenbauer Porsche bereits übernommen haben. Meine hatte zuvor gefordert, die Mitarbeiter des "trotz Autokrise erfolgreichen VW-Konzerns" dürften nicht schlechter gestellt werden als die Belegschaften anderer Unternehmen. Einmalzahlungen von insgesamt 710 Euro sollen den Zeitraum bis zum Jahreswechsel ausgleichen, in dem es keine Erhöhung geben wird. Der bisherige Tarifvertrag ist Ende Juli ausgelaufen.

Die eigentlichen Verhandlungen hatten am 20. August begonnen. Im Vorfeld gab es Rangeleien um die Laufzeit des Vertragswerks. VW hatte 20 Monate verlangt, die IG Metall die jetzt erreichten 18 Monate.

Streit hatte es in den bisherigen Verhandlungsrunden zudem um eine von VW geforderte Leistungszulage gegeben, die im Schnitt 100 Euro pro Monat ausmachen soll. Der Konzern wollte sie mit bisherigen Tarifbestandteilen verrechnen, die IG Metall hatte das abgelehnt. Nun kommt die Leistungszulage zusätzlich. Trotz des Zugeständnisses hat Volkswagen damit ein Tabu gebrochen und erstmals eine "individuelle, leistungsorientierte Vergütungskomponente" eingeführt. Details sollen bis Ende September 2010 geklärt werden.

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